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Testbericht: Ultimate Marvel vs. Capcom 3 – Fulminant präsentierte Crossover-Prügelei

Während PlayStation 4-Besitzer schon länger in den Genuss der Crossover-Prügelei Ultimate Marvel vs. Capcom 3 kommen, mussten sich Besitzer des PCs oder der Xbox One bislang in Geduld üben. Kürzlich reichte Capcom den beliebten Prügeltitel auch für die geduldigen Xbox One-Spieler nach und wir haben uns in den Ring getraut. Ob der Mark VI einem Hadouken von Ryu standhält, verraten wir euch in unserem Testbericht!


Effektreiches Donnerwetter!

Mit einem großartigen Intro wird die Richtung des Titels schnell klar. Hier erwartet uns ein fulminantes und effektreiches Prügelspiel, welches die Universen aus beliebten Marvel und Capcom-Reihen vereint.

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 - Testbericht
Wenn es richtig zur Sache geht, dann ist man vor Effekten nicht zu retten.

 

Ein großes Highlight von Ultimate Marvel vs. Capcom 3 sind definitiv die überragenden Effekte, die liebevoll gestalten Charaktere und die lebendigen Arenen. Was hier in jeder Spielsekunde vor den farbenfroh gestalteten Kulissen passiert ist einfach der Wahnsinn. Mit dicken Konturen und Shader wurden die Comic- und Videospielhelden gekonnt in Szene gesetzt und strotzen nur so vor Liebe zum Detail. Spätestens wenn das ausgewählte dreier Team zur ultimativen Combo ausholt, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Die optisch ansprechende Prügelei findet in 1080p statt und trumpft mit einer konstanten Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde auf. Darüber hinaus wird sie von einem abwechslungsreichen Soundtrack begleitet. Weiterführend lassen die Kämpfer den einen oder anderen Kampfschrei wahlweise in japanischer- oder englischer Sprachausgabe los.


Vom Hadouken bis zum Spinnensinn!

Dante gegen Deadpool, Spider-Man gegen Mega Man oder Hulk gegen Nemesis – All diese aufregenden Konstellationen können euch in Ultimate Marvel vs. Capcom 3 begegnen. In klassischer 3-gegen-3 Tag-Team Manier dürft ihr euch gegen die KI oder einem Mitspieler messen. Diesbezüglich kommt jeder Charakter mit seinem serientypischen Bewegungsmuster und Fähigkeitsspektrum daher. Beispielsweise verschießt Iron Man gigantische Laserstrahlen und Nemesis zieht mit seinem Raketenwerfer in die Schlacht.

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 - Testbericht
Eine ganze Palette an Kämpfer stehen zur Auswahl.

 

Ähnlich wie in anderen Beat’em Ups, besteht auch hier die Möglichkeit im Kampf zwischen den drei ausgewählten Helden zu wechseln und so verheerende Combo-Angriffe zu starten oder einem Knockout zu entgehen. Die ausgewechselten Vertreter erhalten so die Chance sich bis zu einem gewissen Punkt des Lebensbalken zu regenerieren und ihre Kräfte zu sammeln.


Die Spielmodi

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 wurde mit genretypischen Spieloptionen ausgestattet. Neben dem klassischen Arcade-Modus, wird ein lokaler- und ein online Multiplayer, als auch ein Trainings- und ein Missionsmodus geboten. Das Menü selber kommt im übersichtlichen schicken Comic-Look daher. 

Im Arcade-Modus werdet ihr nacheinander mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad gegen eine Vielzahl von Gegnern konfrontiert. Zum Schluss ergibt sich die Gelegenheit Galactus den Scheitel neu zu ziehen, welcher den Vorsatz anstrebt die Erde zu zerstören und zu unterwerfen. Je nach Fähigkeiten und Geschick des Spielers ist ein Durchgang mit circa 15 Minuten einzuplanen.

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 - Testbericht
Jeder Charakter kommt mit seinem eigenen Moveset daher.

 

Eine weitere Station für Solisten bietet der Missionsmodus. Leider klingt dieser vielversprechender, als er schlussendlich ist. Schlichtweg verlangt das Spiel lediglich von euch gewisse Kombinationen nacheinander abzuarbeiten. Neulinge sollten sich dennoch fürs Erste mit dem Arcade-Modus beschäftigen, da die Missionen zum Teil sehr strenge Vorgaben in Sachen Timing voraussetzen und so auch schnell für Frustmomente sorgen können. 

Wie schon erwähnt, ist auch in Ultimate Marvel vs. Capcom 3 ein lokaler Mehrspieler, als auch die Option sich online mit der Welt zu messen gegeben. Glücklicherweise funktionieren die Onlinekämpfe sehr gut und laufen flüssig ab. Allerdings fällt Ultimate Marvel vs. Capcom 3 in der Auswahl der Möglichkeiten sehr konventionell aus und bietet nur wenige Überraschungen. Das bedeutet: Ihr habt hier lediglich die Auswahl zwischen dem Ranglistenkampf und dem Kampf in unterschiedlichen Lobbys. Praktisch: Vor dem Beginn einer Runde ist die Einsicht auf die Auswahl des Gegners nicht möglich, dies verhindert das Auswählen von Charakteren um den seines Gegenübers zu kontern.

 

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 - Testbericht
Wolverine hat mit unseren beflügelten Freund sichtlich zu kämpfen.

 

Mitsamt allen DLC’s handelt es sich bei Ultimate Marvel vs. Capcom 3 übrigens um eine neu aufpolierte Fassung des Originals Marvel vs. Capcom 3: Fate of Two Worlds. Als Folge dessen spendierte Capcom die ein oder andere Neuerung wie einen Zuschauer-Modus. Hier könnt ihr einem Online-Match als Beobachter beiwohnen. Eine weitere Neuerung ist der teambasierte Spielmodus „Helden und Herolde“. In diesem Modus habt ihr die Wahl als Beschützer oder Zerstörer der Erde zu fungieren. Mittels Upgrade-Karten ergibt sich die Opportunität eure Lieblingshelden anzupassen und zu erweitern.


Endboss nervt & Online mit wenig Möglichkeiten

Kurzum gibt es im Bereich des Mehrspielers und der Optischen Darbietung nicht viel zu nörgeln. Dank der hohen Auflösung und den konstanten 60 fps läuft das Spiel durch die Bank weg flüssig ab. Selbst bei der höchsten Dichte von Effekten erlaubt sich Ultimate Marvel vs. Capcom 3 keinen einzigen Ruckler.

Trotzdem muss der Titel den ein oder anderen Seitenhieb einstecken. Der Bosskampf gegen Galactus im Arcade-Modus ist beim ersten Durchgang vielleicht noch recht imposant und anschaulich, wird aber von Durchgang zu Durchgang nerviger. Außerdem neigt dieser mit seinen überdurchschnittlichen Angriffen gerade bei Neulingen dazu, ein gewisses Frustpotenzial zu schüren. Allgemein betrachtet fällt das Spielerlebnis für Solisten ein wenig kurz aus.

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 - Testbericht
Bei Capcom darf Nemesis natürlich nicht fehlen, auch wenn er hier Doctor Strange unterlegen ist.

 

Jenseits des Solo-Modus ist die Auswahl der Online-Varianten ein wenig mager ausgefallen. Neben dem Ranglisten- und dem Lobbykampf wäre hier zumindest das Erstellen eigener Turniere motivierend gewesen.

Löblich: Für Langzeitmotivation ist dank vielen freischaltbarer Komponenten gesorgt. Im weiteren Verlauf des Spieles ist es möglich Videos, Epiloge, 3D-Modelle, Artworks oder Soundtracks freizuschalten. Auch bei den Steuerungsmöglichkeiten haben unerfahrene Spieler die Wahl zwischen der normalen- und einer vereinfachten Steuerung, wodurch starke Combos mit wenigen Tastenkombinationen aktiviert werden können.


Fazit:Award

Ultimate Marvel vs. Capcom 3 ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Crossover-Prügler funktionieren kann. Jeder Charakter spielt sich unterschiedlich, jeder Charakter kommt mit seinem eigenen Moveset daher – die Spielbarkeit ist wirklich sehr gut gelungen. 1080p, 60 Bilder pro Sekunde und ein charmanter Comic-Look runden den Spielspaß ab und sorgen für einen flüssigen, als auch effektreichen Schlagabtausch.

Der Arcade-Modus mit dem Endkampf gegen Galactus hätte etwas fairer und weniger frustrierend für Neulinge ausfallen können. Im Grunde genommen verzeiht Galactus selbst auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad kaum Fehltritte. Leider protzt auch der Missionsmodus nicht gerade mit Innovation, sondern eher durch übertrieben empfindlich abgestimmtes Timing, sodass sich an diesen Modus geübte Prügelfreunde probieren sollten.

Partien im Mehrspieler sind durchaus spaßig, spannend und sorgen durch die fulminante Präsentation immer wieder für aufstehende Nackenhaare. Capcom punktet hier mit wenigen Defiziten in der Verbindung, patzt auf der anderen Seite allerdings mit zu wenig Abwechslung im Bereich der Spielmodi.

Alles in allem ist der Titel einen Blick für Fans des Marvel-Universums und Beat’em Ups wert!


Vielen dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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