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PS4 Vorschau Xbox One

Angespielt: Call of Duty WWII Private Beta

Am Wochenende vom 25. August bis 27. August 2017 luden Activision und Sledgehammer Games auf der PlayStation 4 zur Call of Duty WWII Private Beta. Nachdem zuletzt Exosuits und Laserwaffen einige Fans der einstmals so beliebten Shooter-Reihe vergraulten, kehrt die Serie mit dem neuesten Ableger endlich wieder zu ihren Wurzeln zurück. Wir haben uns ins Getümmel geworfen und die Beta-Version ausgiebig probegespielt.

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Call of Duty WWII Private Beta – Zurück zu den Wurzeln

Ein Bisschen fühlt sich Call of Duty WWII an, wie ein Nachhausekommen. Sledgehammer Games verfrachtet das Szenario zurück in den zweiten Weltkrieg, der Anfang der 2000er Jahre für derart viele Versoftungen herhalten musste, dass selbst eingefleischte Actionfans die Nase voll von den Schlachten zwischen den Alliierten und den Achsenmächten hatten.

Erfreulicherweise zeigt spätestens die Call of Duty WWII Private Beta, dass ein entsprechendes Spiel heutzutage durchaus wieder seinen Reiz haben kann. Ein Bisschen fühlt es sich zumindest so an, als käme man nach einer langen Reise endlich wieder nach Hause. Vertraute Waffen und Umgebungen sorgen zumindest dafür, dass Kenner der Reihe sich äußerst schnell in das Spiel finden.

Call of Duty WWII
Call of Duty WWII ist zurück im 2. Weltkrieg.

Aus spielerischer Sicht setzt WWII zumindest genau da an, wo Call of Duty 3 und Call of Duty 2 aufgehört haben. Das Spielgeschehen präsentiert sich gewohnt schnell und erbarmungslos. Da ihr nach nur wenigen Treffern das Zeitliche segnet, erfordert euer Vorgehen eine wohlüberlegte Balance aus Vorsicht und Geschwindigkeit. 

Auch die Spielmodi lassen wohlige Erinnerungen an die Anfänge der Serie wieder aufleben. Team-Deathmatch oder Hauptquartier kennen und schätzen Fans der Serie zumindest bereits seit vielen Jahren und fühlen sich direkt heimisch.


Es herrscht Krieg in den Divsionen

Allerdings gewährt die Call of Duty WWII Private Beta auch einen Einblick auf einige Neuerungen, die sich Sledgehammer Games für den neuesten Ableger hat einfallen lassen. Da wäre zum Beispiel der neue Spielmodus „Krieg“, der das absolute Highlight der Testversion darstellt.

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Auf der Karte Operation Breakout kämpfen hier Alliierte und Achsenmächte gegen einander und müssen unterschiedliche Angriffs- und Verteidigungsmissionen abschließen, die den Fortschritt und die Umgebung weiter vorantreiben. Zu Beginn der Mission gilt es für die Alliierten, einen Kommandoposten der Verteidiger einzunehmen, um danach eine Brücke zu reparieren, die den eigenen Panzern das Vorankommen ermöglicht. 

So entwickeln sich äußerst spannende Partien, in denen sich die Karte immer dann verändert, wenn die Angreifer ein Missionsziel erreicht haben. Ganz neu ist diese Idee zwar nicht, für die Call of Duty-Reihe stellt sie allerdings ein Novum dar und fügt sich hervorragend in den Mehrspielermodus ein. Zumindest gewinnen die Schlachten damit einiges an Dynamik, was dem Spielspaß deutlich zugute kommt und die altbekannten Modi auf festgesteckten Karten geradezu alt aussehen lässt. Ein absolutes Highlight.

Call of Duty WWII
Im Kriegsmodus verändert das Schlachtgeschehen die Karte.

Zudem haben sich die Entwickler mit den brandneuen Divisionen ein spannendes Klassenfeature ausgedacht. Anders als in den vorangegangenen Teilen dürft ihr eure Ausrüstung nämlich nicht mehr vollkommen frei zusammenstellen. Vielmehr bietet der Titel nun fünf vorgefertigte Divisionen, welche allesamt mit ihren eigenen Spezialfähigkeiten aufwarten.


The Division… in Call of Duty WWII

Vor Beginn einer Partie entscheidet ihr euch nun für eine der fünf Divisionen. Die Infanterie beispielsweise bestückt ihre Primärwaffe mit einem Bajonett, welches Nahkampfangriffe über größere Distanzen möglich macht. Außerdem dürfen Infanteristen einen zusätzlichen Aufsatz an ihrer Waffe anbringen. 

Airborne hingegen setzt mit MPs eher auf kürzere Entfernungen. Zudem dürft ihr hier einen Schalldämpfer an eurem Schießprügel montieren und die Feinde aus dem Hinterhalt attackieren. Die Scharfschützen der Mountain Division sind für feindliche Aufklärung unsichtbar, wenn sie sich bewegen. Komplettiert wird das Lineup durch die Armored Division, die auf schwere Maschinengewehre setzt und die Expeditionary Division, die entflammbare Schrotpatronen mitbringt.

Call of Duty WWII
Die neuen Divisionen fügen sich sehr gut ins Spiel ein.

Natürlich ist auch das serientypische Fortschrittssystem wieder mit von der Partie. Mit jedem Levelaufstieg schaltet ihr neue Gegenstände oder Fähigkeiten frei und eignet euch so eine stärkere Waffe, ein besseres Visier oder eine neue Spezialfähigkeit an.

Grundsätzlich haben alle Divisionen ihre Daseinsberechtigung, allerdings sind die drei Beta-Karten eher auf Nahkampf ausgelegt. Wirklich große Distanzen sucht man auf den drei Maps bislang jedenfalls vergebens. Daher wird das Geschehen von MPs und Maschinengewehren dominiert – entsprechend haben Einzelschusswaffen wie die M1 Garand aktuell noch das Nachsehen. Bleibt zu hoffen, dass Sledgehamer Games im fertigen Spiel auch weitläufigere Areale anbietet.


Hohes Niveau mit Luft nach oben

Ganz allgemein hinterlassen die Karten der Call of Duty WWII Private Beta bislang einen durchwachsenen Eindruck. Egal ob ihr auf der befestigten Bastion Gibraltars unterwegs seid oder in den eisigen, schneebdeckten Wälder während der Ardennenoffensive oder in den Bunkeranlagen bei Pointe du Hoc kämpft: Das Spielgeschehen bleibt sich immer gleich.

Bislang zumindest setzt das Spiel auf enge Gänge und intensive Kämpfe. Wirklich große Distanzen für Scharfschützen sucht ihr bislang zumindest vergebens, das sorgt zwar für einen enormen Adrenalinrausch, ist aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.

Call of Duty WWII
Optisch mit Luft nach oben, spielerisch jedoch gewohnt stark.

Aus technischer Sicht hinterlässt die Call of Duty WWII Private Beta einen guten Eindruck, bei dem vor allem die intensive und starke Vertonung vollends überzeugen kann. Grafisch präsentiert sich das Spiel auf einem guten Niveau, setzt allerdings zu sehr auf grauen Einheitsbrei ohne optische Highlights. Vor allem die Grafikeffekte wissen jedoch zu gefallen.

Den Spielspaß trüben hingegen ein paar verwaschene und detailarme Texturen. Auch bei den langweiligen Charaktermodellen müssen die Entwickler bis zum Release dringend noch einmal Hand anlegen. Zumindest aus technischer Sicht präsentiert sich der Titel jedenfalls nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.


 

Tendenz: Gut bis sehr gut!

Die Call of Duty WWII Private Beta liefert einen hervorragenden Ausblick auf die Rückbesinnung der beliebten Reihe auf ihre Wurzeln. Serienveteranen fühlen sich zumindest an die Anfänge erinnert und das ist äußerst positiv! Vorbei sind, zumindest in diesem Jahr, die Zeiten der Jetpacks und Laserwaffen. Das führt dazu, dass die Schlachten zwar an Vertikalität verlieren, langsamer sind die Gefechte deswegen aber noch lange nicht.

Call of Duty bietet zumindest auch im neuesten Ableger brachiale Daueraction, in der ihr im Sekundentakt das Zeitliche segnet. Somit positioniert sich der Shooter, der vor allem auf Gefechte in engen Gassen setzt, ganz anders, als die Konkurrenz. Ob einem das gefällt, muss letztlich jeder für sich entscheiden.

Nicht zuletzt dank neuer Divisionen und hervorragendem Kriegsmodus macht Call of Duty WWII zumindest eine Menge richtig. Sledgehammer Games schlägt mit der Rückkehr zum zweiten Weltkrieg zumindest den richtigen Weg ein und dürfte Serienfans und verärgerte Aussteiger gleichermaßen ansprechen. Um neue Spieler zu generieren bietet das Spiel, neben dem großen Namen, aber letztlich einfach zu wenig. Wer Call of Duty mag wird mit Call of Duty WWII jedoch seine Freude haben.


Übrigens: Wer nicht die Möglichkeit hatte, die Private Beta selbst auszuprobieren erhält eine zweite Chance. Die Call of Duty WWII Private Beta geht am Wochenende vom 01. September bis 04. September in die zweite Runde. Dann dürfen auch endlich Spieler auf der Xbox One am Betatest teilnehmen.

Call of Duty WWII erscheint am 03. November 2017 für PlayStation 4 und Xbox One.

 

 

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