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Tests Xbox One

Black Desert im Test

Zugegeben, MMORPGs sind auf den Konsolen so rar, wie die epische Beute, welche man üblicherweise in einem solchen bekommt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Steuerung und Koordination erfahrungsgemäß mit Maus und Tastatur einfach besser funktioniert. Nichtsdestotrotz wagt der ein oder andere Entwickler den Sprung auf die Konsolen. So konnte zum Beispiel Final Fantasy XIV oder The Elder Scrolls Online in dem Genre auf der Konsole einen neuen Maßstab setzen.

Jetzt erschien mit Black Desert ein weiteres MMORPG für die Xbox One. Schon auf dem PC punktete der Titel unter anderem durch seine hervorragende Präsentation und einer umfangreichen Charaktererstellung. Ob dies auch auf Xbox One der Fall ist und was euch sonst noch erwartet, klären wir in unserem Test!

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Umfangreicher Charaktereditor mit Tücken

Wie oben angedeutet, wurde Black Desert auf dem PC unteranderem durch den umfangreichen Charaktereditor beworben. Und auch auf der Xbox One wird euch hier einiges an Spielraum geboten. Zwar ist die Steuerung dabei ein wenig kompliziert, dafür dürft ihr so ziemlich jede Körperregion des Charakters individuell anpassen. Gesichtsform, Augen oder Haare, samt Länge, Lockenart und Strähnchen, sind ebenfalls kein Problem.

Das klingt doch alles eigentlich echt gut, wären da nicht zwei Aspekte, welche ein wenig nerven. Folglich sind die einzelnen Klassen an ein bestimmtes Geschlecht gebunden. Wollt ihr also beispielsweise eine Kriegerin oder männlichen Waldläufer spielen, ist das bisher einfach nicht möglich.

Black Desert
Der Charaktereditor gibt euch extrem viele Möglichkeiten.

Weitere Ungereimtheiten gibt es zudem in der Namenswahl. Bevor ihr überhaupt in den Editor kommt, müsst ihr einen Familiennamen für alle eure zukünftig erstellten Charaktere bestimmen. Dieser wird ohnehin schon auf Verfügbarkeit geprüft, was auch vollkommen in Ordnung ist. Was wir aber nicht verstehen: Warum wird nach der Charaktererstellung der Vorname eures Charakters ebenfalls überprüft? Der Name sollte doch schon aufgrund des verifizierten Nachnamens einzigartig genug sein. Gerade Spieler, welche erst später mit dem Spiel anfangen, werden es dadurch umso schwerer haben, ihren Wunschnamen zu bekommen.


Typisches MMORPG-Gameplay

Wenngleich ihr es aber dann geschafft habt einen Namen und das entsprechende Aussehen zu bestimmen, findet ihr euch endlich in der traumhaften Welt von Black Desert wieder. Das Gameplay selbst orientiert sich dabei nach einem typischen MMORPG-Schema. Ihr lauft also im Startgebiet von Quest zu Quest. Sehr hilfreich sind hier Pfeile auf dem Boden, die euch zum jeweiligen Ziel führen.

Gerade die ersten Quests werden dabei als eine Art umfangreiches Tutorials verkauft. Besonders auffallend ist dabei ein Schattenwesen, welches euch nicht nur in das Spiel einführt, sondern auch zu jeder Zeit von euch beschwört werden kann. Mit jener Gestalt führt ihr neue Gespräche oder nehmt unterschiedliche Quests an, sofern welche vorhanden sind. Die Quests sind dabei recht repetitiv, wie es sich eben für das Genre gehört. Beispielsweise müsst ihr also von A nach B laufen, bestimmte Stellen untersuchen oder ganz obligatorisch eine bestimmte Anzahl an Gegner töten.

Black Desert
Trolle, Orks oder Goblins – die klischeehaften Fantasy-Gegner dürfen auch bei Black Desert nicht fehlen!

Das Kampfsystem wurde dabei angemessen auf den Controller übertragen und machte zumindest in unseren Testphasen einen guten und flüssigen Eindruck. Per Knopfdruck führt ihr die verschiedenen Aktionen eurer Klasse aus und könnt sie mit der richtigen Reihenfolge sogar zu verheerenden Kombo-Attacken verketten. Zusätzlich ist es euch möglich auszuweichen, zu springen oder zum schnellen Sprint anzusetzen.


PvP – Hier, da und überall!

Ab Level 40 werdet ihr übrigens für das PVP freigeschaltet. Dieses gestaltet sich im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres bei Black Desert ein wenig anders. Das heißt, dass man hier auf eine Arena oder abgesperrte Schlachtfelder verzichtet. Viel eher könnt ihr auf der ganzen Spielwelt nach anderen Spielern jagen, solltet dabei aber aufpassen: Treibt ihr es zu bunt, habt ihr ganz schnell hochrangige NPCs am Hals.

Black Desert
Praktisch: Ein bläulicher Pfeil gibt euch die Richtung an.

Wo das PvP erstaunlich gut funktioniert und auch auf seine Weise Spaß macht, fällt das Endgame für PvE-Liebhaber dafür umso ernüchternder aus. Sucht ihr bei Black Deserts beispielsweise Aktivitäten wie hochrangige Dungeons oder gar Schlachtzüge, wie man sie zum Beispiel aus World of Warcraft kennt, werdet ihr bitterlich enttäuscht. Allgemein gesagt fällt das Spiel sehr grindlastig aus.


Begleiter und ein gigantisches Sandbox-Feature

Des Weiteren gibt es, neben der typischen Ausrüstung für euren Charakter, auch noch den einen oder anderen Begleiter im Echtgeldshop zu kaufen. Dieser möchte natürlich versorgt und gefüttert werden, kümmert sich dafür aber um das automatische Looten fallengelassener Gegenstände. Darunter fallen beispielsweise verschiedene Rassen von Hunden oder anderen Tieren. Wer es darüber hinaus besonders exotisch mag, lässt sogar ein wenig Echtgeld springen, um einen Pinguin hinter sich herwatscheln zu lassen.

Zusätzlich kommt Black Desert mit einer Sandbox-Funktion daher. Das heißt, dass ihr im Laufe des Spiels immer wieder die Möglichkeit bekommt, die Welt zu verändern. Beispielsweise helft ihr einem von wilden Baumgeistern angegriffenen Händler, welcher euch dafür im Anschluss immer wieder mit Rohstoffen versorgt. Dafür nutzt ihr die leider sehr unübersichtliche – da kommen wir gleich zu – Karte und dürft an bestimmten Punkten, wenn ihr diverse Voraussetzungen erfüllt, eure „Arbeiter“ entsenden.

Black Desert
Auf Magie könnt ihr mit der richtigen Klasse ebenfalls zurückgreifen.

Dadurch ist es möglich, dass ihr neben der Rolle des Helden und Abenteurer, auch gerne mal euer Glück als Händler versuchen solltet. Wollt ihr euch nämlich in Black Desert ein Eigenheim samt teurer Einrichtung leisten, müsst ihr tief in die Tasche greifen. Damit euer Charakter also einen gewissen Wohlstand erlebt, müsst ihr richtig wirtschaften und Marktanalyse betreiben.


 Unübersichtlicher geht es kaum

Doch bis es soweit ist, müsst ihr als Spieler stark sein und durchhalten. Denn für Einsteiger zugänglich ist das MMORPG definitiv nicht. Viel eher ist es ziemlich unübersichtlich und euer HUD kann zu Beginn von verschiedenen Angaben sehr überladen wirken. Selbst das verschachtelte und teilweise auch versteckte Menü bedarf etwas Eingewöhnung. Abstriche gibt es außerdem für die Karte. Nicht nur, dass man oft nicht weiß wo man eigentlich hin muss, auch eine Kartenlegende fehlt völlig. Schnellreisepunkte sucht ihr übrigens ebenfalls vergebens, sodass ihr jeden Weg zu Fuß oder beritten zurücklegen müsst.

Black Desert

Dementgegen kann sich die Optik von Black Desert aber sehen lassen. Wir behaupten sogar, dass es das bisher schönste MMORPG ist, welches seinen Weg auf die Konsole gefunden hat. Es läuft in den meisten Fällen, selbst bei den effektreichen Kämpfen flüssig und die einzelnen Animationen gehen ebenfalls voll in Ordnung. Abzüge gibt es allerdings für den Soundtrack, welcher kaum Variationen beinhaltet und auf Dauer schon fast nervig wird.


Echtgeldshop – Ist das schon Pay2Win?

Als Black Desert seiner Zeit für den PC erschien, stand der Echtgeldshop schon mehrfach in der Kritik der Spieler. So hieß es damals, dass das MMORPG ein Pay2Win-, beziehungsweise ein Pay2Progress-Modell verfolgt. Und leider müssen wir der Spielerschaft hier teilweise recht geben: Die Gegenstände, welche ihr in Black Desert für Echtgeld kaufen könnt, haben nicht nur einen kosmetischen Wert. Dementsprechend erhaltet ihr die treuen Begleiter ausschließlich in dem Shop und das ein oder andere exklusive Rüstungsset ist ebenfalls nur hier erwerbbar. Wir verstehen zwar, dass ein MMORPG irgendwie finanziert werden muss, dennoch hätte es unserer Meinung nach vollkommen ausgereicht, wenn die einzelnen Sachen lediglich kosmetisch gewesen wären. Obwohl man auf der anderen Seite aber auch fairerweise sagen muss, dass man die Kämpfe im Spiel auch schafft, ohne echtes Geld in die „Hand“ zu nehmen.

Black Desert
Der Goblin geht es gleich an den Kragen!

Fazit:

AwardBlack Desert kann sich auch auf der Xbox One dank eindrucksvoller Welt und netten Gameplay-Ideen gelungen debütieren. Verantwortlich dafür ist ein innovatives PvP-Modell ganz ohne Arenen oder Schlachtfelder, ein umfangreicher Charaktereditor und ein in gleichermaßen ausgeklügeltes, wie auch hervorragend umgesetztes Sandbox-Feature.

Auf der anderen Seite fehlt es dem Titel allerdings an Zugänglichkeit. Das liegt hauptsächlich daran, dass einfach unübersichtlich ist, sodass die ein oder andere Spielstunde vergeht, bis man überhaupt erst mal alles begriffen hat. Schade ist außerdem, dass der Fokus im Endgame sehr stark in Richtung PvP gelenkt wird. Ein paar Dungeons oder Raids hätten sicherlich auch Spieler, welche ihre Affinität im PvE haben, an den Bildschirm fesseln können. Den Cash-Shop hätte man ebenfalls ein bisschen fairer gestalten können, indem man sich einzig auf kosmetische Gegenstände beschränkt hätte.


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