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DOOM Eternal im Test

Vor einiger Zeit wurde der Doom Slayer von Bethesda mit DOOM Eternal in die nächste Runde geschickt. Der Shooter erschien für die PlayStation 4, Xbox One, wie auch dem PC und soll klassisch fetzige DOOM-Action mit modernen Shoot ’n‘ Jump-Elementen verbinden. Garniert wird dies zusätzlich noch mit einem für die Reihe neuartigen asymmetrischen Multiplayer, bei welchem ein Spieler in die Rolle des Slayers schlüpft und den Kampf gegen zwei Dämonen aufnimmt. Wie sich die Splatter-Action auf der Xbox One X gespielt hat und was sich hinter dem ungewöhnlichen Multiplayer alles verbirgt, verraten wir euch in unserem höllischen Test!


DOOM Eternal: Der Aufmuckversuch eines Erzengels!

Man muss vorweg nehmen, dass das Gameplay bei DOOM Eternal definitiv im Vordergrund steht. Dennoch kommt der neueste Teil der Reihe anders als seine Vorgänger mit einer deutlich ausgeklügelten Story daher und lässt euch dieses Mal viel mehr in die Geschichte eures Avatars eintauchen. So spielt ihr dieses Mal nicht nur einen durch die Hölle schlachtenden Avatar, sondern bekommt einen Charakter mit richtiger Backstory spendiert. Abseits davon fällt die gut 20-stündige Kampagne recht simpel aus: Ein Oberbösewicht, in diesem Fall der Erzengel Khan Makyr, bedroht gemeinsam mit seinen drei Höllenpriestern und einer Vielzahl von Dämonen die Menschheit. Folglich liegt es jetzt natürlich an euch, beziehungsweise in den Händen eures Alter Egos die Ausgeburten der Hölle auf blutigste Art und Weise dorthin zu schicken, wo sie hergekommen sind.

DOOM Eternal
Im Laufe der Story werdet ihr immer wieder verschiedene Schauplätze bereisen! ©Bethesda

Wiederverwertung nach Doom-ischer Art

Das Gameplay fällt im Vergleich dazu deutlich weniger banal aus. Ganz im Gegenteil, viel mehr weiß DOOM Eternal mit interessanten Kniffen und einer serientypischen Packung flotter Splatter-Action zu glänzen. Wer zum Beispiel darauf aus ist alles bedenkenlos über den Haufen zu ballern, der könnte recht schnell ins Gras beißen. Nur, wer seine Gegner mit Bedacht die Lichter ausknipst wird mit Erfolg gekrönt sein. Mitunter liegt dies an der ganz besonderen Ressourcenbeschaffung. Während sich andere Spiele der Reihe oder auch des Genres damit zufriedengeben euch Ammo-/Health-Packs entgegen zu werfen, müsst ihr bei DOOM Eternal dämonisches Recycling betreiben, indem ihr eure Feinde auf eine ganz bestimmte Art und Weise über den Jordan schickt. Weglaufen ist keine Option, wenn ihr eure Vorräte aufstocken wollt. Stattdessen solltet ihr die Kettensäge durch den Brustkorb einer Höllenbrut jagen um Munition zu bekommen oder den praktischen Flammenwerfer nutzen, wenn eure Rüstung den Geist aufgibt.

DOOM Eternal
Mit der Kettensäge im Anschlag können wir ganz schnell unsere Vorräte wieder auffüllen ©Bethesda

Dabei können wir euch versichern: Die Gewaltdarstellung gleicht ungefähr einem kunterbunten Regenbogenland, auf welchem farbenfrohe Einhörner über die grünen Wiesen ziehen und… ach nein, wartet, das war ein anderes Spiel. Lassen wir dieses Tohuwabohu! DOOM Eternal orientiert sich viel mehr an der Grillplatte eures Balkanrestaurants des Vertrauens. Nur mit deutlich weniger Grill und einer erheblichen Menge mehr Blut. Wer also ein Problem mit herausstehenden Knochen hat, die unser Slayer gerne mal zum Aufspießen anderer Körperteile verwendet oder anderweitig nicht gut mit dem roten Lebenselixier eines Lebewesens zurechtkommt, für den könnte der Shooter möglicherweise etwas zu hart sein. In der Regel wissen Spieler der Reihe aber genau auf was sie sich einlassen und was sollen wir sagen?


Mit Schwert und Schießeisen

Genau das bekommt ihr! Ebenso wie ein gewaltiges Waffenarsenal. Dieses reicht vom obligatorischen BFG, über explosive Raketenwerfer bis hin zum mächtigen Schwert Schmelztiegel. Zudem lassen sich die einzelnen Waffen mit jeweils zwei Aufsätzen noch weiter optimieren. Und wäre das nicht genug, dürft ihr besagte Waffen-Upgrades ebenso noch mal aufwerten. Ein Fest also für alle Waffen-Tuner da draußen! Zusätzlich kommen dann noch Perks für euren Anzug dazu, die ihr ebenfalls aufmotzen dürft. Folglich führt ihr zum Beispiel einen Glory-Kill, also eine Art ausführbaren Finisher sobald der Feind genügend geschwächt wurde, schneller aus oder erfreut euch nach erfolgreicher Ausführung eines solchen an einem praktischen Geschwindigkeitsboost.

DOOM Eternal
Das Crucible ist eine mächtige Waffe in DOOM Eternal, verbraucht allerdings auch Munition und muss sich eine Zeit lang wieder aufladen. ©Bethesda

Genauso hat man auch bei der Gegnervielfalt im Vergleich zum Vorgänger noch weitere Höllenkäfige geöffnet. Jeder Gegner hat dabei seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. Diese gilt es logischerweise erst mal zu erkennen und sich im Anschluss eine passende Strategie zu überlegen. Den mit Flammenwerfern bestückten Mancubus sollte man zum Beispiel auf Distanz halten, während man die Agilität schnellerer Gegnerarten lieber erst mal mit einer Eisgranate eindämmt. Und wäre das zu allem Überfluss nicht schon genug, tauchen die verschiedenen Typen natürlich nicht nur einzeln auf. Das ist aber keinesfalls schlecht, ganz im Gegenteil: Dadurch entsteht eine ungeahnte Dynamik und man spielt sich regelmäßig in eine Art Flow.


Super Doom Bros

Aber DOOM Eternal zeichnet sich nicht nur durch seine flotte Action und einem enormen Repertoire an Waffen aus, auch der Levelaufbau weiß zu überzeugen. Immer wieder glänzen die einzelnen Abschnitte dank knackiger Sprung und Kletterpassagen. Shooter und Jump ’n‘ Run geben sich hier auf beeindruckende Art und Weise die Klinke in die Hand und fusionieren Quasi zu einer Art Shoot ’n‘ Jump. Selten haben sich solche Passagen bei einem Shooter so geschmeidig angefühlt, wie es bei DOOM Eternal der Fall ist. Ihr habt dank der intuitiven Steuerung die volle Kontrolle. Egal ob ihr Abgründe mit Doppelsprüngen überwindet, gegnerischen Projektilen mit Dashes ausweicht oder wie Lara Croft von Stange zu Stange schwingt.

DOOM Eternal
Blut und Gewalt stehen bei DOOM Eternal an der Tagesordnung. ©Bethesda

Reichlich Collectables wurden dazu auch noch in den Levels verstreut und warten nur darauf von euch gefunden zu werden. Manche davon offenbaren interessante Hintergrundinformationen, schalten klassische Cheatcodes wie Unendlich Munition/Extraleben frei oder sorgen als kleinere Easter Eggs, zum Beispiel Sammelfiguren, regelmäßig für Schmunzler. 


Multiplayer im neuen Gewand

Wenngleich euch der Singleplayer zu lasch ist oder ihr ihn einfach durchgespielt habt, könnt ihr euch in asymmetrischen Zwei-gegen-Eins-Schlachten gegeneinander messen. Hier übernimmt ein Spieler die Rolle des Doomguys, während die anderen beiden in dämonische Gewänder schlüpfen. Die Grundregel ist denkbar einfach: Das Team, welches am Ende noch steht, gewinnt. Einzig der Slayer muss darauf achten, dass er nach dem Ableben eines Kontrahenten nur 20 Sekunden Zeit hat, um dem anderen Gegenspieler auch noch die Lichter auszuknipsen. Schafft er das nicht, darf der gefallene Matschkopf wieder auferstehen und erneut auf die Jagd gehen.

DOOM Eternal
Jede Gegnerart will auf eine ganz eigene Art bekämpft werden. ©Bethesda

Damit nicht genug gibt es auch hier einzelne Dämonenklassen mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten. Außerdem ist es als Dämon möglich niedere Artgenossen zu erschaffen. Diese sollen dem Doomguy logischerweise gehörig auf die Pelle rücken. Dieser hingegen kann mit ihnen seine Ressourcen wieder aufstocken. Absprache ist aus dämonischer Sicht das A und O für den Erfolg. Seid ihr nicht gut aufeinander eingespielt oder versucht nicht wenigstens euch irgendwie miteinander zu arrangieren, werdet ihr euch vermutlich schneller durch die Kettensäge zweigeteilt wiederfinden als euch lieb ist.


Was geht mit der Technik?

Insgesamt kann sich der Shooter auf jeder Plattform durchaus zeigen. Zumindest auf der Xbox One X, wo wir DOOM Eternal getestet haben, lief der Shooter butterweich in stabilen 60 FPS über die Flimmerkiste. Mit dem richtigen Bildschirm sind dann sogar noch 1800p (hochgesampelt auf 2160p) und HDR möglich. Doch auch bei der etwas schwächeren PlayStation 4 Pro und den deutlich unterlegenen Basismodellen beider Konsolen sollen die 60 FPS zu Lasten einer Auflösungsreduktion auf 1440p (PS4 Pro) bzw. 1080p (PS4/XO/XO S) geliefert werden. Der brachiale und atmosphärisch stimmige Soundtrack begleitet die Metzelei ungeachtet dessen hervorragend und krönt DOOM Eternal abschließend zu einem höllischen Meisterwerk!

DOOM Eternal
Mit verschiedenen Waffen haltet ihr euch die gehörnten Matschköpfe vom Leib. ©Bethesda

Fazit: Award

DOOM Eternal hat in unserem Test einen hervorragenden bleibenden Eindruck hinterlassen. Facettenreiche Shooter-Action trifft hier auf geschickt eingebaute Jump ’n‘ Run-Elemente! Das Gameplay funktioniert dabei großartig und lässt so gut wie keinen Makel zu. Egal was ihr macht, egal welche Bewegung ihr ausführt – jeder Schritt ist nachvollziehbar und ihr habt stets die volle Kontrolle über eure Aktionen.

Einzig im Mehrspieler-Modus und in der Inszenierung hätte der Titel etwas abwechslungsreicher ausfallen können.

Wenn man aber darüber hinwegsehen kann, bietet DOOM Eternal gepaart mit seinem einzigartigen DOOM-Feeling und seinem schallenden Soundtrack ein absolutes Fest für jeden Fan der Reihe.


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