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Bus Simulator 21 im Test

Anfang September erschien mit dem Bus Simulator 21 der neuste Ableger der Nahverkehrs-Simulation. Einmal mehr obliegt es im Bus Simulator 21 euch, den städtischen Nahverkehr zu managen, selbst originalgetreue Busse zu steuern und damit den Menschen den Alltag einfacher und umweltbewusster zu gestalten. Ob alles fahrplanmäßig läuft, oder ob selbst die deutsche Bahn besser ist als diese Busse, lest ihr hier, in unserem Test.


Das will der Bus Simulator 21 bieten

Auf zwei verschiedenen Maps, eine davon eher amerikanisch, die andere europäisch geprägt, will der Bus Simulator 21 euch wie bereits erwähnt alle Geschicke eines Busunternehmens im städtischen Linienbetrieb überlassen. Hierbei werden wirklich alle Aufgaben an euch abgegeben. Vom Management, über die Linienplanung und das Design der Busse, bis hin zum Fahren und zur Kontrolle der Fahrkarten.

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Hierzu stehen euch 30 lizenzierte original Busse von MAN, Benz, Setra und vielen weiteren namhaften Herstellern zur Verfügung. Darunter als große Neuerung beworben auch ein Doppeldecker und ein Elektrobus, also die Zukunft des Personennahverkehrs, wie auf der offiziellen Website zum Spiel zu lesen ist. Weshalb dann nur einer? Gut, zugegeben: Zur Ausgabe 2021 des Bus Simulator passt dieses Verhältnis wohl schon, wenn wir mal auf unsere Straßen blicken.


Aller Anfang ist schwer

Wer den Bus Simulator 21 als ersten Teil der Serie auserkoren hat, einmal einen Bus selbst zu steuern, der wird hier nicht schlecht staunen. Einen realistischen Eindruck davon, wie es ist Gefährte mit Überlänge durch Straßenschluchten zu manövrieren vermittelt der Bus Simulator 21 durchaus. Schön ist auch: Dabei dürfen etliche Knöpfe direkt am Armaturenbrett, per Schnelltaste auf dem Controller oder via Radialmenü bedient werden. Jedem Spieler ganz dass, was er sich wünscht. Dennoch kann all das auch leicht überfordern, wenn man neu im Bus sitzt. Da hilft ein gut gestaltetes Tutorial die ersten Schritte im Bus Simulator 21 sicherer zu nehmen. Außerdem lassen sich diverse Funktionen automatisieren. Sodass beispielsweise der Bus automatisch abgesenkt wird, wenn ihr die Türen öffnet. Das nimmt die Simulation etwas zurück, erleichtert aber den Einstieg für alle. So optional haben die Entwickler sich merklich Gedanken gemacht.

So gut wie dieser Busbahnhof im Hochglanz Pressematerial sieht der Bus Simulator 21 zumindest auf der Xbox leider nur selten oder nie aus.

Stadtleben im Bus Simulator 21

Dies gilt wohl auch für das Design der Städte. Größtenteils waren wir mit der getesteten Xbox Series X Version auf der amerikanischen Karte unterwegs. Die ist grundlegend abwechslungsreich und besteht aus verschiedenen Abschnitten, welche verschiedene Gegebenheiten gut veranschaulichen. Vom Stadtzentrum über Küstenstraßen bis hin zu Vororten ist alles repräsentiert, was im ÖPNV angefahren werden will. Auch Verkehr ist vorhanden und stellt sich immerhin besser an als in manch anderen Simulatoren. Lediglich die demonstrativ langsame Geschwindigkeit, der teils sehr überaltert wirkenden Bevölkerung zu Fuß im Bus Simulator 21 ist etwas übertrieben eingesetzt.

Bus Simulator 21
Wirklich löblich ist die Vielseitigkeit der Karte. Hier Chinatown auf der amerikanisch greprägten Map.

Und dennoch mussten wir im Test erstmal überprüfen, ob hier wirklich die NextGen Version auf unserer SSD schlummert. Klar, eine meist flüssige Darstellung ist Programm. Es gibt tatsächlich auch merkliche Licht- und Schatteneffekte und dergleichen. Dennoch sehen viele Assets eher aus, als seien sie längst vergangener Gaming Tage entnommen. Beispielsweise die Rückleuchten in der optionalen Außenansicht der Busse weiß nicht zu gefallen, wie sie unnatürlich auf den Asphalt fällt. Auch die Autos der NPCs sehen eher zweckmäßig als Up To Date aus. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Und selbst die Häuserfassaden halten einem zweiten, genaueren Blick, kaum Stand. Lediglich die Darstellung der Busse im Innenraum ist zweckmäßig gut, was einer Simulation natürlich sehr hilft. Dies gilt übrigens auch für die Sounds der Busse. Zwar liegt unser Wissen eher bei Spielen, als bei Bussen, wir hatten aber zu jeder Zeit das Gefühl genau im angegebenen Bus zu stecken. Lob hierfür.


Ein roter Faden – Der beim Bus Simulator 21 kaputt ist, wenn mehrere spielen

Für einen roten Faden, vor allem auch für Neulinge, sorgen Quests. Die lenken durch das Spiel, wenn ihr nicht gerade im Freifahrt Modus anfangt. Funktionen lernt ihr so nach und nach kennen. Das ist gut gelöst. Selbiges gilt übrigens nicht zwangsläufig für die Funktionen selbst. Denn Linien entwerft ihr nach einem einfachen Prinzip: Bushaltestellen bieten ein Passagierangebot (Leute wollen abfahren) oder eine Passagiernachfrage (Leute wollen hier hin). Eine gute Buslinie ist ausgeglichen. Leider ist aber nirgends so richtig hinterlegt, wo die Passagiere genau hinwollen. Der Bus Simulator 21 ist immerhin die dritte Auflage der Reihe. Ein besseres, klareres Passagiermanagement wie beispielsweise „Morgens wollen die Leute aus den Vororten in der Innenstadt im Büro ankommen und abends eher zurück“ hätten wir uns gewünscht.

Bus Simulator 21
Eines der neuen Features ist ein flexibles Wettersystem.

Über solche Mängel wollten wir uns durch gemeinsames Spielen hinwegtrösten. Denn der Bus Simulator 21 bietet Co-Op Gameplay für bis zu vier Spieler in einer Kampagne. Da gibt es sogar konsolenuntypisch weitreichende Einstellungen dafür, was welcher Spieler genau darf. Vom einfachen Aushilfsfahrer bis zum Miteigentümer ist da vieles möglich. Die erwähnten erklärenden Quests aber, die kann jeweils nur einer erfüllen. Und so kommt es, dass Kollege Lars vermutlich auch heute noch nicht weiß, wie eine Linie erstellt wird. Letztendlich verfolgt dann meist einer das Missionsziel, während der Andere sich eben irgendwie beschäftigt.


Linie 1 Endet wegen Störungen im Betriebsablauf früher – Technische Mängel

Technische Mängel gibt es leider auch zu beklagen. Diese betreffen sowohl das Gameplay als solches, als auch das gemeinsame spielen. Denn bis zum ersten Update bewegte sich manches Lenkrad im Cockpit nach rechts, wenn ihr links gelenkt habt und anders herum. Wie ein Spiel so veröffentlicht werden kann, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Immerhin redet man hier nicht von einem Fehler, der vielleicht erst unter Last und realen Bedingungen richtig auffällt. Es hätte lediglich einmal einer vor Release einen Bus steuern und dabei lenken müssen.

Bus Simulator 21
Juhu, wir sind aus dem Bus gebuggt und haben ein GIF erstellt!

Auf der Co-Op Seite kann man durchaus gnädiger urteilen, störend ist der Zustand des Spiels dennoch. Wollte ich bei meinem geschätzten Kollegen die Schwarzfahrer enttarnen (was faktisch nicht nötig ist: Die Kollegen jammern ziemlich unrealistisch im ganzen Bus hörbar, dass ihre Fahrkarte ja in der anderen Hose ist), flog ich bei Gelenkbussen stets aus dem geschlossenen Fahrzeug. Und so endete unsere gemeinsame Fahrt in Summe der Probleme einige Haltestellen früher, als gedacht.


Gute Ansätze – Schlecht entwickelt

Und so lässt sich bei vielen Dingen schlussendlich immer wieder sagen: „Cool, dass es das gibt“ oder „Toll, dass das gehen sollte“. Letzten Endes ist aber nur wenig wirklich zu Ende gedacht. Manches konnte man vermutlich nur nicht weiter in die Tiefe entwickeln, weil man eben alles andere auch noch im Spiel haben wollte. Anderes wäre vermutlich mit einer Verschiebung zum Release wesentlich besser gelaufen.

Schön: Das Cockpit. Weniger schön (selbst im offiziellen Bildmaterial hier): Die Grafik der Fahrzeuge, die kein Bus sind.

Und sonst so? Was wir für die Zukunft erwarten

Insgesamt dürfte für Simulationsfreunde dann, wenn die technischen Mängel behoben sind, noch ein solides, aber keinesfalls ein sehr gutes, Spiel bleiben. Denn in den guten Momenten kann man durchaus Spaß haben. So lange, bis die immer gleiche Voiceline aus dem Fahrgastraum einen daran erinnert, dass man noch immer Bus Simulator 21 spielt. Und wenn mir persönlich nur noch ein Fahrgast bei der Kartenkontrolle auch das Foto seiner Katze zeigen will, dann werde ich von der nächsten Klippe fahren.

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