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Tests Xbox One

Descenders Review

Man kann es kaum anders sagen, doch die Klassifizierung „Game Preview“ scheint zu einem neumodischen Stilmittel der Entwickler geworden zu sein, um ihr Spiel schnellstmöglich auf den Markt zu bringen. Dementsprechend wurden zum Beispiel schon Titel wie PixARK, PUBG oder ASTRONEER veröffentlicht. Diesem Schicksal muss sich schließlich auch Descenders stellen und wurde vor einigen „Tagen“ in einer Vorabversion (24,99 EUR) im Xbox Store auf den Markt geworfen. Ob Entwickler RageSquid mit Descenders dem längst tot geglaubten Downhill-Genre neues Leben einhaucht, verraten wir euch anhand unseres Reviews!

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Eine Story dürft ihr nicht erwarten

Eines kann man direkt vorweg sagen: Descenders lässt dem Spieler eine ganze Menge Freiheiten. So viel Freiheit, dass der Titel ganz ohne Kampagne oder Story-Modus auskommt. Zu Beginn des Spiels, werdet ihr mithilfe eines kurzen Tutorials mit der Steuerung und den einzelnen Spielelemente mehr oder weniger vertraut gemacht. Anschließend findet ihr euch auf einem Plateau wieder, wo ihr ein wenig mit eurem Mountainbike herumfahren könnt und die erlernten Steuerung verinnerlicht oder euren Fahrer mit unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten, wie neue Bikes oder Kleidungsstücken, individualisiert.

Funfact: Fahrt ihr zu weit von der „Basis“ weg, schleudert euch eine unsichtbare Wand wie eine Kanonenkugel aus dem „Sattel“.

Habt ihr schließlich genug davon ohne jeglichen Sinn über das Plateau zu fahren, könnt ihr per Knopfdruck an einer sogenannten „Session“ teilnehmen. Hier verbirgt sich neben der grandiosen Optik und dem schmetternden Soundtrack auch eine der größten Stärken des Downhill-Spiels. Kurzum ist nämlich jeder gestartete Durchgang anders, als der vorherige. Mit anderen Worten werden die einzelnen Abfahrten zufallsgeneriert, wodurch ihr ein immer wechselndes Spielerlebnis habt. Bei jedem Spieldurchlauf dürft ihr eine Route auswählen, bevor am Ende jeder Route das Boss-Level auf euch wartet. Ist die herausfordernde letzte Stufe schließlich geschafft, dürft ihr euch auf ein neues Gebiet, wie beispielsweise einem dichten Wald oder verschneiten Bergen, freuen. Die einzelnen Stationen sind dabei mit kurzen Beschreibungen, wie die Steilheit oder der Häufigkeit der Sprungschanzen klassifiziert.

Descenders
Die Umgebungen können sich definitiv sehen lassen.

Atemberaubende Freiheit!

Desweiteren verfügt ihr zu Beginn eines Durchlaufs über drei Leben. Zwar verliert ihr diese, sobald euer Fahrer stürzt, im Gegenzug könnt ihr weitere Leben dadurch gewinnen, indem ihr während der Fahrt verschiedene Herausforderungen abschließt. Demnach verlangt man zum Beispiel von euch während der momentanen Stage eine bestimmte Anzahl von Tricks zu zeigen. Dabei steht es euch frei auf der Strecke zu bleiben oder abseits der Strecke zu fahren. Obwohl man euch für das Fahren außerhalb der Streckenbegrenzungen nicht bestraft, müsst ihr stattdessen mit verschiedenen Hindernissen wie Heuballen oder Ruinen rechnen und könnt zudem keine Checkpoints durchfahren. Manchmal geht das Spiel sogar soweit, aufgrund einem Mangel von Sprungschanzen, dass es euch für das Abschließen der Herausforderungen zwingt die Strecke zu verlassen.

Descenders
In der Luft könnt ihr mit eindrucksvollen Tricks Punkte sammeln.

Steuerung mit Optimierungsbedarf

Doch vollkommen egal ob ihr zwischen den Streckenbegrenzungen oder in der Weltgeschichte herumfahrt, eines kann man zu jederzeit festhalten: Descenders sieht für eine Game-Preview einfach atemberaubend gut aus! Es gibt Rennspiele, da merkt der Spieler nicht mal, dass er mit 200 km/h über die Strecke heizt, bei Descenders hingegen erwartet euch ein fantastisches Geschwindigkeitsgefühl, welches euch selbst bei 50 km/h ein rasantes Spielerlebnis vermittelt und zu jeder Zeit flüssig über die Bildschirme flimmert.

Tipp: Ein noch besseres Spielerlebnis erwartet euch, wenn ihr den „hässlichen“ Motion Blur-Effekt in den Einstellungen deaktiviert und in der Ego-Perspektive spielt.

Auch die Geräuschkulisse kann sich zu jederzeit hören lassen. Neben einem passenden und flotten Soundtrack, hört ihr neben verschiedenen Umgebungsgeräuschen auch noch verschiedene Verhaltensmuster eures Bikes, wie das Rasseln der Fahrradkette.

Descenders
Auf eurem wartet das ein oder andere Hindernis auf euch.

Demgegenüber ist die Steuerung nicht ganz so gut gelungen. Neben der Möglichkeit mit der rechten Schultertaste in die Pedalen zu treten, könnt ihr wie bei der Trials-Reihe euer Gewicht auf die beiden Reifen verlagern. Dadurch könnt ihr das Vorderrad nach oben reißen, sogenannte Bunny-Hops vollführen oder während eines Sprungs verschiedene Tricks anwenden. Außerdem lassen sich durch den Einsatz des rechten Analogsticks „Power-Slides“ ausführen, welche euch engere Kurven schlagen lassen. Leider fühlt sich die Steuerung alles in allem zu schwammig an, weswegen sich gerade des letztgenannte Manövers nicht immer optimal timen lässt.


Redundante Online-Funktionen

Wer sich einen umfangreichen Mehrspieler-Modus erhofft, der wird mit Descenders wohl eher enttäuscht sein. Natürlich wäre es durchaus vielversprechend gewesen, sich mit Freunden auf der Piste zu messen oder einfach mit ihnen durch die Landschaften zu fahren, stattdessen dürft ihr lediglich zwischen drei verschiedenen Teams wählen, welche aber keine Auswirkungen auf euer Fahrverhalten haben. Anschließend gilt es einzig darum, für eure Gruppe Punkte zu sammeln und sich einen Platz in einer Highscore-Liste zu erspielen.

Descenders
Nach den ersten paar Durchläufen müsst ihr euch für eines von drei Teams entscheiden.

Fazit:

Mit Descenders beweist Entwickler RageSquid auf eindrucksvolle Art und Weise, dass das Downhill-Genre nicht tot ist. Dabei besticht der Titel durch ein hohes Maß an Freiheit und sieht zudem noch wirklich atemberaubend aus. Einzig der etwas magere Umfang (auf die Langzeitmotivation betrachtet), die rudimentären Online-Funktionen, wie auch die schwammige Steuerung schmälern die ansonsten gelungene Game Preview ein wenig.

Ihr habt Bock auf Downhill und setzt den Fokus nicht auf Online-Mehrspieler? Dann solltet ihr euch Descenders auf jeden Fall mal anschauen.


 

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