Image default
PS4 Switch Tests Xbox One

Fe Review (Nintendo Switch)

Das malerische Abenteuer Fe der schwedischen Entwickler von Zoink Games ist eine Liebe auf den zweiten Blick. Nach einem zähen Einstieg nimmt euch das Spiel mit auf eine wunderschöne Reise, die euch im Laufe der Geschichte emotional berühren wird.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Im Traumwald mit Fe

Mit dem traumhaften Abenteuer Fe haben die schwedischen Entwickler Zoink Games ein ganz besonderes Spiel geschaffen, welches sich auf beeindruckende Art und Weise vom Spiele-Einheitsbrei abhebt.

Dabei weist das Adventure um den namensgebenden Waldgeist, der ein wenig an einen Fuchs erinnert, einige Parallelen zum Indie-Hit Journey auf, erweitert es um eine Prise Shadow of the Colossus und geht doch vollkommen eigene Wege. So dreht sich in Fe alles um die Kommunikation. Nur, wenn ihr mit den anderen Tieren und dem Wald sprecht, eröffnen sich euch neue Wege.

Fe
Das malerische Fe wird euch packen und berühren. Auch ohne offensichtliche Story.

Leider fällt der Spieleinstieg äußerst zäh aus, sodass ihr euch durch die erste, ziemlich langweilige Spielstunde erst einmal durchbeißen müsst. Fe erzählt keine wirkliche Geschichte und bietet auch kein offensichtliches Ziel. Auch die Erklärungen verschiedener Spielmechaniker fallen äußerst dürftig aus. Im Verlauf des knapp achtstündigen Abenteuers werden euch die Zusammenhänge ausschließlich über mysteriöse Sequenzen und Stein-Kritzeleien erklärt. Das reicht gerade noch, um euch zumindest grob die Zusammenhänge des märchenhaften Abenteuers deutlich zu machen. Story-Fans befriedigt das Abenteuer dabei aber nicht, weshalb das wunderschöne Fe kein Spiel für jedermann darstellt. Dennoch solltet ihr dem Abenteuer unbedingt eine Chance geben, denn solch wunderschöne und emotionale Indie-Spiele sind rar gesät.


Hallo Herr Elch

Aus spielerischer Sicht versteht sich Fe als interessanter Mix aus Erkundung, Rätseln und Sprungpassagen. Angekommen in dem düsteren und surrealistischen Wald kommuniziert ihr beispielsweise mit einem Elch, welcher daraufhin Blumen erblühen lässt. Über diese erreicht ihr eine höher gelegene Plattform und könnt im Dickicht des Waldes neue Gebiete erreichen. Alle Spielabschnitte sind dabei über mehrere Zugänge miteinander verbunden.

Der Clou dabei ist, dass ihr viele Fähigkeiten zum Erreichen der weiteren Zugänge erst im weiteren Spielverlauf erlernt. Während ihr zu Beginn lediglich über kurze Gesangseinlagen mit den anderen Bewohnern des Waldes sprecht, erweitert Fe  das Bewegungsrepertoire des Helden nach und nach. Das sorgt für zahlreiche „Aha“-Momente wenn ihr feststellt, dass ihr nun diese eine Höhle erreichen könnt, auf die ihr vor einer Stunde gestoßen seid. 

Fe
Nach und nach erlernt ihr neue Fähigkeiten, die euch neue Wege eröffnen.

Alle Spielabschnitte sind dabei mit rosafarbenen Kristallen gespickt, die gleichermaßen Sammelgegenstand, wie auch Währung im Spiel darstellen. Habt ihr genug davon gesammelt, dürft ihr euch an einem großen Baum neue Fähigkeiten kaufen. Diese ermöglichen es euch beispielsweise, Tannenbäume zu erklimmen oder eure Flügel auszubreiten und durch die Lüfte zu gleiten. In der wunderschönen Welt von Fe fällt dieses Backtracking erfreulicherweise nicht nervig aus. Die verwinkelten Ecken des Waldes zu Erkunden macht jedenfalls eine ganze Menge Spaß.


Auf den Spuren von Journey und Shadow of the Colossus

In Fe dreht sich also alles um Tiere und eure besondere Verbindung zu ihnen. Jedes der Tierwesen, auf das ihr im Laufe des Abenteuers trefft, spricht dabei seine eigene Sprache. Wobei Sprache zu viel gesagt ist, immerhin ist die Kommunikation zwischen den Lebewesen für euch vollkommen unverständlich. Vielmehr klingt das Ganze wie ein wortloser Gesang. Eine Melodie aus einfachen Heullauten, die nach anfänglicher Verwunderung in euren Ohren irgendwann schlicht wunderschön klingt

Das erinnert stark an den Indie-Hit Journey, indem ihr als wortloser Wanderer einen hohen Berg erreichen musstet. Dessen Klasse erreicht Fe allerdings nicht ganz, dafür bietet die Welt einfach zu wenig Abwechslung.

Insgesamt sechs Sprachen erlernt ihr im Verlauf des Abenteuers und zwar, indem ihr einen mächtigen Waldbewohner aus den Fängen der fiesen Gegner befreit. Gelingt euch dies, lehren euch die Tiere ihre Sprache, sodass ihr fortan mit ihren Artgenossen kommunizieren könnt. 

Fe
Die Kommunikation mit den Waldbewohnern ist ein wichtiges Spielelement.

Hier kommt Shadow of the Colossus ins Spiel. Einer der tierischen Anführer ist ein mächtiger Elch, der selbst die höchsten Bäume und Berge problemlos überragt. Eure Aufgabe liegt zunächst einmal darin, die Fesseln des Ungetüms zu lockern. Gelingt euch dies, wandert der Elch durch die Landschaft und muss von euch erklommen werden. Glücklicherweise wachsen auf ihm zahlreiche Bäume, über die ihr letztlich auf seinen Rücken und dann auf seinen Kopf gelangt, um mit dem zauberhaften Wesen sprechen zu können. 

Vor den stummen Gegnern solltet ihr euch allerdings in Acht nehmen, denn diese befördern den kleinen Waldgeist ohne Umwege ins Jenseits, wenn sie ihn entdecken. Um diese ungesehen hinter euch zu lassen, könnt ihr durch Grasbüschel schleichen. Das fällt allerdings relativ simpel aus und stellt euch aufgrund der vorhersehbaren Bewegungsmuster eurer Widersacher vor keine Herausforderung. Allerdings sorgen die wenigen Gegner für Action auf eurer ansonsten sehr gemächlichen Erkundungstour. 

Fe
Vor dem Gegnern solltet ihr euch in Acht nehmen!

Wunderschön und emotional 

Mal abgesehen von der nahezu nicht vorhandenen Story gibt es nicht viel an Fe auszusetzen. Lediglich der überschaubare Umfang hätte größer ausfallen dürfen. Außerdem reagiert die Steuerung stellenweise etwas zu unpräzise, was den tödlichen Absturz in einigen Sprungpassagen zur Folge hat. Außerdem kommt es im Docked-Modus der Nintendo Switch ab und zu zu unschönen Rucklern und Slowdowns, die die Entwickler allerdings bereits mit einem Patch ausbessern wollen. Wirklich störend ist das allerdings nicht. 

Fe
Fe verströmt eine unglaublich dichte Atmosphäre und sieht wunderschön aus.

Wer über die wenigen Fehler hinwegsehen kann, den belohnt Fe mit einem der schönsten und atmosphärischsten Abenteuer der letzten JahreFe ist ein verträumtes und malerisches Märchen, dessen Magie und dichte Atmosphäre in jedem Pixel spürbar ist. Ein herrlich entspanntes Abenteuer, welches ein wenig an Ori and the Blind Forest erinnert und diesem Vorbild zumindest aus technischer Sicht in Nichts nachsteht. 

Wie das Adventure den düsteren und surrealen, in Pastellfarben gehaltenen Wald gekonnt mit seinem traumhaften Soundtrack verknüpft, ist schlicht meisterlich. Dem nahezu perfekten Zusammenspiel aus gezeigten Bildern und hervorragendem Musikeinsatz ist es zu verdanken, dass euch Fe schon nach kurzer Zeit magisch in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Nur wenige Spiele schaffen es, euch ohne den Einsatz von Worten derart zu fesseln, wie das stimmungsvolle Adventure aus dem hohen Norden.


Fazit:

AwardWer sich auf Fe einlässt, wird mit einem der schönsten und atmosphärischsten Action-Adventures der letzten Jahre belohnt. Nicht, weil das Abenteuer intensive Kämpfe oder besonders knackige Rätsel bieten würde. Stimmung und Emotion lauten die beiden Zauberwörter, die Fe zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

Klar: Der Umfang fällt überschaubar aus und die Steuerung könnte etwas präziser sein. Zudem kommt es ab und zu zu unschönen Rucklern und auch das Fehlen einer echten Geschichte dürfte nicht jedem gefallen. Doch wie bereits bei Journey ist hier der Weg das eigentliche Ziel.

Spätestens nach einer Stunde hat mich die unglaublich dichte Atmosphäre des Waldes in Kombination mit dem erstklassigen Soundtrack gepackt, magisch in die märchenhafte Welt gesogen und nicht mehr losgelassen. Die Sprungpassagen gehen gut von der Hand und die Kommunikation mit den anderen Tieren und Pflanzen ist in der Form einzigartig. Fe ist ein herrlich entspanntes Abenteuer, das euch emotional berühren kann. Wenn ihr euch denn darauf einlasst.


verwandte Beiträge

Beta zu Gran Turismo Sport angekündigt + neues Video

Christian Ibe

DLC Fahrplan für JRPG Persona 5 vorgestellt

Christian Ibe

Halo Wars 2 – Strategiespiel erreicht Goldstatus

Christian Ibe