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Testbericht: Tower of Guns

Man nehme eine Prise Arena-Shooter à la Unreal Tournament und füge eine gehörige Portion Roguelike-Gameplay im Stile eines Binding of Isaac oder Rogue Legacy hinzu und orientiere sich optisch am Cel-Shading-Look eines XIII oder Borderlands – fertig ist Tower of Guns. Ob der selbsternannte „Shooter für die Mittagspause“, welchen Joe Mirabello da in Eigenregie zusammengebastelt hat, auch ein „Tower of fun“ ist, versuche ich in meinem Test zu klären.

Die Gefahr lauert überall und man weiß nie, was einen im nächsten Raum erwartet.
Die Gefahr lauert überall und man weiß nie, was einen im nächsten Raum erwartet.

Über sieben Stockwerke sollst du gehen

Spielerisch präsentiert sich Tower of Guns in typischer Roguelike-Manier, wer also bereits einen Vertreter dieses Genres gespielt hat, weiß genau was ihn hier erwartet – nur eben in Form eines schnellen Ego-Shooters:

So ballert ihr euch durch unzählige, zufallsgenerierte Level, welche mit diversen Gegnern und Verteidigungsmechanismen aufwarten. So entledigt ihr euch fliegenden Robotern, zerstört massive Kanonen und weicht zielsuchenden Raketen aus. Dabei solltet ihr auf dem Weg in den nächsten Raum allerdings stets eure Lebensenergie im Auge behalten, denn genretypisch segnet ihr auch hier sehr schnell das Zeitliche, wenn ihr nicht aufpasst. Und das hat zur Folge, dass ihr wieder ganz von vorne anfangen müsst.

Immerhin sammelt ihr dabei, ganz wie beim hervorragenden Rogue Legacy, stetig Erfahrungspunkte und schaltet somit neue und oftmals deutlich stärkere Waffen frei, welche den nächsten Durchgang möglicherweise deutlich erleichtern. Frustrierend jedoch, dass während eines Durchgangs gesammelte Waffenupgrades und Poweups nach eurem Ableben unwiderruflich verloren sind.

Getötete Gegner hinterlassen allerdings Items, mit denen ihr eure Lebensenergie ein wenig auffüllen könnt. Und so ballert ihr euch letztlich durch Räume, welche mit unterschiedlichsten Gefahren daher kommen. Am Ende eines jeweiligen Stockwerkes erwartet euch dann ein zumeist sehr knackiger Bossgegner. Diese sind, wie eigentlich das gesamte Spiel, durchaus humorvoll ausgefallen – beispielsweise stellt sich euch mal ein riesiger Stier in den Weg.

Die Bossgegner sind das Highlight des Spiels.
Die Bossgegner sind das Highlight des Spiels.

Allgemein ist der Schwierigkeitsgrad von Tower of Guns mehr als knackig und es braucht gut und gerne 20-30 Anläufe, bis ihr den ersten Boss überhaupt zu Gesicht bekommt. Das liegt zum Teil aber auch an der Vertikalität des Titels: Anders als nahezu alle anderen Genrevertreter setzt das Spiel nämlich eben nicht auf zweidimensionale Level, sondern lässt euch im dreidimenstionalen Raum immer weiter den riesigen Turm erklimmen – dabei werdet ihr von unten mit Raketen beschossen, müsst von oben herannahenden Kanonenkugeln ausweichen und euch gleichzeitig noch Robotern erwehren.

Das frustriert teils ungemein. Zudem fehlt es dem Titel trotz Arenashooter-Ansatz auch einfach an spielerischer Abwechslung und diesem gewissen Charme, um wirklich länger motivieren zu können. Und so plätschert Tower of Guns irgendwie nur vor sich hin, nicht schlecht, aber auch nicht gut. Dem Titel fehlen die Alleinstellungsmerkmale

Eine wirkliche Hintergrundgeschichte gibt es nicht, stattdessen präsentiert euch das Spiel die Rahmenhandlung anhand von lächerlichen Texteinblendungen. Eine nette Idee, allerdings absolut ohne jegliche Relevanz. Zumal man in der Hitze des Gefechts eh nicht die Zeit hat, sich die Bildschirmeinblendungen durchzulesen.

Innerhalb der Level finden sich Upgradestationen, bei denen ihr die unterschiedlichsten Erweiterungen erwerben könnt, darunter beispielsweise ein Vierfachsprung oder erhöhte Bewegungsgeschwindigkeit, somit eröffnet euch das Spiel ständig neue Möglichkeiten. Schade allerdings, dass es keinerlei Ranglisten oder Onlinemodi gibt.

Ein netter Look

Durchaus überzeugend fällt der Grafikstil von Tower of Guns aus: Der Cel-Shading-Look der im Spiel werkelnden Unreal Engine 3 passt hervorragend zu dem Spiel und sieht durchaus gut aus, auch wenn die Objekte bei näherer Betrachten doch sehr grobpixelig und kantig daher kommen. Dennoch muss man bedenken, dass das Spiel von nur einem einzelnen Entwickler zusammengeschustert wurde. Dabei macht sich besonders die Liebe zum Detail in Sachen Gegnerdesign der stimmigen Comic-Steampunk-Optik bemerkbar, wenn sich euch die niedlichen Hug-Bots in den Weg stellen, über deren Köpfen rosa Herzchen aufsteigen. Ähnlich skurrile Widersacher runden zusammen mit den durchaus schicken Explosions- und Lichteffekten den stimmigen Look des Spieles ab.

Das Gegnerdesign ist durchweg stimmig.
Das Gegnerdesign ist durchweg stimmig.

Akustisch kann Tower of Guns hingegen nicht so ganz überzeugen. Die gesamte Vertonung wirkt spürbar billig und blechern, auch die total abgefahrenen Waffen wie Rasierblattwerfer oder Handkanone haben keinen ordentlichen Wumms und klingen sehr schwach. Schade, auch musikalisch weiß der Titel zu keinem Zeitpunkt zu überzeugen.


Vielen Dank an Terrible Posture Games für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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