Image default
Reviews Wii U Xbox One

Testbericht: Toby: The Secret Mine

PC-Spieler dürften Toby: The Secret Mine bereits kennen, denn so wurde dieses am 20.10.2015 für jenen veröffentlicht. Folglich erschien jetzt am 20.01.2017 Toby: The Secret Mine auf der Xbox One.  Ob der Titel an das ähnliche Limbo herankommt, werde ich euch in den folgenden Zeilen erzählen.


Kleiner Mann, großes Abenteuer!

Gut, ich weiß nicht genau ob es ein Mann ist. Der Name „Toby“ lässt zumindest darauf schließen. Ich denke aber nicht, dass Toby ein Mensch ist. Doch nun zurück zum Thema, worum gehts eigentlich bei Toby: The Secret Mine ?

Toby: The Secret Mine - Testbericht
Das Artdesign von Toby: The Secret Mine macht was her.

Wenn ich ehrlich bin, ich weiß es nicht genau. Dazu später mehr. Was ich aber weiß, ist, dass wir als Toby die Aufgabe haben kleine Artgenossen aus Käfigen zu befreien. Diese wurden von einem großen Artgenossen mit roten Augen (Toby und die Gefangenen haben weiße Augen) entführt und in Käfige gesperrt.

Der Weg führt Toby also in eine Mine. Dort sucht er in dem knapp drei stündigen Abenteuern in verschiedenen Arealen nach seinen Artgenossen, welche wie gesagt in Käfigen gesteckt wurden (26 an der Zahl). Auf dem Weg werden einem öfter Sprungpassagen und kleinere Rätsel in den Weg gestellt. In den meisten Fällen gibt es auf dem Weg auch kleinere Hinweise für das Lösen der Rätsel. Ab und an kommt es vor, dass man Kisten schieben muss, um höher gelegene Stellen zu erreichen.

Wie man vielleicht merkt, fällt es mir schwer groß was zu der Story zu sagen. Ich komme nochmal darauf zurück, wenn ich anfange die Kritikpunkte aufzuführen.


Artdesign und Steuerung sind grandios

Viele von euch werden merken, dass sie diesen Stil doch bereits schon mal gesehen haben. Und ja, dass ist richtig, das Spiel sieht stark wie das gar nicht so alte Limbo aus. Folglich spielt es sich auch recht ähnlich. So sind wir mit Toby in Form eines 2D-Plattformers Jump ’n‘ Runs unterwegs. Toby und seine Umgebung werden dabei stets schwarz dagestellt.

Während man seinem Weg also folgt, kommt es immer mal vor, dass man andere Lebewesen sieht. Beispielsweise Katzen oder Vögel. Die Animationen sind alles in allem passabel und können sich sehen lassen. Auch vor dem Spielgeschehen kommt es schon mal vor, dass man Schatten von Bäumen oder Holzbalken sieht. So wirkt es so, als wenn sich etwas vor der Kamera befindet.

Toby: The Secret Mine - Testbericht
Die Wippe muss so balanciert werden, dass man nicht die auffallenden roten Dornen berührt. Dies klappt durch die genaue Steuerung auch ziemlich gut.

 

Ich habe auf Limbo angesprochen. Im Gegensatz zu diesem kommt Toby:The Secret Mine mit Farbe daher. Zwar ist die Plattform auf der man sich bewegt in den meisten Fällen schwarz. Doch die Hintergründe sind farblich belegt. So hat man in der Mine zum beispiel einen violetten Hintergrund, während man draußen einen blauen Hintergrund oder einen grauen Hintergrund hat wenn es regnet. Zwischenzeitig kommt man auch auf eine weiße beschneite Plattform, welche meines Erachtens auch das Highlight des Spiels ist.

Toby: The Secret Mine - Testbericht
Na? Wo ist unser Toby? Die weißen Augen geben den Hinweis.

 

Zu der Steuerung des Spiels kann man absolut nichts sagen. Zwar ist es anfangs noch etwas schwierig die Abstände und Höhen einzuschätzen, aber im Laufe des Spiels geht das vollkommen flüssig von der Hand. Toby reagiert sehr gut auf die Tastendrücke und auch genaue Sprünge auf kleine Plattformen sind kein Problem.


Tot? Noch ein Versuch!

Schnell habe ich im Laufe des Abenteuers die 100 Tode voll bekommen (Es gibt ein Archievement dafür). Oftmals kommt es vor, dass man stirbt. Toby: The Secret Mine setzt sehr auf das learning by doing-Prinzip. Viele Fallen sieht man beim ersten Durchgang noch nicht. So springt man auf eine Plattform und wird von Stacheln durchbohrt. Im Schneegebiet kommt es sogar vor, dass man von einer Lawine verfolgt wird. So wird man motiviert die Stelle immer und immer wieder zu versuchen und ein System hinter beispielsweise stampfenden Decken zu finden. Man stirbt zwar oft, aber die Checkpoints sind großzügig gesetzt.

Toby: The Secret Mine - Testbericht
26 von den kleinen Artgenossen können auf dem Weg gerettet werden.

Farbe ist nicht immer gut.

Doch es gibt auch Sachen, die bei Toby: The Secret Mine nicht so toll sind. Leider besitzt Toby: The Secret Mine einige diese Unannehmlichkeiten.

Der kleine Bruder von Limbo, so nenne ich Toby jetzt, macht im Vergleich zu diesem eine Sache falsch. Limbo hat sich gerade durch die emotionale Tiefe ausgezeichnet. Diese kommt bei Toby: The Secret Mine nie auf. Woran das liegt? Ich würde behaupten an dem farbigen Artdesign, zwar ist dieses überaus hübsch gestaltet und alles, kickt aber die emotionale Tiefe, welche beispielsweise Limbo hatte komplett raus.

Auch das Storytelling macht der große Bruder besser. So wird man bei Limbo immer wieder damit konfrontierte das die Schwester des Protagonisten verschwunden ist. Ebenso wird man auf schockierende und brachiale Art und Weise um die Ecke gebracht. Woraufhin man im Gegensatz bei Toby: The Secret Mine die Story vergeblich sucht. Warum sind die Kinder des Stammes entführt worden? Wer sind die, welche die Kinder einsperren? Was sind wir überhaupt? Auch das Thema mit dem „Um die Ecke bringen“ ließ mich bei Toby: The Secret Mine komplett kalt. „Hey eine Kettensäge“ diese durchsägt einen, dennoch fällt Toby einfach in sich zusammen als würde er sich schlafen legen – wie bei jeder anderen Todesfolge übrigens auch. Diese emotionale Kälte liegt aber auch einfach daran, dass der Charakter Toby mir persönlich so gar nicht ans Herz gewachsen ist, was an der fehlenden Hintergrundstory liegt.

Toby: The Secret Mine - Testbericht
Die Fahrt mit der Lore ist eines meiner persönlichen Highlights.

 

Überraschungen darf man im Leveldesign aber abseits von gut versteckten Zugängen aber nicht erwarten. Hier muss man meistens Schalter umlegen oder eine Kiste von einer Stelle zur nächsten schieben. Im Vergleich zu Limbo fehlt mir hier das stimmige aufeinander abgestimmte Konzept.

Die Steuerung ist wirklich gut, Toby reagiert wenn wir es wollen. Dennoch musste man sich, zumindest in unserer Testversion, zwischenzeitig mit nervigen Fehlern herumschlagen. So blieb Toby einfach auf der Stelle stehen und man musste komplett neustarten. Folglich kam es auch mal vor, dass sich Toby von selber zur Seite bewegt hat beim Umlegen eines Schalters. Gerade bei Schaltern wo das Erreichen der nächsten Plattform zeitlich begrenzt ist, ist das besonders nervig.


Fazit:

Fassen wir kurz zusammen. Toby: The Secret Mine ist ein 2D-Plattformer Jump ’n‘ Run mit Rätselelementen im Limbo-Stil. Auch wenn Toby seinem großen Bruder etwas nachsteht, ist es kein schlechtes Spiel.

Mir persönlich wäre es lieb gewesen, wenn man etwas mehr über den kleinen Toby und seinem Stamm erfahren hätte. Zwar kann ich mir eine These über die Mine und dem Ende des Spiels vorstellen, will hier aber nicht zu möglichen Spoilern ausholen. Außerdem bedient sich diese These auf meiner eigenen Fantasie und keiner vorgeschriebenen Lore.

Folglich hätte dem Spiel ein paar mehr Emotionen und ein paar mehr Hinweise auf die Fallen gut getan. Zumindest wenn man das erste Mal auf eine der vielen Fallen trifft. Fans von Limbo und Fans von 2D-Plattformer dürfen aber dennoch mal einen Blick in Toby’s Welt wagen, wenn sie die Möglichkeit haben. Die Wertung von 6 Punkten liest sich vielleicht ein wenig mager. Ich begründe dies damit, dass ein solches Spiel einfach den Schwerpunkt auf der Atmosphäre haben sollte und diese geht leider total flöten, schade!


Vielen Dank an Headup Games für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

verwandte Beiträge

Testbericht: Game of Thrones Episode 5: A Nest of Vipers

Christian Ibe

Testbericht: Divinity: Original Sin Enhanced Edition

Christian Ibe

Mario Kart 8 – Vergleichstool

Nature225