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Fortnite Review – Großer Baukasten meets Zombie-Horden!

Mit Fortnite erschien kürzlich das neueste Werk des Entwicklers Epic Games. Diese waren neben Fortnite beispielsweise auch an Gears of War beteiligt. Der Genre-Mix zwischen Shooter- und Aufbau-Spiel verfolgt dabei ein ähnliches Early-Access-Modell, wie es damals schon beim hauseigenen MOBA Paragon der Fall war. Mit anderen Worten heißt das, dass sich Fortnite ebenso – wie zu Beginn Paragon – in einer kostenpflichtigen geschlossenen Beta/Early-Access-Phase befindet. Ob sich Fortnite trotzdem schon jetzt wie ein fertiges Spiel anfühlt, verrät unser nachfolgender Testbericht!

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Hüllenwesen erobern die Erde!

Worum geht es bei Fortnite eigentlich? Kurz zusammengefasst hat alles mit dem Auftauchen seltsamer Stürme angefangen. Neben der allgemeinen Zerstörung, bringen sie zudem auch noch die Hüllenwesen in die unsere Welt. Hüllenwesen haben eine hohe Ähnlichkeit zu Zombies und könnten vom Art-Design sogar glatt Verwandte der Untoten aus „Pflanzen gegen Zombies“ sein.

Zu Beginn des Spieles findet ihr euch in einem Bunker wieder, wo eine Gruppe von Robotern euch das Schicksal der Überlebenden und der Erde in die Hände legen. Um die Überlebenden retten zu können und die Hüllen auszulöschen, stehen euch unterschiedliche Heldenklassen mit individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften zur Verfügung. Natürlich sind diese nicht alle von Anfang an freigeschaltet, sondern müssen nach und nach durch das Öffnen von sogenannten Beutelamas freigespielt werden.

Fortnite Review
Unzählige Hüllenwesen wollen euch an den Kragen.

 

Besagte Lamas erhält man durch das Abschließen besonderer Herausforderungen und Missionen. Alternativ ergibt sich zudem die Möglichkeit Lamas mit der Spielwährung zu kaufen. Die Beutelamas sind folglich mit den Lootboxen aus Overwatch zu vergleichen und motivieren ein ums andere zum Weiterspielen. Sie schalten neben den besagten Helden auch noch weitere Extras wie Skizzen für neue Waffen oder Helfer frei. Die einzelnen Errungenschaften sind dabei in fünf Seltenheitsstufen von „normal“ bis „legendär“ klassifiziert. Solltet ihr irgendwas davon nicht brauchen, so könnt ihr dies in eine Sammlung einsortieren – was euch bei Abschluss einer Sammlungsstufe eine neue Belohnung einbringt oder aber schlichtweg zerstören oder wegschicken, wodurch ihr Erfahrungspunkte oder Rohstoffe bekommt.


Weltkarte und lange Ladezeiten

Im Zentrum der ganzen Aufträge steht die Weltkarte. Hier erhaltet ihr die Möglichkeit Missionen zu starten und euch mit anderen Spielern zusammenzuschließen. Ganz oben steht hier das Sturmschild, welches ihr im Laufe der Handlung immer wieder erweitern müsst. Andere Spieler dürfen hier erst ab-/bauen, sobald sie von euch die Genehmigung erteilt bekommen.

In den leider sehr unübersichtlichen Menüs ist es möglich die offenen Aufträge einzusehen. Neben der Hauptquest, stehen noch täglich wechselnde Missionen und Herausforderungen zur Verfügung. Dabei solltet ihr immer im Auge behalten in welcher Region die zu zerstörenden Objekte zu finden sind. Beispielsweise sind die einzelnen Areale mit „Vorstadtort“ oder „Industriepark“ klassifiziert.

Fortnite Review
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer gerne möchte, der kann eine riesige Festung bauen!

 

Habt ihr schlussendlich eine Mission gestartet, erwartet euch erst einmal ein deutlich zu langer Ladebildschirm. Ohne Gefahr zu laufen zu übertreiben, bekommt ihr hier die Gelegenheit um diverse Bedürfnissen des täglichen Lebens zu erledigen, bevor es endlich losgeht. Habt ihr den langen Ladevorgang überstanden, findet ihr euch auf einer zufallsgenerierten Oberfläche wieder. Bei jedem Durchgang ändert sich die Spielkarte, wodurch der Wiederspielwert nicht zu kurz kommt.


Farmen, bauen und verteidigen!

Schließlich nimmt das Spiel dann auch richtig Fahrt auf und das Zusammenspiel der einzelnen Genre wird erstaunlich gut miteinander verknüpft. Zu Beginn jedes Levels sammelt ihr fleißig Rohstoffe indem ihr Steine, Bäume oder sogar ganze Gebäude und Autos zerstört. Während ihr einige Rohstoffe für Waffen oder Fallen benötigt – auch die Munition muss hergestellt werden – könnt ihr per Knopfdruck über ein leicht zugängliches Baumenü verfügen. Hierbei sind dem Spieler keine Grenzen gesetzt. Mit einem Tastendruck wechselt ihr das Material und die Form des zu bauenden Objektes. Obgleich das Einsatzziel immer anders umschrieben und positioniert ist, ist es doch fast immer dasselbe. Der Ablauf sieht dabei wie folgt aus:

  • Sammeln
  • Bauen
  • Verteidigen
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Looten gehört bei Fortnite zum täglichen Leben.

Irgendwann, sobald ihr die Karte abgegrast und den Zielpunkt lokalisiert habt, hält man euch dazu an, bestimmte Punkte der Welt vor Hüllenwesen zu schützen. Die Minimap gibt euch hierbei eine hilfestellung über die Erscheinungspunkte der Monster. Jetzt gilt es mit Mauern und Fallen eine Festung zu errichten, um diese von dem besagten Punkt fernzuhalten. Seid ihr mit eurer erbauten Verteidigung zufrieden, so geht ihr in die dritte Phase über. Hüllenwesen erscheinen und müssen unter Zeitvorgabe oder bis zum Erreichen einer bestimmten Anzahl von Tötungen abgewehrt werden. Neben den normalen Hüllenwesen, erscheinen zum Beispiel zwischenzeitlich sogar fliegende-, wie auch besonders starke Feinde die in der Lage sind eure Festung in Sekundenschnelle zu zerstören.


Belohnungen & Fähigkeitsbäume

Im besten Fall wurden alle Hüllen abgewehrt und ihr könnt euch zum Ende einer Mission über eine Beutetruhe freuen. Abhängig von euren erbrachten Leistungen, fallen diese mehr oder weniger üppig gefüllt aus. Mit anderen Worten: Umso mehr ihr während eines Auftrages herstellt, bekämpft, abbaut oder rettet, umso eine bessere Belohnung erhaltet ihr. 

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Hüllen kommen in verschiedener Größe und Formen daher. Außerdem weisen sie unterschiedliche Fähigkeiten auf.

Zu den Belohnungen gehören mitunter auch Erfahrungspunkte, die in unterschiedliche Fähigkeitsbäumen investiert werden. Außerdem könnt ihr sowohl Waffen, Helden, als auch Überlebende und Helfer aufwerten.


Ein umstrittenes Early-Access-Modell

Der wohl größte Kritikpunkt an Fortnite, ist das umstrittene Preismodell, welches Epic Games gewählt hat. Bei Fortnite handelt es sich nämlich um nichts Geringeres, als eine vor dem Kauf kaum einzusehende kostenpflichtige geschlossene Beta-Version. Kunden werden mit satten 40 Euro für das Grundpaket, bis zu knappen 150 Euro für das Deluxe-Paket zur Kasse gebeten, wenn sie Fortnite vorab spielen wollen. Auch innerhalb des Spiels verleitet Fortnite zum Echtgeldkauf von den begehrten und ansonsten mühsam zu bekommenden Coins für neue Beute-Lamas. Irgendwann werden die Waffen, die Helden und alles drum herum zu schwach sein, sodass ihr entweder tagelang grinden oder eben tief ins Portemonnaie greifen müsst, um im Spiel voran zu kommen.

Doch nicht nur das, auch regelmäßige Bugs und Gliches dämpfen den Spielspaß erheblich. Mal wird eure mühsam errichtete Basis einfach gelöscht, mal stürzt das Spiel unverhofft ab und in einem weiteren Fall werdet ihr sprichwörtlich von der Spielmap verschluckt, wodurch ein Neustart unumgänglich ist.

Fortnite Review
Unterschiedlichste Helden stehen euch für Rettung der Menschheit zur Verfügung.

 

Auch aus technischer Sicht überzeugt Fortnite im aktuellen Zustand nur bedingt. Die Charaktermodelle und auch die Umgebung ist dank dem liebevollen Grafikstil durchaus hübsch anzusehen, doch wenn nach einem erfolgreichen Abriss eines Hauses eine Treppe in der Luft schwebt, wirkt dies ziemlich deplatziert. Hinzukommen Probleme im Bereich der Synchronisation. Wenngleich die Sprüche und Kommentare der Helden humorvoll sind, desto weniger witzig ist es dann, wenn die englische Synchronisation die deutsche Sprachausgabe plötzlich ungewollt ersetzt.


Fazit:

Der Genre-Mix zwischen Aufbau- und Shooter-Spiel funktioniert einwandfrei und geht reibungslos von der Hand. Auch der Umfang von Fortnite ist gigantisch und das, obwohl es sich aktuell noch in einer Early-Access-Version befindet. Selten hatte ich so einen Spaß daran Rohstoffe zu sammeln und etwas aus diesen aufzubauen. Gerade wenn es ums Bauen geht werden der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Will man eine solide kleine Festung haben? Kein Problem! Möchte man hingegen ein wahrlich atemberaubendes Schloss aus feinsten Backsteinen haben, ist dies auch möglich – jeder wie er mag.

Auch wenn die ganzen Menüpunkte den Spieler zu Beginn aufgrund von rudimentären Erklärungen etwas im Dunkeln tappen lassen, hat man diese im Laufe der ersten paar Spielstunden doch relativ schnell verinnerlicht. Leider stehen Fortnite die ganzen Bugs und Gliches, wie auch diverse technische Probleme im Weg. Freilich kann man hier damit argumentieren, dass sich Fortnite noch in einer Beta-Version befindet, doch sollte auch nicht vergessen werden, dass Epic Games mindestens 40 Euro für diese „Beta“ verlangt. 

Dementsprechend stellt sich die Frage: Lohnt es sich tatsächlich 40 Euro für ein unfertiges Early-Access-Produkt hinzublättern? Jein! Zum einen muss sich hier wohl jeder selber seine eigene Meinung bilden, zum anderen hat mir Fortnite gerade mit drei Mitspielern bisher unglaublichen Spielspaß bereitet. Mutige Spieler und Freunde der einzelnen Genre können sich gerne auf den augenscheinlich asymmetrischen Mix einlassen. Alle anderen hingegen können bis zum Release der Free2Play-Version im Frühjahr 2018 warten. 


 

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