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Wolfenstein 2: The New Colossus Review

Mit Wolfenstein 2: The New Colossus führt Bethesda den amerikanischen Agenten William James Blazkowicz (auch bekannt als B.J. Blazkowicz) auf eine neue Mission. Wie schon im Vorgänger, springt B.J. dabei keineswegs zimperlich mit seinen Feinden um. Ob der Patriot siegreich aus seiner Schlacht zieht, zeigt unser Testbericht!

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Dem Tod von der Schippe gesprungen

Wolfenstein 2: The New Colossus setzt da an, wo der Vorgänger aufhörte. Nur ganz knapp überlebte B.J. Blazkowicz die Granate von General Totenkopf und verbrachte die nächsten fünf Monate im Koma. Einzig der Gedanke an seine Mission, die Stimme seiner geliebten Anya und der Kampfanzug der Da’at Yichut erhielten ihn am Leben.

Alles in allem ist die Handlung in Wolfenstein 2: The New Colossus eine deutlich persönlichere, wie im vorangegangen Serienteil. Neben der Beziehung zu Anya, erfährt der Spieler einiges über das Elternhaus und die Vergangenheit des Helden. Gerade zu Beginn der Handlung setzt er sich philosophisch zudem immer wieder mit seiner vorhandenen Sterblichkeit auseinander, während er in der nächsten Szene dafür sorgt, dass Hundertschaften von Regime-Soldaten das Zeitliche segnen.

Die großartige Story strotzt dabei nur voller Humor, Überraschungen, Dramatik und unvorhersehbaren Wendungen. Alles in Allem können sich andere Shooter von dem gut inszenierten und abwechslungsreichen Einzelspieler-Modus eine Scheibe abschneiden. Fantastische Zwischensequenzen runden das packende Action-Erlebnis ab und sorgen für die nötige Abwechslung. 


Abwechslungsreiches Gameplay

Begleitet von einem adrenalingeladenen Soundtrack, stehen die brachialen Feuergefechte und das hohe Maß an Gewalt wieder an erster Stelle. Erwähnenswert ist auch, dass Wolfenstein 2: The New Colossus keineswegs für zart besaitete Spieler ist. Dementsprechend versucht der Titel euch mit Themen wie häuslicher Gewalt, sadistischem Verhalten oder Rassismus eine emotionale Reaktion herauszulocken.

Wer es hingegen eher mit der Schleich- und Taktikmethode versuchen möchte, hat unser Waffennarr auch diverse Tricks auf Lager. Kurzum bestimmt ihr als Spieler, wie ihr die Gegner ausschaltet. Eure Fähigkeiten lassen sich dazu mit einem interessanten dynamischen System verbessern. Beispiel: Schleicht ihr euch mehrmals erfolgreich an Gegner heran, so werdet ihr in der Zukunft schneller schleichen können. Ohne jeglichen Einsatz von lästigen Talent-Bäumen, belohnt euch das Spiel je nach Spielstil automatisch mit neuen Fähigkeiten. Nette Sache!

Im Gegensatz dazu motzt ihr eure Waffen mit sogenannten Upgrade-Kits auf. Diese sind neben anderen Sammelgegenständen und Alternativrouten gut versteckt, weshalb es sich lohnt die Gebiete mit offenen Augen zu erkunden.


Frau Engel als glaubwürdige Gegenspielerin

Während der Story begegnet ihr der erinnerungswürdigen Frau Engel. Sie ist eure Gegenspielerin und selten gab es in diesem Genre einen Bösewicht, der so „besonders“ war wie diese „spezielle“ Dame. Veteranen kennen sie bereits aus dem Vorgänger, auch wenn sie dort nur im Hintergrund agierte. Die gute Frau strotzt nur so vor Komplexität. Obwohl sie auf einer Seite die Rolle der sadistischen Gegenspielerin einnimmt, ist sie zusätzlich noch „sorgende“ Mutter und Schriftstellerin. Ihre Schrecklichkeit ist abstoßend und doch erfreut man sich über jeden Auftritt von ihr.

Wolfenstein 2: The New Colossus
Frau Engel ist der geborene Bösewicht. Selten konnte ein Hauptgegner in einem Shooter so überzeugen.

Abseits von glaubhaften Hauptgegnern und hitzigen Ballereien, könnt ihr den Abzug auf dem Atom-U-Boot, eurem Stützpunkt im Spiel, ruhen lassen. Ihr unterhaltet euch hier mit anderen Widerstandskämpfern und Freunden, nehmt Nebenmissionen an und bereitet euch auf den nächsten Auftrag vor. Gut erholt begebt ihr euch in verseuchte amerikanische Großstädte wie New York City oder New Orleans (natürlich stehen euch nach weitere Schauplätze zur Verfügung) und nehmt den Kampf gegen das deutsche Regime wieder auf.


Technisch beeindruckend!

Beiläufig des bereits angesprochenen gelungenen Soundtrack, kann auch die Optik und die Arbeit der Synchronsprecher vollkommen überzeugen. Detailreiche Objekte und Charaktermodelle stehen bei Wolfenstein 2: The New Colossus an der Tagesordnung, ebenso läuft der Shooter zu jeder Zeit flüssig.

Wolfenstein 2: The New Colossus
Harter Tobak: Bei Wolfenstein 2: The New Colossus ist die Altersfreigabe mit 18+ mehr als berechtigt!

Gerecht verteilte Checkpoints und eine präzise Steuerung runden das Spielerlebnis schließlich ab.


Fazit: Award

Zugegeben, kurz hat Wolfenstein 2: The New Colossus bei mir persönlich an der Höchstwertung gekratzt. Der Titel schafft es mich so wie kein Shooter in den letzten Jahren aufgrund seiner Story und Inszenierung zu motivieren und zeigt dass heutzutage auch Spiele in diesem Genre mit guten Einzelspielermodus möglich sind. Zwar wäre ein optionaler Mehrspieler-Modus oder zumindest ein Koop-Modus toll gewesen, jedoch kann man diesen Wegfall verschmerzen. Eines sollte euch jedoch bewusst sein: Der hohe Gewaltgrat und die umstrittenen Themen, welche im Spiel angesprochen werden sind nicht jedermanns Sache.  

Nichtsdestotrotz ist Wolfenstein 2: The New Colossus ein wahres Fest für Einzelspieler, welches seines Gleichen sucht. Die Geschichte ist dramatisch und imposant erzählt, bietet eine grandiose Gegenspielerin und das Gameplay ist nah am Optimum. Wolfenstein II: The New Colossus ist eine der besten Shootererfahrungen der letzten Jahre!


 

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