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Burnout Paradise Remastered Review

Nach fast einem Jahrzehnt Wartezeit kehrt die Burnout-Reihe mit Burnout Paradise Remastered zurück auf die Bildfläche. Wie es der Spieltitel schon impliziert erwartet euch hierbei allerdings kein neuer Teil der beliebten Arcade-Raserei, sondern ein optisch aufgemotztes Remaster der PS3- und Xbox 360-Version. Ob sich ein erneuter Ausflug nach Paradise City lohnt, verraten wir euch in unserem Testbericht zur Neuauflage.

Auf nach Paradise City! Burnout ist zurück.

Welcome to Paradise City

Mit Burnout Paradise beschritt Entwickler Criterion innovative Pfade und war der Konkurrenz damals einen Schritt voraus. Während vorangegangene Burnout-Spiele und Konkurrenzprodukte auf streng linearen Rennstrecken vertrauten, schickte euch Paradise in eine riesige freibefahrene Stadt, an der jeder Ecke eine neue Herausforderung auf euch wartet. Dementsprechend offen gestaltete sich auch der Spiel- und Rennverlauf. In den Renn-Events gibt euch das Spiel nur einen fixen Start- und Zielpunkt vor, sodass ihr euch eure eigene Route zusammenstellen könnt, um als Erster das Ziel zu erreichen. Genauso offen wie der Rennverlauf, gestaltet sich auch das Regelwerk von Burnout. Wer hier lieb und brav auf seiner Spur fährt und kein Risiko eingeht, wird von der Konkurrenz sprichwörtlich geschrottet. Wer die Burnout-Reihe kennt, weiß, dass hier normale Rennspiel-Konventionen auf den Kopf gestellt werden und das Recht des Stärkeren gilt.

Die Neuauflage Burnout Paradise Remastered stellt dabei das Komplettpaket des Originalspiels mit allen veröffentlichten Zusatzinhalten in Form der Zusatzboliden und der „Big Surf Island“-Erweiterung dar. Für gut vierzig Euro bekommt ihr mit der Remaster-Variante ein kleines Umfangsmonster, dass euch mit zahlreichen Herausforderungen, Events und Karossen lange bei der Stange halten kann. Kenner werden allerdings enttäuscht sein, dass es neben dem leichten optischen Facelift keine nennenswerten Neuerungen gibt.

Alle Inhalte an Bord: Auch ein paar verrücktere Karossen wie dieser Hot-Rod sind dabei.

Burnout Paradise: Action am laufenden Band

Damit ihr euch auch direkt ins Getümmel stürzen könnt, fackelt Burnout Paradise Remastered nicht lange und platziert euch nach einer kurzen Unterweisung zu Spielbeginn am Steuer eures Boliden, mit dem ihr fortan die Metropole erkunden könnt. Events und Herausforderungen findet ihr im Spiel quasi an jeder Ecke. An Ampelkreuzzungen müsst ihr Gas und Bremse gleichzeitig gedrückt halten, um ein Event zu aktivieren. Die Events sind vielfältig und reichen von Rennen mit bis zu acht Teilnehmern, über Trick-Events, Crash-Herausforderungen bis hin zu Eliminations-Rennen. Gerade in den letzteren geht mächtig die Post ab, denn hier müsst ihr immer eine bestimmte Anzahl an Widersachern ausschalten. An Abwechslung mangelt es Burnout Paradise Remastered auch heute nicht. Mit gewonnenen Events, erarbeitet ihr euch eine immer bessere Lizenz, mit der ihr wiederrumg neue Karossen und damit auch den Zugang zu weiteren Events erarbeitet. Übrigens: Bei Burnout Paradise Remastered zählt letztlich tatsächlich nur der Sieg. Wer Zweiter wird, bekommt nicht einmal einen Blumentopf und muss sich erneut am Event versuchen. Leider gibt es an dieser Stelle allerdings keinen Schnell-Neustart, sodass ihr erst wieder zum Startpunkt zurückfahren müsst.

Burnout Paradise Remastered – Trailer:

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Das spielerische Grundgerüst von Burnout Paradise mag simpel sein, macht aber nach wie vor eine Menge Spaß. Letztlich geht es in dem Racer ausschließlich um den puren Spielspaß ohne viel Tam-Tam. Nebenbeschäftigungen wie das Tuning der Karossen oder einen Storymodus sucht ihr hier vergeblich. Burnout Paradise besticht auch heute noch mit seinem gelungen Gameplay. Die Autos lassen sich perfekt um die Kurven lenken und gekonnt mit einem gezielten Bremsmanöver in einen Drift versetzen. Das Geschwindigkeitsgefühl ist grandios und die actionreichen Auseinandersetzungen mit der Konkurrenz lassen den Puls in die Höhe schnellen. Natürlich darf bei einem Arcade-Racer auch eine Boost-Funktion nicht fehlen. Euren „Turbo“ ladet ihr serientypisch durch riskante Fahrmanöver und abgedrängte Widersacher auf.

Autsch: Manchmal endet ihr mit zu viel Risiko auch auf dem Schrottplatz.

Suchtgefahr mit Kratzern im Lack

Durch das sehr motivierende und vor allem eingängige Gameplay und die kurzweiligen Events entwickelt Burnout Paradise Remastered schnell ein gewisses Suchtpotenzial. Immer wieder erwischt man sich dabei, dass man doch noch einmal an einer Kreuzung anhält, um an einem Event teilzunehmen. Nichtsdestotrotz ist in Burnout Paradise nicht alles Gold was glänzt. Hier und da merkt man auch an der Remaster-Version den Zahn der Zeit, der einige Mängel offenlegt. So haben die Entwickler davon abgesehen dem Titel mehr Komfort zu spendieren. Wegpunkte lassen sich auf der Karte nicht setzen und auch der Fahrzeugwechsel fällt unnötig kompliziert aus, da dieser nur an vier Schrottplätzen in der gesamten Stadt möglich ist.

Auch bei der K.I. gibt es ein paar Kritikpunkte. Entweder agiert diese auf den Strecken viel zu lasch und lässt euch von einem Sieg zum nächsten davoneilen oder dreht plötzlich komplett auf und leistet unerbitterliche Gegenwehr und nutzt jede vorhandene Abkürzung. Ein gutes Mittelmaß aus beiden Extremen, wäre hier vermutlich die bessere Wahl gewesen.

Technisch ist Burnout Paradise Remastered ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite könnt ihr Paradise City nun in 4K bei butterweichen 60 Bildern pro Sekunde genießen. Auf der anderen Seite sieht man dem Titel aber auch eindeutig seine Wurzeln an, da die Location etwas unbelebt wirkt und die Abwechslung in der Umgebung gerade zu aktuellen Open-World-Rennspielen wie der Forza Horizon-Serie deutlich abfällt. Geschmackssache ist der wuchtige Soundtrack, den EA mit allerhand prominenter Tracks und Bands unterlegt hat, die hauptsächlich aus dem Rock-Bereich stammen und die flotte Rennaction passend untermalen. Alles in allem sieht Burnout Paradise Remastered trotz dieser Einschränkungen noch immer gut aus, kann allerdings keinerlei Wow-Effekte erzeugen.

Solide aber kein Überflieger. Optisch reißt uns die Remastered-Variante nicht vom Hocker.

Abseits der Pfade

Neben den vielen Herausforderungen und Events im Spiel, lohnt es sich Paradise City auch auf eigene Faust ein bisschen zu erkunden. Überall lauern kleinere Aufgaben wie zerstörbare Werbebanner oder Sprungschanzen auf denen ihr Supersprünge und Tricks vollführen könnt. Dadurch lohnt es sich auch mal Abseits der Pfade unterwegs zu sein und Paradise City in all seinen Facetten zu entdecken. Allein die rund achtzig Fahrzeuge auszuprobieren ist eine wahre Freude. Wobei vor allem die Toy-Cars und Motorräder einiges an Spielspaß liefern.

Einen Online-Spielmodus bietet die Remastered-Variante von Burnout Paradise natürlich auch. Hier können bis zu acht Teilnehmer gemeinsam durch die Stadt heizen und sich bei den diversen Events messen.


Fazit:

AwardWer Burnout Paradise noch von der PlayStation 3 oder Xbox 360 kennt, weiß was ihn mit der „Remastered“ Version erwartet. Dank aller zusätzlicher Inhalte, wird euch hier ein äußerst umfangreicher Arcade-Racer geboten, der dank des eingängigen Gameplays sofort in Fleisch und Blut übergeht. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich mir persönlich lieber ein Remake von Burnout 2: Point of Impact gewünscht hatte, da dies der für mich beste Teil der Serie ist. Die offenen Rennen sind mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack und hier hätte ich mir auch ein paar traditionellere Renn-Events gewünscht. Nichtsdestotrotz macht Burnout Paradise auch noch heute gut zehn Jahre nach dem ursprünglichen Release viel Spaß, auch wenn man dem Rennspiel trotz Facelift sein Alter an vielen Stellen ansieht. Aufgrund mangelnder Alternativen ist Burnout Paradise Remastered für jeden Freund von Arcade-Racern einen Blick wert, da wohl auch in nächster Zeit kein neuer Serienteil zu erwarten ist.


Philipps Fazit:

AwardBurnout Paradise ging damals tatsächlich an mir vorbei. Ich habe den Arcade-Racer zwar mal kurz angespielt, kam aber irgendwie nie dazu, ausgiebig die Straßen von Paradise City unsicher zu machen. Weiß der Geier warum. Meine Güte macht das Laune!

Auch zehn Jahre später hat Burnout Nichts von seiner Faszination eingebüßt und kann es auch heute noch problemlos mit einem Großteil der Arcade-Rennspiele aufnehmen. Die Grafik präsentiert sich hübscher, weist aber mittlerweile deutliche Alterserscheinungen auf. Auf der PS4 Pro sieht es in 4K allerdings hervorragend aus. Doch besonders das erstklassige Geschwindigkeitsgefühl, die coolen Takedowns und der geniale Soundtrack sind auch heute noch über jeden Zweifel erhaben.

Was mich etwas stört ist vor allem, dass die Steuerung quasi nicht erklärt wird. Klar sagt einem Burnout Paradise Remastered, welcher Knopf den Boost freischaltet. Aber wie man die Crash-Kreuzungen aktiviert oder wo die Handbremse zu finden ist, muss man selbst herausfinden. Auch die Anzeigen der richtigen Straße erfolgen etwas zu spät, vor allem wenn ich in schnellen Karren unterwegs bin, verpasse ich nicht selten die Abzweigung. Etwas schade ist zudem, dass nahezu alle Events an denselben paar Locations enden und vor allem, dass es keinen wirklichen Fortschritt mehr gibt (immerhin sind bereits alle Wagen von Beginn an freigeschaltet). Aber das ist Meckern auf enorm hohem Niveau.

Burnout Paradise Remastered ist, trotz seines Alters, der beste Arcade-Racer seit Jahren und ein absolutes Fest für Rennspielfans. Mit seinem enormen Umfang bietet der Titel unzählige Stunden Spielspaß und darauf kommt es doch an.


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