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PC PS4 Tests

Dragon Star Varnir im Test

Mit Dragon Star Varnir erschien vor einiger Zeit für die PlayStation 4 ein weiteres JRPG aus dem Hause Idea Factory. Auch eine PC-Version ist bereits für Oktober datiert. Wie der Name schon sagt, geht es bei dem Spiel unter anderem um Drachen. In der Haut des Ritters Zephy müsst ihr euch nicht nur um eure Geschwister kümmern, sondern auch noch vielen Gefahren und Dungeons in klassischen rundenbasierten Kämpfen trotzen. Wie dies im Detail aussieht und was euch sonst noch in der Welt von Dragon Star Varnir erwartet, verraten wir euch im nachfolgenden Test!

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Vom Hexenjäger zum Hexerburschen

Wie bereits in der kurzen Einleitung erwähnt, übernehmt ihr die Rolle des Ritters Zephy. Dieser gehört einem alten Orden an, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat Hexen zu jagen. Hexen werden in der Welt von Dragon Star Varnir als verfluchte Wesen bezeichnet, da sie in der Lage sein sollen, Drachen zur Welt zu bringen.

Bevor wir aber wirklich ins Spielgeschehen eingreifen können, wird Zephy bei einer Mission tödlich verletzt. Mit seinem Leben schon abgeschlossen, passiert etwas unerwartet und es sind ausgerechnet zwei geheimnisvolle Hexen, welche auftauchen und Zephy vor seinem Tod bewahren. Der einzige Haken an der Sache ist, dass die Hexen Drachenblut für dieses Unterfangen genutzt haben, wodurch unser Held schließlich selber zu einem Hexer wurde. Vom Jäger jetzt selber zum Gejagten mutiert, versucht Zephy zusammen mit den Hexen den Hexenjägern entgegenzutreten und eine Möglichkeit zu finden, den Drachenfluch, der auf ihm liegt, zu brechen. Schafft er das nicht, würde der Drache ihn früher oder später töten.

Dragon Star Varnir
In den Räumen der Hexen könnt ihr mit verschiedenen Geschenken versuchen die Bindung zu ihnen zu stärken.

Erzählt wird die dabei recht spannende Handlung größtenteils in Visual-Novel Manier. Das bedeutet, dass die sich unterhaltenden Personen auf einem Standbild über einem Dialogfeld eingeblendet werden. Obgleich das Artdesign und die Charaktere dabei durchaus positiv auffallen, wirken die Hintergründe und Umgebungen doch recht veraltet. Auch die seltenen Zwischensequenzen stoßen aufgrund unschöner Ruckler manchmal recht unangenehm auf.

Demgegenüber erfreulich: Die Dialoge sind allesamt, wenn auch in englischer oder japanischer Sprache, vertont. Deutsche Texte haben es auch bei diesem Nischen-Rollenspiel leider nicht geschafft. 


Geschenke, Geschenke, Geschenke!

Unabhängig davon wird der Wiederspielwert durch das Freispielen verschiedener Endings oben gehalten. Damit ihr auch eine für euch zufriedenstellende Endsequenz erhaltet, müsst ihr euch gut um eure Mitstreiterinnen und Geschwister kümmern. Wobei „Geschwister“ vielleicht etwas weit hergeholt ist. Immerhin sind es lediglich jüngere kindlichere Hexen, welche zusammen mit euch in eurer Homebase wohnen. Diese wollen von euch umsorgt werden und brauchen regelmäßig Drachenblut. Solltet ihr eure „kleinen Schwestern“ vernachlässigen, unterliegen diese ihrem Drachen, verfallen dem Wahnsinn und sterben im schlimmsten Fall. Das beendet den Spieldurchgang zwar nicht, hat aber Auswirkungen auf das Ende des Spiels.

Dragon Star Varnir
Die Kämpfe finden taktisch rundenbasiert statt und erinnern andere Compile Heart Spiele.

Des Weiteren könnt ihr natürlich auch den älter wirkenden Mitstreiterinnen eure Aufmerksamkeit schenken und das Band zu eben jenen verbessern. Dafür solltet ihr ihnen immer wieder Geschenke machen. Das Steigern der Beziehung hat, anders als in The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2 zum Beispiel, keine Auswirkungen auf das Kampfgeschehen, dennoch erhaltet ihr beim Erreichen höherer Ränge zumindest nette Bildchen, Zwischensequenzen und weiteren Hintergrundinformationen über die ins Auge gefasste Hexe. Doch Vorsicht, die Hexen sind nicht mit jedem Geschenk automatisch zufrieden. Ihr solltet also stets auf die Interessen eurer Herzdame achten.


Ungewöhnliches und gewöhnungsbedürftiges Kampfsystem

Das Kampfsystem von Dragon Star Varnir hat bei uns einen recht fragwürdigen Eindruck hinterlassen. Dieses fällt alles in allem rundenbasiert und taktisch aus, erstreckt sich dank der Flugfertigkeit der Hexen über drei vertikale Ebenen. Ebenfalls besonders ist es, dass jeder Charakter in der Lage ist jede Magie zu erlernen. Das heißt zum Beispiel, dass keine Figur fest als Heiler herhalten muss, sondern ihr diesbezüglich selber nach Belieben entscheiden könnt, wen ihr dafür abstellt. Lediglich die Standardattacken der einzelnen Akteure sind für jedes Gruppenmitglied, gekämpft wird übrigens als dreiköpfige Gruppe, einem unterschiedlichen Element zugeordnet und müssen je nach Effektivität gegenüber dem Feindes durchgewechselt werden.

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Eine Leiste am oberen Bildschirmrand verrät euch wann die einzelnen Teilnehmer des Kampfes am Zug sind. Wenn ihr jetzt schließlich an der Reihe seid, lässt sich entweder auf einen mächtiger Magie-Angriff oder der Ausführung von drei Standardangriffen zurückgreifen, bevor der Spielball zur nächsten Figur wechselt. Auch die richtige Positionen auf einer der besagten Ebenen ist wichtig.

Zusätzlich füllt sich für jede Hexe eine Drachenanzeige und sobald diese komplett gefüllt ist, wird der Drache in ihr/ihm geweckt. Folglich werden eure Kampfwerte verstärkt und es ist möglich besonders verheerende Attacken anzubringen, wodurch ihr natürlich ordentlich Schaden hinterlasst. Sterbt ihr während dieser Phase, müsst ihr die Transformation nach eurer Wiederbelebung erneut aufbauen.


Zurücklehnen und zuschauen…oder was anderes in der Zeit machen

Am Ende eines Kampfes werdet ihr mit den für das Genre obligatorischen Erfahrungspunkten und Gegenständen belohnt. Es lohnt sich übrigens die Gruppenmitglieder immer mal auszutauschen, damit jeder etwas von dem Kuchen abbekommt. Ansonsten kann es nämlich passieren, dass manche Charaktere für die späteren Kämpfe einfach zu schwach sind.

Wer sich zudem mit dem ganzen Kampfsystem nicht auseinandersetzen will oder mit dem Wechsel der Ebenen nicht so richtig zurechtfindet, darf auf den Auto-Modus zurückgreifen. Hierbei übernimmt der Computer das Kämpfen für euch und wählt nach seinem „besten“ Wissen und Gewissen die Aktionen aus. Seid ihr damit nicht zufrieden, lässt sich der Auto-Modus zu jedem Moment deaktivieren. Ohnehin solltet ihr den Autopiloten immer im Blickwinkel haben, um eine mögliche Niederlage im schlimmsten Fall noch abwenden zu können. In der Regel wechselt dieser nämlich die Charaktere nicht sinngemäß aus, sodass er gerne mal eure Charaktere mit dem falschen Element auf die Gegner hauen lässt.

Dragon Star Varnir
Von der Präsentation lässt Dragon Star Varnir trotz guter Charaktermodelle viel Potenzial liegen.

Leider spielen sich die Kämpfe recht fad und auch hier steht die Präsentation, bis auf der zugegeben ansehnlichen Spezialattacken, nicht wirklich gut zu Gesicht.


Fazit:

Dragon Star Varnir bietet zwar eine Menge interessante Ansätze und auch eigentlich eine gute Story, lässt aber leider gleichermaßen eine ganze Menge Potenzial liegen. Zwar ist die Idee mit den Drachen und der drei Ebenen im Kampf wirklich nett, allerdings reicht das nur im ersten Moment aus, um über das recht lahme Kampfsystem hinweg zu blenden. Auch in puncto Präsentation ist noch deutlich Luft nach oben. So wirkt das Spiel in so ziemlich allen Belangen, bis auf der vollständig vertonten Dialoge und dem ansehnlichen Charakterdesign, einfach altbacken. So sind die Umgebungen stellenweise matschig und erbarmt sich dann doch mal eine Zwischensequenz auf die Flimmerkiste, wird diese durch nervige Ruckler gestört.

Demgegenüber bietet das JRPG aber außerhalb dieser „Macken“ eine ganze Menge Umfang und besticht durch, wie schon erwähnt, einer spannenden Geschichte die mehrere Endings bietet. Die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten mit den einzelnen Hexen motivieren und halten den Wiederspielwert zumindest in dem Bereich oben.

Doch für wen lohnt sich Dragon Star Varnir? Eine klare Kaufempfehlung ist etwas schwierig auszusprechen. Eigentlich lohnt sich das JRPG nur für Spieler, die entweder vernarrt in Anime-RPGs sind, gerade kein anderes Spiel des Genres in Aussicht haben oder über die altbackene Technik und seltsamen Kampfsystem hinwegblicken können. Alle anderen werden vermutlich bei anderen Titeln des Genres eher fündig werden.


 

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