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Switch Tests

Brawlout Review

Mit Brawlout aus dem Hause Angry Mob Games erschien vor kurzem ein neuer zweidimensionaler Mehrspieler-Brawler für die Nintendo Switch. Mit bis zu vier Leuten gebt ihr euch auf unterschiedlichen Level in bester Super Smash Bros.-Manier auf die Mütze und versucht eure Gegenspieler dabei von der Plattform zu befördern. Ob sich der Titel dabei als echte Alternative zu Super Smash Bros. entpuppt, zeigt unser Testbericht!

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Let’s Brawl!

Eines vorweg, einen richtigen Story-Modus sucht ihr bei Brawlout vergeblich. Neben dem standardmäßigen Arcade-Modus, erwartet euch zusätzlich noch das „Schnelle Spiel“ sowie ein lokaler- und Online-Mehrspieler.

Der Arcade-Modus unterteilt sich dabei in drei Schwierigkeitsgrade. Hier gilt es zehn Kämpfe in Folge zu gewinnen.  Innerhalb eines Matches müsst ihr den Gegner dreimal aus der Arena zu befördern, doch Vorsicht, wenn ihr hingegen aus der Arena katapultiert werdet, büßt ihr ebenso eines der drei kostbaren Leben ein. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bestimmen zusätzlich noch, wie viele Gegner sich euch in den Weg stellen. Während ihr euch demnach auf der einfachsten Stufe einem Duell stellt, erwarten euch auf dem mittleren- und schweren Schwierigkeitsgrad ein Handicap von zwei-, beziehungsweise drei Kontrahenten. Für jeden Charakter wird dabei eine kleine rudimentäre Geschichte erzählt, der Fokus von Brawlout liegt aber eindeutig auf dem Mehrspieler-Modus.

Zusätzlich erwartet euch noch ein Tutorial, welches euch die Steuerung näher bringt. 

Brawlout
Ein packendes Duell: Gastcharaktere Drifter und Juan treffen aufeinander!

Prozente sammeln

Bei Brawlout gibt es eine vergleichsweise ungewöhnliche Lebensanzeige, wie man sie schon aus Nintendos Pendant kennt. Der Zustand eines Kämpfers wird durch Prozente angezeigt, welche ihr durch erfolgreiche Angriffe in die Höhe treibt. Umso höher die Prozente eines Spielers, desto weiter fliegt die Spielfigur bei einem schweren Treffer. Neben normalen Schlägen und Tritten, stehen euch für jeden Charakter auch noch drei bis vier Spezialfähigkeiten, wie auch aufladbare Angriffe zur Verfügung. Anders als bei Super Smash Bros., könnt ihr bei Brawlout nicht blocken, sondern bedient euch lediglich einem Ausweichmanöver. 

Brawlout
Während des Kampfes gilt es die Prozente des Gegners ordentlich nach oben zu treiben.

Zusätzlich füllt sich mit jedem ausgeteilten oder eingesteckten Treffer die sogenannte „Rage-Leiste“, die es euch ermöglicht durch das Drücken der Schultertasten einen Wut-Zustand freizusetzen. In diesem Zustand macht ihr mehr Schaden, schleudert die Gegner weiter weg und könnt euch aus Combos befreien.


KI-Gegner sind mir zu langweilig!

Wie schon erwähnt, stellt der Mehrspieler definitiv das Herzstück des Spiels dar. Neben der Möglichkeit lokal gegen drei Freunde an einem Bildschirm anzutreten, erlaubt es euch Brawlout zudem noch packende Kämpfe online zu bestreiten. Im Online-Modus dürft ihr wahlweise an kompetitiven Duellen teilnehmen oder erstellt einen Raum für euch und drei weitere Freunde. Für zusätzliche Abwechslung sorgen verschiedene Modifikationen (übrigens auch lokal)wie beispielsweise das Bilden von Teams. Umgangssprachliche „Lags“ dämpfen den Spielspaß online leider gewaltig, weil diese sogut wie in jedem Kampf auftreten.

Brawlout
Bei mehreren Spielern kann man schon ein wenig die Übersicht verlieren.

Ernüchternder Kader

Grob betrachtet stehen euch als Spieler acht verschiedene Kämpfer zu Verfügung. Erweitert wird das Roster auf der Nintendo Switch zudem durch Juan aus Guacamelee!. Zwar fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass noch weitere Brawler freischaltbar sind, jedoch unterscheiden sich diese von den acht Basis-Kämpfern nur geringfügig. Lediglich der Name und das Aussehen des Brawlers sind verschieden. Mit anderen Worten bedeutet das, dass der Acolyte beispielsweise das Gleiche Moveset wie der Hüne Olaf hat und die Dryade Natu’ra sich ganz offensichtlich an der Fähigkeitspalette der flinken Wüstenkatze Sephi’ra bedient.

Brawlout
Die Charaktere kommen mit unterschiedlichen Angriffen daher.

Innerhalb des achtköpfigen Hauptkaders spielen sich die einzelnen Figuren aber gänzlich unterschiedlich. Dennoch sieht man auch hier die Parallelen zu Super Smash Bros.. Juan agiert demnach ähnlich wie ein Captain Falcon, der Drifter schnetzelt sich leichtfüßig wie Marth oder Lucina durch die Arena, während der vierarmige Frosch Paco den Gegner auf den Rücken nimmt und sich wie Donkey Kong in den Abgrund stürzt – kennt man! Zudem stehen euch zu Beginn NUR drei Stages zur Verfügung, was nicht unbedingt für eine kämpferische Abwechslung spricht.


Piñatas als Lootboxen!

Wer jetzt panisch aufschreit, keine Sorge, zumindest zum Zeitpunkt unserer Testversion gab es keine Möglichkeit, diese mit Echtgeld zu erwerben. Demgegenüber ist uns aber auch nicht bekannt, ob es eine weitere Möglichkeit gibt neue Brawler und andere kosmetische Gegenstände außerhalb dieser Beutekisten freizuschalten. Somit gilt es quer durch die Spielmodi und mit dem Absolvieren von Herausforderungen Punkte zu sammeln, um sich von den spielinternen Währungen (Münzen und Diamanten) im Anschluss eine von wahlweise drei unterschiedlichen Piñatas zu gönnen. So enthalten Einhorn-Piñatas auf jeden Fall neue Brawler, andererseits freut ihr euch bei den Standard-Piñatas über all mögliche Anpassungsgegenstände wie neue Arenen oder neue „Sterbeanimationen“. Die Pappmaché-Figuren sind dabei alles andere als billig, weshalb ihr einiges an Spielzeit investieren müsst.

Brawlout
Ordentlich geschockt: Stachelschwein Volt setzt unseren Gegner buchstäblich unter Strom!

Technisch in Ordnung

Obwohl der Online-Modus von Verbindungsproblemen geplagt ist, macht Brawlout ansonsten aus technischer Sicht einen guten Eindruck. Das Spielgeschehen läuft sowohl auf dem Fernseher, als auch im Handheld zu jeder Zeit flüssig und die Animationen stehen den einzelnen Charaktere sehr gut zu Gesicht. Der Soundtrack passt zum Kampfgeschehen und besticht durch flotte Melodien. Die Steuerung vermag zu Beginn ein wenig Eingewöhnung, geht aber nach ein paar Kämpfen leicht von der Hand.

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Ein effektreicher Aufwärtshaken seitens Juan gegen den vierarmigen Frosch Paco.

Fazit:

Mit Brawlout erschien kürzlich eine gute Alternative zu Super Smash Bros. für die Nintendo Switch. Der Mehrspieler steht dabei ganz klar im Fokus. Schnelle Kämpfe, attraktive, wenn auch wenige individuelle, Charakter und einmalige Kampfsituationen stehen dabei eindeutig an der Tagesordnung.

Im Gegensatz dazu bietet Brawlout aber gerade für Solisten, aufgrund des redundanten Modi-Aufgebot schlichtweg zu wenig und die schlechte Performance im Online-Modus dämpft auch den Spielspaß im weltweiten Kampf um die Krone ungemein. Dafür besticht der Titel mit einem grandiosen lokalen Mehrspielermodus, auch wenn das Freischalten aller Sammelobjekte wegen den hohen Preisen der Piñatas ein wenig zäh erscheint.

Alles in Allem handelt es sich bei Brawlout aber um eine anständige Alternative zu Super Smash Brosund dürfte die Wartezeit auf einen richtigen Ableger etwas verkürzen. Unter anderem der Titel 2018 auch noch für PlayStation 4 und Xbox One.


 

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