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Switch Tests

Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition im Test

Im Jahre 1986 brachte der damalige Publisher Enix den ersten Teil der Dragon Quest Reihe für den Famicom auf den Markt. Die Dragon Quest Reihe war bis zum achten Teil noch nicht wirklich in Europa oder Nord Amerika angekommen, denn nur sporadisch erschienen die Titel in den USA, in Europa quasi gar nicht. Nach nun 16 Jahren und der 2003 erfolgten Fusion mit Square (Final Fantasy), erschienen mehr und mehr Ableger der Rollenspielreihe auch im Westen. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass uns Square Enix nun auch  Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition für die Nintendo Switch liefert. Wir haben uns die Portierung des PS4-Titels genauer angesehen und verraten euch, ob sich der Neukauf auf der Hybridkonsole lohnt. 


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Die Definitive Edition

Zuerst wollen wir euch die Neuerungen der Definitive Edition aufzeigen. Das größte Feature welches zu Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals hinzu kam ist der 16-Bit Modus. Spieler aus Japan kamen bei der 3DS Variante schon in den Genuss, den Retro-Look zu nutzen. Den PS4- bzw. PC-Spielern blieb dieser leider bis heute verwährt. Nintendo Switch-Besitzer können hingegen zwischen den beiden Spielmodi frei hin- und herwechseln. Der Wechsel zwischen 3D- und 2D-Gameplay funktioniert mittels Kirche oder einer Gottheitsstatue. Ein „On-the-Fly“-Wechsel ist somit nicht möglich. Zwar decken sich natürlich die Story und die rundenbasierten Kämpfe in den Modi, allerdings unterscheidet sich der Aufbau und die Größe der Spielwelt. Ein weiterer Unterschied sind die Encounter, so sind sie im 3D-Modus einfach zu umgehen, während sie im 2D-Modus zufallsbasiert sind, wie es sich für ein 16-Bit JRPG gehört.

Im 2D Modus lässt sich Ticklingen erkunden.

Weitere Neuerungen im Vergleich zu der PS4-Version sind unter anderen die Ticklinge. In Ticklingen (kleines Dorf) könnt ihr die Geschichte älterer Dragon Quest-Titel nacherleben. Des weiteren gibt es neue charakterbezogene Nebenhandlungen, sowie eine englische als auch eine japanische Sprachausgabe. Hierzu ist zu sagen, dass sich die Namen in der Sprachausgabe mit denen der Textausgabe überhaupt nicht decken. Dies kann als störend empfunden werden. Außerdem wird der orchestrale Soundtrack angepriesen, welcher in der Tat sehr gut zum Setting passt und epischer als der schnöde Midi-Soundtrack klingt. Zusätzlich gibt es weitere vertonte Zwischensequenzen. Die Kampfgeschwindigkeit ist nun dynamisch anpassbar.

Die Waffen können in der pfiffigen Schmiede auch verbessert werden.

Das Crafting ist nun jederzeit möglich. Ein Foto-Modus wurde hinzugefügt, um eure Abenteuer als Screenshots festzuhalten. Es gibt viele Monster, welche nach einem Sieg bereitbar sind, um an verborgene Stellen in der Welt zu gelangen. Als letzte Neuerung sind die neuen Party-Events zu nennen wodurch ihr eure Mitstreiter besser kennen lernt.

Im Fotomodus können wir die Charaktere in Pose stellen.

Der Lichtbringer

Natürlich wollen wir euch nicht spoilern, doch ganz ohne Hintergrundinfo zur Story geht es auch nicht. Zu Beginn erwartet euch ein gemütlicher Prolog. Wir wohnen einem fröhlichen Treiben in der Stadt Eschenburg bei. Der Himmel verdunkelt sich und eine finstere Aura legt sich über das Land. Es kommt wie es kommen musste und die Stadt wird von Monster angegriffen, bis alles in Schutt und Asche liegt. Die Königin versucht mit uns im Korb zu fliehen, doch wir landen letztendlich in einem Fluss auf dem wir hinfort treiben. Natürlich kann das noch nicht das Ende sein und wir werden von einem älteren Herren gefunden.

Der übermachtige Gegner auf dem Gipfel.

Mehrere Jahre sind vergangen und wir starten in unser Abenteuer. Als junger Mann ist es unsere Aufgabe mit unserer Kindheitsfreundin Sandra einen Berg in der Nähe unseres Heimatdorfes Kieslingen zu erklimmen. Denn durch dieses Ritual wird man zum Erwachsenen. Begleitet werden wir hierbei durch ihren Hund Bella, der die Route ohnehin schon kennt. Leider gestaltet sich der Weg hinauf auf den Berg schwieriger als gedacht. Auf wundersame Weise stellen sich uns immer wieder Gegner in den Weg, die wir in rundenbasierten Kämpfen ausschalten müssen. Nach diversen Kletter- und Balanciereinlagen kommen wir letztendlich am Gipfel des Berges an und Sandra wird direkt von einem Ungetüm attackiert.  Daraufhin beginnt das ungewöhnliche Mal auf unserer Hand zu leuchten und schlägt den Widersacher in die Flucht. Wie sich herausstellt sind wir der Lichtbringer.

Der Stadtkern von Heliodor.

Auf Anraten unserer Ziehmutter und des Bürgermeisters machen wir uns auf den Weg nach Heliodor, um den König zum Lichtbringerdasein zu befragen. Ab jetzt geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Wir werden sofort festgenommen, da wir als Vorbote des Bösen gelten. Im Kerker lernen wir Erik kennen und der Dieb wird zu unserem ersten Gefährten mit dem wir alsbald auf spektakuläre Art und Weise fliehen.

Der FInale Sprung mit Erik an unserer Seite.

Klassische Kämpfe

Zu einem Rollenspiel gehört neben der Story natürlich auch das Kampfsystem. So werden die Mitstreiter entweder von der CPU gesteuert, in dem ihr ihnen Befehle wie beispielsweise „Wunden heilen“, „keine MP verwenden“ oder „Variantenreich kämpfen“ erteilen. Andererseits könnt ihr als Taktik auch Befehlen folgen geben, dies hat zur Folge, dass ihr volle Kontrolle habt und jeden der Helden uneingeschränkt nutzbar wird. Dadurch kämpft man taktischer und intuitiver. Klassisch für Dragon Quest, wie auch die meisten anderen JRPG’s ist der rundenbasierte Kampf. So hat jeder Teilnehmer eines Kampfes pro Runde einmal die Chance anzugreifen, die Reihenfolge wird hierbei durch das Attribut Flinkheit bestimmt.

Eine kleine Gruppe von Feinden.

An einem Kampf nehmen vier eurer Gruppenmmitglieder teil. Eure Party könnt ihr im Menü Aufstellung festlegen. Alle anderen Mitstreiter bekommen aber trotzdem Erfahrungspunkte und leveln mit, was sich als sehr vorteilhaft und einsteigerfreundlich erweist. Befindet ihr euch in einem Kampf hat jeder Charakter verschiedene Handlungsoptionen, so kann er einfach angreifen oder sich verteidigen, um den Schaden zu mindern. Weiterhin haben die Protagonisten diverse Zauber zur Verfügung, die man mit Magiepunkten nutzen kann. Selbiges gilt auch für deren Fähigkeiten, welche stärkere Angriffe sind. Selbstverständlich könnt ihr auch Gegenstände nutzen, so könnt ihr euch heilen ohne MP zu nutzen oder euch einen Buff auferlegen.

Erleidet ein Mitstreiter gewisse Strapazen, wie Schaden oder ähnliches, wird er gestärkt und eine blaue Aura umgibt ihn. Hierdurch werden seine Attribute erhöht und ihr erhaltet die Chance sogenannte Koop-Kräfte zu nutzen. Die Koop-Kräfte sind extra starke Fähigkeiten, mit denen ihr verheerenden Schaden anrichtet. Nutzt ihr sie müssen die passenden Mitstreiter gekräftigt sein. Stellenweise müsst ihr dafür auch mehrere Kämpfer stärken. So sind für die Koop-Kraft „Das Tier in mir“, der namenlose Held, Erik und Serena zu kräftigen.

Ein signifikannter Unterschied zwischen dem 3D- und 2D-Modus sind die Begegnungen. So sind diese im 3D Modus gezielt auslösbar. Durch einen Hieb mit eurem Schwert, wählt ihr den Gegner und verursacht schon Schaden bevor der Kampf beginnt. Im späteren Verlauf nutzt man die Einhand-Armbrust, um gezielt weit entfernte Gegner anzulocken. Spielt ihr den 2D-Modus sind alle Begegnungen zufällig, was auf Dauer lästig werden kann.

Ein weiterer übermächtiger Gegner.

Charakterentwicklung

Auch das Anpassen der Charaktere darf in einem Rollenspiel nicht zu kurz kommen. Natürlich erhalten wir Erfahrungspunkte welche uns zu gewissen Zeitpunkten aufsteigen lassen. Steigt ein Charakter im Level auf erhält dieser verschiedene Zauber oder Fähigkeiten automatisch. Aber auch Talentpunkte werden gesammelt, um die Charaktere nochmals anzupassen. Mit diesen individualisiert beziehungsweise spezialisiert ihr die Helden. Der namenlose Held kann zum Beispiel zwischen Einhand- oder Zweihandschwert wählen. Mit den ausgewählten Kacheln werden dann Effekte wie extra Schaden oder aber auch weitere Fähigkeiten freigeschaltet.

Jeder Charakter hat einen eigenen Skilltree.

Ausrüsten dürft ihr die Kämpfer ebenfalls. So könnt ihr einfach Ausrüstung in den jeweiligen Shops erwerben und diese anlegen, oder ihr nutzt die pfiffige Schmiede. Die pfiffige Schmiede ist eure mobile Craftingwerkstatt. Mit ihr könnt ihr allerhand Dinge herstellen. Einzige Voraussetzung stellt natürlich das Vorhandensein der benötigten Materialien dar. Außerdem verbessert ihr dort eure Ausrüstung auf einen Wert von bis zu +3.

In Städten findet ihr Händler.

Wanderlust

Selbstverständlich reist man in Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edtion auch in der  Spielwelt umher. Allerdings haben wir keine Open World, sondern offene Instanzen. In diesen finden wir eine Gegnervielfalt wie wir sie in dieser Form nur selten zu Gesicht bekommen. Die Areale sind sehr schlauchförmig aufgebaut, bieten aber genug Platz um erkundet zu werden. Das wird auch mit Truhen oder Craftingmaterial belohnt. Auch auf einem Pferd ist es möglich zu reisen und die Gebiete zu erforschen, das Pferd ruft ihr mit einer Glocke in den Instanzen. Im weiteren Spielverlauf habt ihr auch ein mobiles Glöckchen um das Rufen zu erleichtern. Stellenweise tauchen glitzernde Gegner auf, bezwingt ihr diese im Kampf, sind sie als Mount nutzbar. Dadurch sind weitere Gebiete in den Arealen erreichbar, in die ihr sonst nicht gelangen könnt. Auch ein Teleportationszauber steht euch ab einem gewissen Fortschritt zur Verfügung. Mit diesem könnt ihr sogar zu Lagerplätzen reisen und direkt in einem Gebiet landen.

Wieherrlich – ein Pferd!

Optik und Performance

Die Erwartungen was die Grafik angeht waren bei der Switchversion nicht gerade gering. Auf der PS4 machte DQ11 optisch nämlich einiges her. Doch der Titel macht auch auf der Nintendo Konsole einen gelungenen Eindruck. Lediglich die Texturen in der Ferne sind eher verschwommen ausgefallen und nicht so scharf wie bei der letztjährigen PS4-Variante. Beim Thema Performance waren wir auch äußerst zufrieden, nur selten gab es Framerateeinbrüche, sodass ihr das Abenteuer auch auf der Hybridkonsole vollends genießen könnt. Sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus kommt das liebevolle Design sehr gut zum Tragen und zieht euch nach kurzer Spielzeit in seinen Bann.

Der Hintergrund wirkt unscharf.

Fazit:

Uns hat Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition sehr viel Freude bereitet. Square-Enix ist hier einer der besten Nintendo Switch Ports gelungen, der zudem noch deutlich mehr Features als das Original bietet. Das Rollenspiel ist einer der besten Genrevertreter der letzten Jahre und mausert sich so zu einem echten Must-Have auf der Nintendo-Konsole. NatüAwardrlich muss man eine Affinität für JRPG’s mit rundenbasierten Kämpfen besitzen, um vollends in das liebevolle Abenteuer eintauchen zu können, doch an so vielen Stellen versetzte uns der Titel einfach nur ins staunen. Wenn uns nicht gerade ein wunderschönes Areal den Atem raubte, war es der unterhaltsame Storyplott oder ein Kampf gegen einen mächtigen Obermotz. Nicht selten haben wir uns dabei erwischt als wir uns über einen neuen Gegner freuten, denn die Vielfalt ist enorm. Ebenfalls hat uns das Charakterdesign aller Protagonisten als auch NPC’s überzeugen können, wodurch das liebevolle Design der Spielwelt nochmals unterstrichen wird. Grafisch kommt die Portierung natürlich nicht an die Qualitäten der PS4-Version heran. Dieses Manko wird allerdings mit den vielen sinnvollen Neuerungen und dem coolen 2D-Modus definitiv ausgeglichen.


Nintendo Deutschland hat uns für die Anfertigung des Testberichtes mit einem Exemplar des Spieles ausgestattet.

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