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Switch Tests

Animal Crossing: New Horizons im Test

Mit Animal Crossing: New Horizons hat Nintendo den wohl passendsten Titel während der weltweiten Corona-Pandemie veröffentlicht. In der kunterbunten Lebenssimulation schlüpfen Spieler(innen) in eine heile Welt und können sich ein beschauliches Inselleben fernab von Stress, Problemen und Druck aufbauen. Bereits die Vorgänger haben weltweit eine große Fanbasis aufbauen können, die sehnsüchtig auf den neuen Serienteil für die Nintendo Switch gewartet hat. Mit Animal Crossing: New Horizons beweist Nintendo nun eindrucksvoll, dass die beliebte Lebenssimulation auch heute nichts von ihrem unglaublichem Charme eingebüßt hat und zu den absoluten Must-Haves für die Hybridkonsole gehört.


Willkommen im Inselparadies

Für alle, die noch nie ein Spiel der Animal Crossing-Reihe gespielt haben, wollen wir zu Beginn das grundsätzliche Spielprinzip darlegen. Alternativ gibt es hier an dieser Stelle auch unseren Guide für eure wichtigsten Tagesaufgaben im Spiel, mit denen ihr schnell an Sternis und Co. kommt. Animal Crossing: New Horizons schickt euch auf eine kleine, noch unbewohnte Insel. Diese besiedelt ihr mit einer Handvoll weiterer Charaktere und startet so euer virtuelles Leben. Selbiges könnt ihr frei nach Lust und Laune gestalten und dabei nicht nur das Erscheinungsbild des idyllischen Eilands beeinflussen, sondern auch mit den knuffigen Inselbewohnern interagieren und feste (virtuelle) Freundschaften aufbauen. Mit nichts weiter als eurem Abenteuermut und einem Zelt bewaffnet landet ihr auf eurer Insel und lernt dort den gewitzten Waschbären Tom Nook kennen. 

Dieser ist so etwas wie der „Insel-Papa“ und hegt seine ganz eigenen Visionen von einer florierenden Zukunft euer neuen Heimatinsel, sodass ihr ihm bei seinen ambitionierten Projekten das eine oder andere Mal unter die Arme greifen werdet. Leider hat der pfiffige Waschbär aber auch ein paar kapitalistische Züge und offenbart euch nach eurem Zuzug auf die Insel, dass ihr damit eine ganze Menge Schulden angehäuft habt. Natürlich lassen wir uns davon nicht unterkriegen und schlagen erst einmal unsere Zelte auf, denn die Schulden lassen sich auch später abbezahlen. 

Neues Feature in New Horizons: Hier dürft dank des Terraformings sogar den Verlauf von Flüssen verändern.
©Nintendo

So leben wir in den Tag hinein, erkunden die Insel, lernen die anderen Bewohner kennen und verschönern nach und nach unsere neue Heimat. Hierfür bauen wir neue Eigenheime, erweitern das kulturelle Angebot, nehmen an verschiedenen Events teil und haben einfach eine schöne Zeit in der idyllischen Atmosphäre. Animal Crossing: New Horizons ist einfach ein ganz harmonisches Spiel ohne Stress und irgendwelche Zwänge. Ihr wollt einfach entspannt Angeln, Insekten jagen oder an der Ausstattung eures Eigenheims werkeln? Kein Problem – Hier könnt ihr voll und ganz euren Alltag bestimmen. Ein festes Spielziel gibt es nicht wirklich. Zwar arbeitet ihr auf ein ganz bestimmtes Event im Spiel hin, doch nachdem dieses erreicht wurde, geht der Spielspaß erst richtig los und ihr könnt euch auch gestalterisch auf der Insel dank neuer Features austoben. Es ist fast so als ob das Spiel genau zur richtigen Zeit gekommen ist, um uns in den (virtuellen) Urlaub zu schicken, weil es im richtigen Leben nicht möglich ist.

Zunächst startet ihr euer Leben auf der Insel in einem kleinen Zelt.

Ein wahrer Zeitfresser

Animal Crossing: New Horizons punktet mit seinem positiven Flair, dem entspannten Gameplay und viel Liebe zum Detail. Der Titel schafft es wie kaum ein zweiter die Spieler(innen) in seinen Bann zu ziehen. Hier levelt ihr keine Charaktere auf, bestreitet keine Abenteuer oder rettet Prinzessinnen – in New Horizons stellt ihr schlicht euer Wunschleben auf die Beine und schaltet immer neue Gegenstände und Funktionen frei, die euch dabei helfen eure virtuelle Heimat zu individualisieren. Nebenbei geht ihr im Spiel zahlreichen Tätigkeiten nach, um beispielsweise Sternis zu verdienen. Dies ist die In-Game-Währung, mit der ihr eure Kredite bei Nook abbezahlt und neue Objekte im Laden seiner Sprösslinge Schlepp und Nepp erwerben könnt. Gleichzeitig gibt es mit den „Nook-Meilen“ eine zweite Währung im Spiel, die eure Taten belohnt. Zupft ihr Unkraut, interagiert mit euren Inselbewohnern oder sammelt Müll, bekommt ihr diese Meilen gutgeschrieben, mit denen ihr ebenfalls tolle Goodies erwerben könnt. Ihr seht also, dass fast jede Art von Beschäftigung in Animal Crossing: New Horizons belohnt wird. 

Neu in Animal Crossing: New Horizons ist das Crafting von neuen Objekten. Hierfür könnt ihr mit der Axt und Schaufel Rohstoffe wie Hölzer, Erze und Gesteine abbauen und diese an Werkbänken zu Objekten wie Möbeln, Deko-Gegenständen oder hilfreiche Gadgets umwandeln. Die Ideen für die Bauobjekte erhaltet ihr durch sammelbare Bauanleitungen, die ihr kaufen könnt, teilweise findet oder von anderen Charakteren geschenkt bekommt. Dadurch entwickelt sich nach und nach einfach ein riesiges Suchtpotenzial, da ihr immer neue Einrichtungsgegenstände zusammenstellen wollt, um so eine perfekt gestaltete Insel zu erstellen. Aber auch Abseits des Craften und Designen gibt es viel zu tun. Angler und Insektensammler, helfen dem heimischen Museum beim Auffüllen der Ausstellungsbestände und spätestens, wenn ihr dem Museumsleiter Eugen euer erstes gefundenes Fossil überreicht, ist es sowieso um euch geschehen, wenn ihr dessen Begeisterung erlebt. Zu tun gibt es immer etwas und so schnell wird der virtuelle Alltag nicht langweilig, denn selbst eure Kleidung könnt ihr auf Wunsch selber designen.  

Wem es auf der eigenen Insel dann doch mal zu langweilig wird, der kann kurzerhand auch andere Inseln besuchen. So habt ihr die Möglichkeit für Nook-Meilen ein sogenanntes Meilenticket zu erwerben. Mit diesem könnt ihr eine Zufallsinsel besuchen, die eventuell einige exotische Rohstoffe und Funde bereithält, die ihr dann mit auf eure Insel mitnehmen dürft. Die zweite Möglichkeit besteht in dem Besuchen von den Inseln anderer Spieler(innen). Hier könnt ihr online und im lokalen Modus zusammenspielen, Gegenstände austauschen oder einfach die Kreationen der anderen Spieler bewundern. An eine Textchat-Funktion wurde auch gedacht, die die Kommunikation erleichtert.

Guter Motivator: Mit zahlreichen kleinen Aufgaben verdient ihr die neuen Nook-Meilen.

Ein gemütliches Leben

Eine weitere Besonderheit, die Animal Crossing seit jeher ausmacht, ist das an die reale Welt gekoppelte Tag- und Nachtsystem sowie die Jahreszeiten im Spiel. Dank der Systemuhr der Switch, wird die reale Uhrzeit samt Datum in das Spiel übertragen, was sich auch auf das Spiel auswirkt. Einige Bereiche wie Shops oder Events sind nur zu bestimmten Tageszeiten zugänglich und obendrein erwarten euch saisonale Events und Turniere, die an bestimmten Tagen stattfinden. Dadurch erzeugt das Spiel eine ganz besondere Langzeitmotivation, da es sich immer wieder lohnt Animal Crossing auch mal nur kurz zu starten, um zu schauen, was es auf der Insel Neues gibt. Darüberhinaus gibt es abhängig von der Jahres- und Uhrzeit auch immer wieder individuelle Insekten und Fische zu fangen, wodurch auch die Jäger und Sammler einiges zu tun haben. 

Gleichzeitig stehen ungeduldige Spieler dadurch natürlich auch vor einer Geduldsprobe, da der Spielfortschritt somit auch zeitlich an das reale Leben gekoppelt ist. Erweitert ihr beispielsweise euer Eigenheim, dauert dies auch eine Nacht, bis der Bau abgeschlossen ist. Natürlich kann man dieses System durch das Verstellen der Konsolen-Uhr auch umgehen, dies ist in unseren Augen allerdings nicht im Sinne der Erfinder. Dementsprechend wird auch klar, dass Animal Crossing kein Titel für lange Spielsessions ist. Den großen Reiz machen die regelmäßigen Neuerungen und Errungenschaften aus, die euer Inselparadies erweitern und voranbringen.

Apropos Voranbringen: Ab einem bestimmten Zeitpunkt könnt ihr das neue Feature „Terraforming“ nutzen. Damit ist es möglich der Spielwelt viele neue Akzente zu verleihen. Ihr könnt Flüsse und Seen anlegen, Wege verschieben und Anhöhen errichten. Dadurch ist es möglich die Insel bis ins kleinste Detail anzupassen und zu verändern. 

Fische fangen, Insekten jagen und Fossilien ausgraben lohnt sich auch finanziell in Animal Crossing: New Horizons.
© Nintendo

Liebevolle Präsentation 

Es ist zwar langsam zu einer typischen Phrase bei Testberichten rund um Nintendo-Spiele geworden, doch auch auf Animal Crossing: New Horizons trifft dieser Umstand einfach zu. Das Spiel wurde einfach mit unglaublich viel Herzblut und Liebe zum Detail entworfen. Ihr könnt eure Charaktere nun noch viel besser individualisieren. Die Inselbewohner fallen einfach zucker-süß aus und bestechen mit ihren ganz individuellen Charakterzügen und obendrein ist die Lokalisierung mit vielen witzigen Textpassagen ausgezeichnet gelungen. Es sind die vielen kleinen Details, die New Horizons so besonders machen. Sei es die sich ständig ändernde Lichtstimmung aufgrund des Tag- und Nachtzyklus.

Auch die Melodien brennen sich auf angenehme Art- und Weise in euer Gehör ein. Angefangen bei den rhythmischen Klängen von K.K. bis hin zur individuell gestaltbaren Inselmelodie, prägt sich der fröhliche Soundtrack ein und lädt zum mitsummen ein. Zudem läuft Animal Crossing: New Horizons sowohl im TV- als auch im Handheldmodus butterweich über den Bildschirm, sodass euch ein rundum gelungenes Inselabenteuer erwartet. 

Soziale Interaktionen sind auch in Animal Crossing: New Horizons wichtig.
© Nintendo

Fazit: 

AwardAnimal Crossing: New Horizons ist mit Sicherheit kein Spiel für Jedermann. Es ist ein Ausflug in eine unglaublich beruhigende, harmonische und einfach nur liebevolle Parallelwelt, die uns von unseren Sorgen und Problemen ablenkt. Dank zahlreicher neuer Ideen wie dem Terraforming, dem Craften von Gegenständen und den unglaublich liebevollen Charakteren, ist der Switch-Ableger das wohl vollkommenste Animal Crossing-Spiel überhaupt. Es ist einfach nur toll dem Inselleben bei seiner stetigen Entwicklung beizuwohnen und eigene Ideen kreativ umzusetzen. Dank zahlreicher individueller Events und neuer Funktionen, die Nintendo stetig hinzufügt, wird auch langfristig für Motivation gesorgt. Wer Lebenssimulationen mag und dem knuffigen Stil nicht abgeneigt ist, der wird Animal Crossing: New Horizons lieben. Animal Crossing wird euch über viele Stunden, Tage, wenn nicht sogar Wochen fesseln und ihr werdet es nicht bereuen. Genießt das „Reif für die Insel“-Paket und startet euer idyllisches Leben fernab von Stress und Trubel.


Nintendo hat uns für die Erstellung dieses Testberichtes mit einem Exemplar des Spieles ausgestattet. 

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