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Discord – Nur ein Trend oder etablierte Sprachsoftware für Gamer?

Bevor man mit dem Gaming so richtig loslegen kann, muss man so einige Voraussetzungen erfüllen. Eine wichtige Grundlage ist natürlich das richtige Setup, doch das alleine reicht noch nicht aus. Ein zentraler Aspekt ist nämlich die Kommunikation in den meisten Spielen. Genau an dieser Stelle kommen die Sprachsoftwares ins Spiel. In dem Bereich hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan, denn über die Zeit hinweg wurden viele verschiedene Softwares genutzt. Besonders Discord gilt aktuell als beliebteste Sprachsoftware unter Gamern. Handelt es sich dabei nur um einen Trend, oder konnte Discord sich schon als unanfechtbarer Vertreter der Kommunikation bei Gamern durchsetzen? Und was hat das ganze Thema mit dem E-Sport zu tun?

 

Bildquelle: commons.wikimedia.org

Überblick über Sprachsoftwares

Das Gaming wurde Anfang der 2000er langsam auch im Internet beliebter, da mehr und mehr Multiplayerspiele verfügbar wurden. Als es damit losging, war lange Zeit die Software Skype hoch beliebt. Skype wurde schon 2003 veröffentlicht und wurde damals zum wichtigsten Medium für Kommunikation unter Gamern. Doch die Monopolstellung des Programms wurde von Anfang an von alternativen Programmen in Frage gestellt. Besonders die Entwicklung von Teamspeak war ein wichtiger Schritt in der Geschichte des Online Gamings. Die Software nutzte weniger Internetbandbreite und war somit mehr fürs Spielen optimiert, während Skype als generelles Programm für Internetgespräche gedacht war. Teamspeak hat über die Jahre hinweg ebenfalls Verbesserungen erlebt und wurde lange Zeit als bestes Programm fürs Gaming gehandelt. Neben Skype und Discord gibt es mit Mumble oder auch Ventrilo andere Alternativen. Diese Programme erzeugten anfangs zwar einen großen Hype, konnten sich aber nie wirklich durchsetzen. Als Discord 2015 veröffentlicht wurde, waren viele Gamer zwar neugierig, aber das Programm konnte sich noch nicht komplett durchsetzen. Doch Discord blieb hartnäckig und hat sich seitdem zum größten Konkurrenten von Teamspeak entwickelt. Immer mehr Gamer mögen zwar wechseln, doch immerhin nutzen 55,64 % der Gamestar-Community noch Teamspeak, im Vergleich zu 33,08 % Discord-Nutzern. Daher stellt sich auch die Frage, was Discord so besonders macht und welche Faktoren das Programm ganz nach oben katapultiert haben.

E-Sport als wichtiger Faktor

Die E-Sport-Branche kann als ein wichtiger Träger der Spieleindustrie verstanden werden. Zwar wird weiterhin heiß debattiert, ob man E-Sport überhaupt als Sportart bezeichnen könnte, doch der Trend geht deutlich in die Richtung den elektronischen Sport als Sportart zu betrachten, zumal das Profispielen ziemliche physische und psychische Anstrengungen mit sich bringt. Die größere Anerkennung kann auch mit dem wachsenden Interesse erklärt werden. Alleine bei der Dreamhack 2018 in Leipzig wurde ein neuer Besucherrekord von 18.500 Besuchern aufgestellt. Doch besonders ist es der kommerzielle Aspekt, dem der Aufstieg zu verdanken ist. Die E-Sport-Branche generiert Millionensummen an Preisgeldern und Löhnen. Sogar in den noch nicht allzu großen E-Sport-Spielen wie Rocket League verdienen Profispieler schon bis zu 6000 Euro pro Monat. Auch Discord hat die Wichtigkeit des E-Sports erkannt und sponsert verschiedene Teams, wie zum Beispiel das Starcraft-Profiteam Liquid Academy oder auch Cloud 9, welche in verschiedenen Spielen vertreten sind. Sponsoring im E-Sport haben auch Unternehmen aus anderen Branchen wie Monster Energy als lukrative Möglichkeit erkannt. Damit vertritt das Unternehmen eine ähnliche Strategie wie Red Bull, welche ebenfalls stark in verschiedenen Sportarten investiert haben. Branchentechnisch näher am E-Sport ist allerdings der Anbieter Betway, welcher durch das Sportwettengeschäft Interesse an dem elektronischen Wettbewerb hat. Das große Investment von Unternehmen steigert die Bekanntheit des E-Sports somit nur noch weiter, eine Tatsache, von der Discord stark profitieren kann.

© Pexels

Vorteile von Discord

Wie Teamspeak auch nutzt Discord nur wenig Ressourcen, um effektiv laufen zu können. Dennoch hat die Software einige weitere Vorteile. Während man bei Teamspeak Server mieten musste, kann man bei Discord kostenlose Server erstellen oder sich auch privat anrufen. Hinzu kommt die Social-Media-Komponente von Discord. Nutzer können sich gegenseitig adden und sind damit in einer Freundschaftliste miteinander verbunden. Man hat damit auch die Möglichkeit zu schauen auf welchen gemeinsamen Servern man mit seinen Freunden ist und kann diese auch einfach auf Server einladen. Obwohl die wichtigsten Funktionen frei verfügbar sind, gibt es mit Discord Nitro auch eine Premiumfunktion, die mit interessanten Extra-Features daherkommt. Dazu zählt es zum Beispiel auch Dateien im größeren Datenumfang miteinander teilen zu können. Bedenkt man die innovativen Neuerungen von Discord und die Tatsache, dass das Programm sehr stark mit dem E-Sport verbunden ist, kann man davon ausgehen, dass es sich nicht nur um einen kurzzeitigen Trend handeln wird.

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