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Tests Xbox One

Forza Motorsport 7 im Test

Mit Forza Motorsport 7 erhält die Xbox One ihr nächstes Vorzeige-Rennspiel. Nachdem Forza Horizon 3 (unser Testbericht) Anfang des Jahres die Vollgasprofis und Arcade-Fans glücklich machen konnte, kommen nun Simulationsfans auf ihre Kosten. Wir haben uns in unseren Renn-Overall geschmissen und das neueste Machwerk der Turn 10-Studios auf Herz und Nieren geprüft. Ob Forza 7 seinen mehr als gelungene Vorgänger abhängen kann, verraten wir euch in folgendem Test.


Verbesserte Karriere

Wie viele sich vermutlich schon denken können, stecken die Verbesserungen, die Turn 10 in den nunmehr siebten Serienableger der Forza Motorsport-Reihe investiert hat, im Detail. Vor allem Solisten werden sich über eine überarbeitete Karriere freuen, die nun nicht mehr so zäh und geradlinig wie im sechsten Teil wirkt.

Selbige stellt für Solisten ganz klar das Herzstück des Rennspiels klar. Zu Beginn erstellt ihr euch einen weiblichen oder männlichen Fahrer. Im Anschluss wird noch eine Rennkombi ausgewählt und schon kann der Rennfahrertraum losgehen. Im Karrieremodus tretet ihr im sogenannten „Forza Drivers Cup“ in insgesamt sechs großen Meisterschaften an, die wiederum bis zu 15 Untermeisterschaften bieten. Ziel ist es die Champions der einzelnen Meisterschaften zu bezwingen und sich letztlich zum ultimativen Champion zu küren. Bis dahin werdet ihr allerdings einige Spielstunden investieren müssen, die euch auf Rennstrecken rund um den Globus führen. Neben originalgetreuen Rennstrecken wie Spa Franchorchamps, Suzuka und der Nordschleife, gibt es auch Straßenkurse in großen Metropolen wie Dubai und Prag.

Direkt zu Beginn der Karriere wird auch der Unterschied zu Genre-Kontrahent Project Cars 2 deutlich. Während dieser auf knallharte Simulationsaspekte setzt und Training erfordert, so gestaltet sich der Einstieg in die Welt von Forza Motorsport 7 trotz spürbarer Simulationsaspekte deutlich angenehmer. Fahrfehler können beispielsweise via Rückspulfunktion ungeschehen gemacht werden. Wer eine größere Herausforderung sucht, der schaltet die Fahrhilfen ab und erhält so ebenfalls eine durchaus fordernde Simulation.

Forza Motorsport 7 Launch-Trailer:

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Klarer Pluspunkt im Vergleich zum Vorgänger ist die Freiheit, die man in den Meisterschaften genießt. So könnt ihr euch die einzelnen Events herauspicken, um so in den für euch relevanten Rennen um den Sieg zu kämpfen. Erfolgreiche Rennteilnahmen werden mit Geld und Erfahrungspunkten belohnt. Das Geld nutzt ihr um euch nach und nach euren Fuhrpark zusammen zu kaufen. Selbiger ist in Forza 7 mit rund 700 Karossen mehr als opulent ausgefallen und begeistert mit detailgetreuen Nachbildungen der Autos, die bis in die Cockpit-Ansichten reichen.

Die Vielfalt der Autos macht sich auch in den Rennserien bemerkbar. Angefangen bei kompakten Sportwagen, über Muscle-Cars und Renntrucks bis hin zu Langstreckenboliden ist wirklich etwas für jeden Geschmack dabei. Die Karriere in Forza 7 ist deutlich abwechslungsreicher und dynamischer als in den Vorgängern.

Forza Motorsport 7



Ein echtes Motivations-Biest

Der Mix an unterschiedlichen Meisterschaften und Autoklassen in Verbindung mit fantasievollen Showcase-Events ist einer der größten Motivationsfaktoren des Spieles. In Show-Events erwarten euch ausgefallene Aufgaben wie eine Art Auto-Bowling, Kopf-an-Kopf Herausforderungen oder auch Geschicklichkeitsfahrten innerhalb knackiger Parcours.

Neben den eigentlichen Rennen locken die unzähligen freispielbaren fahrbaren Untersätze und Tuningoptionen an die Controller. Es werden hunderte Stunden vergehen, bis ihr wirklich alle Autos im Spiel euer Eigen nennen könnt. Wer nicht nach einer kompletten Garage strebt, verbessert einfach die Leistungen seiner Lieblings-Autos über kostspielige Upgrades und ist so ebenfalls langfristig versorgt.

Ein neuer Faktor der in Forza 7 individualisiert werden kann ist euer virtueller Drivatar. Dieser nimmt nicht nur wie in den Vorgängern eure Spielgewohnheiten und Stärken an, sondern darf diesmal auch optisch mit passenden Renn-Overalls eingekleidet werden. Hier warten neben herkömmlichen Outfits auch sehr verrückte Kombis, die von einer Alienmaske bis hin zum Clownskostüm reichen.

Sehr cool ist auch das optionale Mod-System. Die Mods erhaltet ihr diesmal via Zufallsprinzip durch Lootboxen, welche In-Game-Währung verlangen. Vor einem Rennen könnt ihr optional bis zu drei Mod-Karten auswählen. Mods sind zusätzliche Bedingungen die an das folgende Rennen geknüpft sind. So müsst ihr mal einen bestimmten Vorsprung herausfahren oder fehlerfreie Runden hinlegen. Gelingt es euch die Bedingungen zu erfüllen, gibt es zusätzliches Preisgeld für euer Konto. Neben dem Preisgeld sind die Erfahrungspunkte enorm wichtig für euren Fortschritt im Spiel. Mit diesen könnt ihr Levelaufstiege erreichen, die euch wiederum mit weiteren freispielbaren Extras wie neuen Autos, Outfits oder Preisaktionen belohnen.


Forza Motorsport 7 Gameplay

Wie wir bereits beschrieben haben ist Forza Motorsport 7 eine Rennspielsimulation, die dank Fahrhilfen jedoch auch für Einsteiger schnelle Erfolgserlebnisse verspricht. Die zahlreichen Fahrzeugklassen fühlen sich authentisch an und bieten spürbare Unterschiede. Einsteiger können zudem von zahlreichen Hilfefunktionen Gebrauch machen, sodass sich Forza Motorsport 7 ganz klar an beide Zielgruppen richtet.

Wer ohne Rücksicht auf Verluste um die Rundkurse heizt wird in Forza Motorsport 7 schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zwar fühlen sich die Autos nicht ganz so authentisch wie in Project Cars 2 an, doch uns gefällt das Fahrgefühl außerordentlich gut. Neu in Forza Motorsport 7 sind zudem dynamische Wetterwechsel während der Rennen. Wie in F1 2017 und Project Cars 2 gibt es ein dynamisches Wettersystem, welches neue Herausforderungen bietet. So kann der Regen während der Rennen zunehmen und sich so neue Pfützen bilden oder die Piste ganz und gar mit der Zeit abtrocknen.

In den Rennen tretet ihr serientypisch gegen die Drivatare anderer Xbox One-Besitzer an. Diese verkörpern den Spielstil eurer Freunde, sodass ein dynamisches Renngeschehen erzeugt werden soll. Einen wirklichen Unterschied zu „normalen“ K.I. Gegnern lässt sich aber wohl nur mit der Lupe ausmachen. Natürlich lässt sich die Stärke eurer Gegner vor einem Rennen individuell genau wie die Renneinstellungen anpassen, wodurch ihr auch die zu erwartenden Preisgelder und Erfahrungspunkte beeinflussen könnt. Sehr gut gefallen hat uns vor allem aber, dass Forza 7 keine Gummiband-K.I. wie viele Konkurrenten bietet. Herausgefahrene Vorsprünge werden folglich nicht künstlich reguliert.

Ganz ohne solche Probleme kommt natürlich der Mehrspielermodus aus. Hier könnt ihr euch online mit Freunden und Fremden in kurzen Sprintrennen und langfristig angelegten Meisterschaften duellieren. Der Onlinemodus funktioniert tadellos. Zusätzlich könnt ihr wie in den Vorgängerspielen auch auf Tuning-Optionen und Lackierungen anderer Spieler zugreifen. Löblich: Auch ein lokaler Mehrspielermodus für zwei Spieler wurde integriert, was bei vielen Rennspielen heute mittlerweile eine Seltenheit ist.


Forza Motorsport 7: Erstklassige Präsentation

Forza Motorsport 7 ist in Sachen Präsentation ein echtes Brett. Das Spiel sieht einfach nur toll aus und punktet vor allem mit hübsch modellierten Rennwagen, die detailgetreue Innenansichten bieten. Im Gegensatz zu Project Cars 2 wirken die 32 Rennkurse etwas lebhafter und schicker gestaltet. Vor allem die Fantasiekurse wissen aufgrund zahlreicher cooler Details und Effekte zu gefallen.

Das neue dynamische Wettersystem hebt die Präsentation auf eine weitere Stufe, da die Wetterwechsel spektakulär anzusehen sind und einiges hermachen. Wenn ihr in der Gischt eines vorherfahrenden Autos durch die Eau Rouge prescht drückt es euch förmlich in den Sitz und sorgt für ein noch intensiveres Spielgefühl. Zwar fehlen die ganz extremen Wetterauswüchse wie Platzregen, Blizzard und Schnee eines Project Cars 2 – verstecken muss sich Forza Motorsport 7 jedoch nicht. Einzig die musikalische Untermalung fällt diesmal etwas unscheinbar aus, doch dies kann ich persönlich bei einer Rennsimulation verkraften, wo ich lieber den Motorenklängen während der Rennen lausche. In den Menüs müsst ihr euch dann mit recht eintönigen Fahrstuhlmusikstücken begnügen.


Fazit:

AwardMit Forza Motorsport 7 schafft es Turn 10 den genialen sechsten Teil nochmals leicht zu überflügeln. Das liegt vor allem an der deutlich abwechslungsreicheren und dynamischen Karriere im Spiel. Forza Motorsport 7 bei weitem nicht so simulationslastig wie ein Project Cars 2, dafür haben hier Einsteiger wie auch Fortgeschrittene gleichermaßen Spaß und dürfen sich über einen gigantischen Fuhrpark freuen. Sicherlich wären noch ein paar Rennstrecken mehr wünschenswert gewesen, doch unterm Strich erhaltet ihr mit Forza Motorsport 7 den perfekten Spagat zwischen Renn-Sim und zugänglichem Rennspielvergnügen in Edeloptik. Turn 10 liefert hier ganz klar eines der aktuell besten Rennspiele ab.


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