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Call of Duty: Black Ops 4 im Test

Mit Call of Duty: Black Ops 4 schickt Treyarch den nunmehr vierten Teil der beliebten Black OpsReihe ins Rennen. Bei vielen Fans gilt die Serie, neben Modern Warfare, als Spitze der Call of Duty-Nahrungskette. Versprach doch gerade der flotte und actionreiche Multiplayer, garniert von einer hochwertig inszenierten Solo-Kampagne mit Starbesetzung, einiges an Spielspaß. Auf letzteres müssen Solisten dieses Mal allerdings verzichten, dafür bekommen Mehrspieler mit dem Modus Blackout das unserer Meinung aktuell beste Battle Royale-Erlebnis serviert.  Was euch schließlich noch alles erwartet und wie die einzelnen Spielmodi bei uns abgeschnitten haben, verraten wir euch im nachstehenden Test!


Call of Duty: Black Ops 4: Blackout – ein neuer Scheriff ist in der Stadt!

Fallen wir direkt mit der Tür ins Haus und durchleuchten mit dem Blackout-Modus das Herzstück von Black Ops 4. Es handelt sich hierbei um ein Battle Royale, welchen man alleine, im Duo oder als vierköpfiges Team bestreitet. Das Ziel des Spiels ist simpel: Bis zu 100 Leute landen auf einer Insel, sammeln Ausrüstung und es gewinnt der Spieler oder das Team, welches noch als letztes übrig ist. Um die Vielzahl der Spieler immer weiter in die Enge zu treiben, wird das Spielfeld mit zunehmender Spieldauer immer kleiner.

100 Spieler auf der Karte, bei Battle Royale ist jede runde anders.

Wie in der Einleitung schon angedeutet, scheint der Titel hier, im Vergleich anderer Vertreter des Genres, einiges richtig zu machen. So nutzt man zum Beispiel das realistische Setting von PlayerUnknown’s Battlegrounds (PUBG), fügt eine zugängliche Steuerung à la Fortnite hinzu und setzt dem ganzen schließlich mit den hauseigenen Bewegungsabläufen, wie auch einem überragenden Verhalten der Waffen schließlich die Krone auf.


Blackout profitiert durch das flotte Gameplay der Reihe

Call of Duty: Black Ops 4
Bei Blackout ist jede Runde anders. Mal sind wir über Minuten für uns alleine und im nächsten Match setzen wir uns gleich von Beginn an mit einem Helikopter auseinander.

Krepelt sich euer Charakter bei PUBG beim Hinaufklettern eines Vorsprungs förmlich ab, springt ihr bei Black Ops 4 ganz smooth über Mauern, erklimmt kleinere Häuser oder stürzt euch wie Batman von höheren Ebenen und landet dank Wingsuit sicher auf dem Boden. Diese Dynamik, gepaart mit dem technisch einwandfreien Spielerlebnis, steht Call of Duty: Black Ops 4 verdammt gut zu Gesicht! 

Das flotte gameplay spielt sich auch bei blackout hervorragend.

Bei der Ballistik der Waffen scheint man sich erstmalig an Counterstrike zu orientieren. Wird euer Fadenkreuz bei Fortnite mit jedem Schuss immer größer, wodurch jedes darauffolgende Projektil innerhalb dieses Radius zufällig einschlägt, habt ihr bei Black Ops 4 die Chance auch mit Dauerfeuer eure Kugeln ins Ziel zu bringen, sofern ihr es schafft den Rückstoß der Waffe zu kontrollieren. Im Grunde genommen kann man also durchaus behaupten, dass sich Blackout an den Stärken seiner Mitbewerber bedient, aber die Schwächen zum Glück nicht übernimmt.


Blackout: Von Hubschraubern bis Zombies

Call of Duty: Black Ops 4
Fahrzeuge sind ebenfalls mit von der Partie.

Fahrzeuge sind übrigens ebenfalls mit von der Partie. Dazu zählen Boote, Quads und Transporter, für den Luftraum gibt es außerdem noch Hubschrauber an verschiedenen Plätzen der Karte. Die Map an sich ist bestückt mit Schauplätzen älterer Ableger der Black Ops-Reihe. So erhält beispielsweise Nuketown seinen Ehrenplatz als kleine seperate Insel und zwei große geräumige Anwesen oder ein Schießstand sind ebenfalls am Start.

In Gebieten mit Zombies wartet meistens gute beute auf euch.

Hinzukommen noch die berüchtigten Zombies, welche Blackout einen ganz persönlichen Touch verleihen.  An verschiedenen Orten, angezeigt durch einen blauen Strahl, der in den Himmel ragt, werden spezielle Kiste erscheinen. Die sogenannten Mystery-Boxes bringen in den meisten Fällen ziemlich gute Beute, wie die seltene Paladin oder eine Rüstung der dritten Stufe, mit sich. Der Clou dabei: Ihr müsst erst die ganzen laufenden Toten in dem Gebiet ein weiteres Mal sterben lassen, damit die Kiste plünderbar ist.


Blackout: Perks, Perks, Perks!

Call of Duty: Black Ops 4
Die Schauplätze reichen vom schaurigen Friedhof, bis zum luxuriösen Anwesen.

Versorgungskisten werden ebenfalls regelmäßig per Flugzeug abgeworfen. Hier erwartet euch ebenfalls die ein oder andere Besonderheit. Demnach kann es zum Beispiel sein, dass ihr innerhalb einer solchen Kiste – oder auch in den Taschen niedergestreckter Feinde – einen Signatur-Gegenstand von einem der unterschiedlichen Black Ops-Figuren findet. Besitzt ihr eines dieser Gegenstände, müsst ihr bestimmte Anforderungen erfüllen und werden am Ende des Matches mit dem jeweiligen Charakter belohnt. Beispielsweise gilt es für Firebreak einen Gegner mit Flammen zu töten und das Match abzuschließen, für hingegen Prophet sollt ihr das Battle Royale sogar gewinnen und drei Perks benutzt haben. 

Viele spielbare Charaktere lassen sich freischalten.

Die Extras (Perks), welche man schon aus dem normalen Online-Modus kennt, liegen frei herum und warten darauf aufgesammelt zu werden. Diese verbessern euch für einen kurzen Moment. Zum Beispiel lässt der Perk Eisenlunge euch länger tauchen, Totenstille macht eure Schritte leiser und Techniker markiert Fahrzeuge in der Umgebung.

Kritisch zu betrachten sind allerdings die freischaltbaren Emotes. Anders gesagt, ist es beispielsweise möglich, sich mit einem Emote hinter eine Ecke zu stellen, das Spiel wechselt in die Third-Person-Ansicht und ihr späht dadurch ganz einfach um die Deckung herum. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass Treyarch bereits angekündigt hat, sich um dieses Problem zu kümmern.


Zwei neue Modi im Multiplayer

Der normale Multiplayer hingegen zeigt sich wie gewohnt. Neben standardmäßigen Modi wie Team-Deathmatch, Herrschaft oder Suchen und Zerstören, werden mit Überfall und Kontrolle neue Spielvarianten angeboten. Ähnlich wie bei Counterstrike startet ihr bei Überfall mit einem bestimmten Geldbetrag und müsst euch nach und nach die Ausrüstung kaufen. Wiedereinstiege wie im Team-Deathmatch sucht man hier vergebens. Ziel des Spiels ist es entweder das gegnerische Team auszuschalten oder einen Geldkoffer in der Mitte der Karte zu bergen und in einer bestimmte Zone abzuliefern. 

Black Ops 4 erfindet das Rad nicht neu, sondern setzt den Fokus auf die Optimierung bereits vorhandene Spielelemente.

Beim Modus Kontrolle sieht das ganze Spektakel rein von den Leben her ähnlich limitiert aus. Jedes Team besitzt einen Lebenspool von 30 Leben, auf welche jeder Spieler zurückgreift und das Ziel ist über eine bestimmte Anzahl von Runden zwei Punkte zu halten, beziehungsweise einzunehmen. 


Alte Stärken werden weiter ausgebaut

Call of Duty: Black Ops 4
Multiplayer wie gehabt: Level um Level steigt ihr auf, schaltet neue Aufsätze und Waffen frei, bis ihr schließlich irgendwann die Prestige-Ränge erreicht.

Oberflächlich punktet Black Ops 4 hier nicht mit ungeahnter Innovation, sondern befasst sich mit altbekanntem und poliert dieses kräftig auf. Auch die Spezialisten, wie man sie beispielsweise aus dem direkten Vorgänger kannte, sind in einer überarbeiteten Form mit von der Partie. Dadurch kratzt der Shooter ein wenig an dem Untergenre der Helden-Shooter, wie Overwatch oder Paladins, und verleiht dem ganzen eine zusätzliche taktische Komponente. Jeder Charakter verfügt nämlich über spezielle Ausrüstung und Fähigkeiten. Frontmann Ruin zum Beispiel kann mit seinem Kletterhaken große Distanzen hinter sich lassen und entfesselt einen mächtigen Slam, sobald er seine beiden Schwerkraftstachel in den Boden rammt. Revolverheldin Seraph hingegen greift auf mobile Einstiegspunkte zurück und nimmt ihre Feinde über eine kurze Zeit mit einem tödlichen Revolver (Annihilator) aufs Korn. 

Bemängeln lässt sich nur das Matchmaking und die unglücklich verteilten, ziemlich offenen, Spawnpunkte. Oft weiß man in der Lobby schon von vornherein, dass man einfach keine Chance haben wird.


Specialist HQ eher umfangreiches Tutorial, als wirkliche Kampagne

Call of Duty: Black Ops 4
Einige Spezialisten aus dem direkten Vorgänger sind ebenfalls wieder dabei.

Eigentlich kaum nennenswert, aber für Einzelgänger vielleicht doch interessant, ist das sogenannte Specialist HQ. Hier versucht Treyarch die nicht vorhandene Kampagne zu verschleiern. Spoiler: Das gelingt nicht! Oberflächlich betrachtet handelt es sich viel mehr um ein umfangreiches Tutorial, welches mit einer kleinen Geschichte verbunden ist. Die zehn Spezialisten, bekannt aus dem Multiplayer und dem Vorgänger, wurden von der Billionärin Savannah Mason angeheuert. Den Mason-Clan dürften eingefleischte Fans der Reihe noch im Gedächtnis liegen. Mussten die Mitglieder der Familie doch schon in Black Ops 1 und als Protagonisten herhalten. Jedoch hat das für die Handlung des neuesten Ablegers kaum Relevanz.

Solisten schauen aufgrund fehlender echter kampagne in die Röhre.

Kurz gefasst geht es in dem zwei bis drei stündigen Tutorial um den Tod von Savannahs Schwester Jessica. Ihr spielt also nicht nur Bot-Matches, um die Mechaniken der einzelnen Figuren kennenzulernen, sondern bekommt auch ein paar Hintergrundinformationen über Ruin und Co. spendiert. Kurzum ist die Geschichte aber leider etwas wirr erzählt und schafft es zu keinem Punkt an die filmreifen Präsentationen der Vorgänger heranreichen.


Noch mehr Zombies!

Natürlich darf bei einem Call of Duty der obligatorische Zombie-Modus nicht fehlen. Im neuesten Ableger der Reihe erscheint dieser sogar noch deutlich umfangreicher, als jemals zuvor. Man merkt deutlich, dass der Modus den Status des netten „Gimmicks“ verlassen hat und bereits eine fest etablierte Spielvariante der Reihe ist.

Call of Duty: Black Ops 4
Was wäre heutzutage ein Call of Duty ohne seine obligatorischen Zombies?

Bisher stehen euch drei , mit Season Pass vier, Karten zur Verfügung, welche unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können. Mal nehmt ihr es auf der Karte IX mit Gladiatoren und wilden Tigern auf, kämpft gegen infizierte Passagiere der Titanic kurz nach dem Zusammenprall mit dem Eisberg oder versucht euch einen Weg aus der Gefängnisinsel Alcatraz zu schlagen. Letztere ist übrigens ein Remake von Mob of the Dead, bekannt aus älteren Black Ops-Ablegern. Wieder gilt es so viele Zombie-Wellen wir möglich über den Jordan zu schicken und dabei verschiedene Easter Eggs freizuspielen. Erfreulich ist zudem die Erweiterung um einen zugänglichen Anfänger-Modus (ihr habt von Beginn an mehr Leben) oder dem Rush-Moduswelcher als klassischer Horde-Modus fungiert.

Der Zombie-Modus war noch nie so umfangreich.

Im laufenden Spiel gibt es ebenfalls die ein oder andere Neuerung. So wählt ihr zum Beispiel zu Beginn einer Runde zwischen verschiedenen Klassen aus, welche mit verschiedenen Spezialfähigkeiten daherkommen. Wenn ihr im Spieldurchgang eine Leiste gefüllt habt, könnt ihr so einen mächtigen Kriegshammer herbeirufen, schlagt mit einem Schlangenschwert um euch oder werft scharfe Chakrams durch die Reihen der Untoten. Perks sind ebenfalls auf den Karten kaufbar und vorher eingestellte Elixiere verbessern euch über einen gewissen Zeitraum, sobald ihr diese per Steuerkreuz schluckt.


Technisch in Ordnung

Technisch bewegt sich Call of Duty: Black Ops 4 auf gutem Niveau. Zwar wirkt der Titel grafisch etwas altbacken und vielleicht auch etwas in die Jahre gekommen, dafür glänzt er aber mit abwechslungsreichen Karten, einem durchweg flüssigen Spielerlebnis, wie auch detaillierten Charaktermodellen und Level. Die Akustik geht ebenfalls ohne jeden Zweifel in Ordnung. Schritte lassen sich punktgenau ausmachen, der Soundtrack ist zu jeder Zeit stimmig und die Waffengeräusche machen ebenfalls ihren Job.


Fazit: Award

Jeder Fan der Reihe und/oder mit Battle-Royale etwas anfangen kann, sollte mindestens ein Auge auf Trearch’s neuestes Meisterwerk werfen. Black Ops macht vieles richtig und nur ziemlich wenig falsch. Obwohl es zwar keine richtige Kampagne gibt und das Specialist HQ diese Tatsache eher schlecht als recht retuschiert, ist es vor allem der Blackout-Modus, welcher uns komplett überrascht hat. Die ganze Dynamik, das flotte Gameplay und die neuen Ideen machen das ganze, trotz kleinerer Bugs und dem Ärgernis mit den Emotes, schließlich zu dem bis dato rundesten Battle Royale-Erlebnis.

Auch der normale Multiplayer und das Scharmützel gegen die Zombies hinterlässt einen durchweg überzeugenden Eindruck. Lediglich am Matchmaking und der Verteilung der Wiedereinstiegspunkte sollte Treyarch gegebenenfalls noch mal nachbessern.


 

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