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AER Memories of Old im Test

Auch ein Spieler will ab und zu mal abschalten. Manchmal braucht man Ruhe von den Shootern, Rennspielen und Horror-Titeln dieser Welt. Einen Rückzugsort, einen Ort der Stille. Ein Ort, an dem man nicht im Sekundentakt Gegner erledigt, sondern an dem man die Schönheit der Welt einfach aufsaugen möchte. Das meditative Adventure AER Memories of Old der schwedischen Indie-Entwickler Forgotten Key will genau dieser Ort sein. Aber kann ein Spiel ohne jegliche Action überhaupt Spaß machen?

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AER Memories of Old – Eine packende Geschichte

In der Welt von AER Memories of Old ist Nichts mehr, wie es einmal war. Nachdem eine grausame Katastrophe die blühenden Landschaften zerstört hat, sind es nur noch eindrucksvolle Ruinen, die an die alten Götter erinnern. Alles, was bleibt, sind schwebende Inseln hoch oben in den Wolken. 

Hauptfigur des Adventures ist die junge Heldin Auk, die sich auf einer Pilgerreise befindet. An ihrem Ziel angelangt wird die Formwandlerin von einer unheilvollen Vision heimgesucht, die ihre Heimat erneut bedroht. Also begibt sie sich auf die Reise zu den drei großen Tempeln, um die Welt vor der Zerstörung zu bewahren. Dass sich die Heldin jederzeit frei in einen Vogel verwandeln kann, macht die Reise zu den fliegenden Inseln natürlich deutlich einfacher.  

AER Memories of Old
Die Flugpassagen von AER Memories of Old machen eine Menge Spaß.

Dabei wird euch die Handlung nur sehr grob von ein paar wenigen Figuren erklärt, das Meiste müsst ihr euch jedoch selbst zusammenreimen oder anhand von Steintafeln, Schriftrollen oder Erinnerungen aneignen. Das kommt nicht bei allen Spielern gut an. Wer lieber an die Hand genommen werden möchte und die Geschichte  vorgetragen bekommt, wird mitunter enttäuscht und frustriert sein. Doch wenn sich die Erinnerungsfetzen nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen merkt ihr schnell, dass AER Memories of Old eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen hat, die zum Nachdenken und Interpretieren anregt.


Über den Wolken…

Das Fliegen stellt zugleich eines der wichtigsten und besten Spielelemente von AER Memories of Old dar und vermittelt ein hervorragendes Gefühl der Freiheit. Gerade die Reise zwischen den farbenfrohen fliegenden Inseln geht dank präziser Steuerung gut von der Hand. Mit der Landung setzt dann aber relativ schnell die Ernüchterung ein.

Es mag zwar der Rahmenhandlung geschuldet sein, dass sich die Spielewelt äußerst leblos präsentiert, allerdings ändert das Nichts daran, dass sich das Gameplay relativ schnell abnutzt und schlicht langweilt. Abseits der großen Tempel und besagter Erinnerungsfragmente gibt es im Spiel nämlich quasi Nichts zu entdecken. Ab und zu lauft ihr zwar mal einem Tier über den Weg, doch das war es dann auch schon.

AER Memories of Old
„Hallo? Ist da jemand?“ Nö, die Welt fällt ziemlich leblos aus.

Viel mehr zieht AER Memories of Old seinen Reiz aus dem Erkunden der farbenfroh gestalteten Landschaften im einzigartigen Polygon-Look. Das Abenteuerspiel versprüht eine Atmosphäre der Ruhe und Einsamkeit und erinnert damit ein wenig an das hochgelobte Journey von Thatgamecompany, ohne aber jemals dessen Klasse zu erreichen.

Im Spiel findet ihr drei Tempel, die euch am Ende mit je einem Teil des heiligen Artefakts belohnen. Wahnsinnig viel spannender als der Rest des Spiels präsentieren sich diese allerdings auch nicht. Innerhalb der Ruinen löst ihr äußerst simple Schalterrätsel und absolviert mit Auk kurze Sprungpassagen, welche aufgrund der hakeligen Sprungsteuerung allerdings ziemlich frustrieren. 


Nichts zu tun und doch faszinierend

Aus spielerischer Sicht war es das dann auch schon. Zudem erreicht ihr das Ende des knapp 20 Euro teuren Indie-Spiels bereits nach wenigen Stunden. Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es in AER Memories of Old keinerlei Gegner oder Kämpfe. Auch Nebenaufgaben oder Sammelgegenstände sucht ihr vergebens. Daher gibt es keinen wirklichen Grund, das Spiel mehr als einmal durchzuspielen.

Und doch entfaltet der Titel eine gewisse Faszination. Die Kombination aus klobiger, aber absolut stimmiger und farbenfroher Optik und dem hervorragenden, dynamischen Soundtrack gefällt jedenfalls sehr gut. Je nachdem in welchem Gebiet ihr euch befindet, passt sich die Musikuntermalung dem Geschehen auf dem Bildschirm an. So entwickelt sich in Kombination mit den gelungenen Flugsequenzen ein meditatives Spielerlebnis für all diejenigen, die einfach mal abschalten möchten. 

AER Memories of Old
AER Memories of Old versteht sich als meditative Reise und genau die funktioniert auch sehr gut.

Fazit:

Ich tue mich wahnsinnig schwer, das Open-World-Abenteuer AER Memories of Old richtig zu bewerten. Rein aus spielerischer Sicht hat das Abenteuer jedenfalls nur wenig zu bieten. Die Story muss man sich selbst zusammenreimen und auch dann vermag sie es nicht wirklich, mich zu fesseln und doch gibt es einige Gänsehautmomente. Diese kommen aber eher aus dem Zusammenspiel der hübschen, aber simplen Grafik und dem herausragenden Soundtrack.

Zudem ist die Welt leblos und detailarm, was die Entwickler jedoch beabsichtigt haben und ein unglaubliches Gefühl der Einsamkeit in mir hervorruft. Die Flugsequenzen machen Spaß, die Tempel hingegen sind aufgrund der fehlenden Kämpfe und lahmen Rätsel uninspiriert und langweilig.

AER Memories of Old ist beileibe kein Spiel für Jedermann, doch wer Lust auf eine ruhige, meditative Erkundungstour hat, kann mit dem Abenteuer durchaus seinen Spaß haben. Allen anderen kann ich das Spiel hingegen nicht empfehlen. Ich persönlich hatte aber durchaus schöne Stunden in der hübschen Fantasywelt.


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