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Switch Tests

World to the West Review

World to the West lautet der Name des neuesten Spiels der norwegischen Entwickler von Rain Games, welche sich mit dem hervorragenden Teslagrad bereits einen Namen unter Puzzlefreunden machen konnten. Nach dem Release auf dem PC Mitte des vergangenen Jahres schlägt das Abenteuerspiel nun auch auf Nintendo Switch auf. Wir haben unsere grauen Zellen angestrengt und uns auf die Reise gen Westen begeben.

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Im Westen Nichts neues – Oder doch?

Als die junge Lumina ihrem Vater einen Besuch abstatten will und dabei entgegen dem Wunsch der anderen Einwohner unerlaubt einen Teleporter betritt, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. 

Nichtsahnend wacht die Heldin in einem mysteriösen Land auf, in der sie bereits von einer uralten Seherin erwartet wird. Diese konfrontiert sie ohne Umschweife mit einer mystischen Prophezeiung, die das Schicksal der Welt für immer verändern könnte. 

Zugegeben: In puncto Handlung hält sich World to the West eher bedeckt. Eine wirkliche Story dürft ihr von dem Spiel zumindest nicht erwarten. Vielmehr ergibt sich die Handlung durch die Interaktion mit anderen Spielfiguren oder den geheimnisvollen Steintafeln, die überall in der Welt zu finden sind. Für eine packende Story reicht das leider nicht ganz. Trotzdem macht das Knobel-Abenteuer eine ganze Menge Spaß, was an dem gelungenen Gameplay des Titels liegt.

World to the West
World to the West spielt im Universum von Teslagrad

Lumina ist nämlich nicht die einzige Figur, in dessen Haut ihr im Verlaufe des Abenteuers schlüpft. Ganze vier Charaktere bietet der eShop-Titel, welche mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufwarten. Auf eurer Reise lauft ihr den ungleichen Gefährten dabei öfters über den Weg, mal freiwillig und mal eher unfreiwillig. Viele der mitunter ziemlich knackigen Rätsel setzen aber die Zusammenarbeit der Spielfiguren voraus.


World to the West – Die vier Helden

Neben der bereits erwähnten Lumina setzt sich das Heldenquartett aus drei weiteren, liebevoll gestalteten Charakteren zusammen. Da wäre zum Beispiel der Waisenjunge Knaus, der aus einem unterirdischen Arbeitslager entflohen ist und seine Schaufel nutzt, um sich durch weichen Erdboden zu graben. Außerdem kann er aufgrund seiner Größe durch kleine Durchgänge krabbeln. Eine Möglichkeit, die den anderen Helden verwehrt bleibt.

Miss Teri hingegen nutzt ihren Schal als Peitsche, um sich an bestimmten Punkten über Abhänge ziehen zu können. Später erlangt sie zudem die Möglichkeit, Feinde zu übernehmen und sie fortan für ihre Zwecke einzuspannen. Komplettiert wird das Team durch den Muskelprotz Lord Clonington, der mit seinen stählernen Muckis schwere Steine und Gegner gleichermaßen dem Erdboden gleich macht. 

World to the West
Alle vier Charaktere bieten eigene Fähigkeiten und Talente.

Allerdings habt ihr nicht in allen Kapiteln Zugriff auf alle Spielfiguren. So werdet ihr bereits zu Beginn des Spiels feststellen, dass viele Bereiche der verwinkelten Welt mit jeweils anderen Figuren erneut besucht werden wollen. Dieses mitunter penetrante Backtracking nervt allerdings leider relativ schnell, zumal die Welt dermaßen chaotisch konzipiert ist, dass das Finden des richtigen Weges gar nicht so einfach ist. „Wie kam ich jetzt nochmal zu diesem einen Dorf zurück?“.


Eine riesige Welt voller Geheimnisse

Die gesamte Karte von World to the West ist auf einer Ober- und einer Unterwelt miteinander verbunden. Die einzelnen Areale warten dabei mit unzähligen Geheimnissen und Rätseln auf, die eure grauen Zellen teilweise ganz schön anstrengen werden. An Totems, die überall in der Welt zu finden sind, könnt ihr zwischen den einzelnen Charakteren wechseln. Außerdem dienen diese als Speicherpunkt. Das ist mitunter knifflig, denn ein solches Totem muss von jeder Figur einzeln entdeckt werden, um als Schnellreisepunkt freigeschaltet zu werden.

Müsst ihr also beispielsweise mit Knaus zurück in das beschauliche Örtchen, aus dem Miss Teri stammt, könnt ihr nicht einfach ihren Schnellreisepunkt nutzen, wenn ihr ihn mit dem Waisenjungen noch nicht entdeckt habt. Oftmals hätten wir uns einen freien Wechsel zwischen den Figuren gewünscht.

World to the West
Miss Teri kann mit ihrem Schal Feinde kontrollieren und somit Rätsel lösen.

Zudem leidet World to the West darunter, dass ihr gar nicht wisst, wohin ihr jetzt eigentlich müsst und wo das nächste Ziel liegt. Zwar wird dieses auf der Minikarte markiert, doch hat jede der Figuren ihre eigenen Ziele. Und diese kann auch nur die dafür vorgesehene Figur erreichen. Gerade der Einstieg des Spiels fällt mangels Erklärungen relativ holprig aus. Doch wenn man erst einmal den Dreh raus hat, entfaltet das Abenteuer ein ziemliches Suchtpotential.


Wo muss ich eigentlich hin?

Mit knappen 15 Stunden Spielzeit bietet World to the West zumindest einiges an Umfang. Den Großteil der Zeit seid ihr damit beschäftigt, die klugen Rätsel zu lösen und so den nächsten Bereich freizuschalten. Simple Schiebe- oder Schalterrätsel sind dabei erfreulicherweise eher die Ausnahme. Zumal auch Kämpfe bestritten und sogar Bosse besiegt werden wollen.

Alle Figuren erhalten im Laufe des Abenteuers neue Fähigkeiten und Gegenstände dazu, die euch das Weiterkommen ermöglichen. Knaus dürft ihr zum Beispiel Schlittschuhe unter die Füße schnallen, die das Wasser unter ihm zu Eis erstarren lassen und somit ganz neue Wege eröffnen. Gerade das Experimentieren mit den neu hinzugewonnen Fähigkeiten macht eine ganze Menge Spaß.

World to the West
Die Rätsel in World to the West sind hervorragend gelungen.

Obwohl ihr manchmal nicht wisst, was es als nächstes zu tun gibt, sind es gerade die spannenden Rätsel die dafür sorgen, dass ihr der Welt von World to the West immer wieder einen neuen Besuch abstatten möchtet. Ein Beispiel:

Relativ zu Beginn des Spiels könnt ihr zwischen Knaus und Miss Teri wählen. Auf einem Podest erspäht ihr einen Schlüssel, zu dem zwei Tunnel führen. Eigentlich eine Aufgabe für den kleinen Knaus, immerhin kann sich nur dieser durch die engen Eingänge zwängen oder? Falsch gedacht! Die Aufgabe liegt hierbei darin, mit Teri ein Eichhörnchen zu übernehmen, welches mit einem weiten Sprung über das Wasserhindernis hüpft und so den Schlüssel erreichen kann.

Lösungshinweise der einzelnen Rätsel sucht ihr leider vergebens, doch wenn es euch selbst gelingt, eine Aufgabe zu meistern, sorgt das für ein enormes Erfolgsgefühl.


Technisch in Ordnung

Aus technischer Sicht geht World to the West in Ordnung, ohne besondere Akzente zu setzen. Gerade der schöne Comic-Stil überzeugt mit bunten Umgebungen, wirkt aber ein wenig klobig und detailarm. Dafür läuft das Spielgeschehen flüssig über den Bildschirm. Die Musik weiß zu gefallen und kommt erstaunlich abwechslungsreich daher. Allerdings müsst ihr auf eine Sprachausgabe verzichten. Immerhin gibt es ordentliche deutsche Texte. 

World to the West
Die Grafik wird von bunten Farben dominiert. Besonders die Musik gefällt.

Allerdings haben die Entwickler die Probleme der PC-Fassung nicht ausbessern können. Gerade bei Knaus kommt es nicht selten vor, dass ihr unter der Erde gefangen seid – da hilft nur das Laden des letzten Spielstandes. 


Fazit:

Alles in Allem ist World to the West ein gelungenes Action-Adventure geworden, welches dank seinem klugen Rätseldesign und den abwechslungsreichen Charakteren einige Stunden an den Bildschirm fesselt. Hilfestellungen sucht ihr leider vergebens, da kann die Erkundung der verwinkelten Welt mitunter frustrierend werden. Auch eine packende Geschichte gibt es leider nicht.

Wer jedoch gerne eine abwechslungsreiche Welt erkunden will, nach Geheimnissen suchen und abwechslungsreiche Rätsel lösen möchte, erhält mit World to the West ein wirklich gutes Abenteuer, welches noch dazu mit farbenfroher Grafik und schöner Musikuntermalung punktet. 


 

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