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Testbericht: Titan Souls

Es gibt eine Menge Indie-Spiele, viele ähneln sich und man kann förmlich eine Strich-Liste führen, wie so ein Spiel oftmals aussieht und sich spielt. Hoher Schwierigkeitsgrad, Pixel-Look, simple Steuerung, stimmungsvoller Soundtrack. Es wird eine Menge Spiele geben, auf die diese Beschreibung passt, trotzdem gibt es ein Titel der eure Aufmerksamkeit bekommen sollte, nämlich Titan Souls. Warum ihr eure kostbare Zeit aufbringen solltet um dieses kleine Indie-Spiel zu zocken? Test lesen, was denn sonst?!

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Pixel-Look mit Charme und Zelda-Flair

Kampf der Titanen

Wenn man mich fragt, wie man Titan Souls am Besten beschreiben kann, dann würde ich sagen es ist ein Mix aus dem klassischen Zelda, Dark Souls und Shadow of the Colossus. Und wer auch nur wenige Minuten gespielt hat, der wird mir zustimmen. Auf eine ausgeklügelte Story mit viel Tiefgang müsst ihr verzichten. Eine Erklärung gibt es auch nicht. Ihr seid ein kleiner Junge, mit Pfeil und Bogen ausgerüstet und bahnt euch einen Weg. Ganz schnell wird dabei die simple Steuerung erklärt. Per Knopfdruck den Pfeil schießen, gedrückt halten um ihn zurückschweben zu lassen, alternativ einfach einsammeln. Per Knopfdruck abrollen, gedrückt halten um zu rennen. Das war es auch schon, mehr braucht man aber auch nicht. Ich habe Titan Souls auf dem PC gespielt und würde raten, einen Controller zu verwenden. Man kann es auch mit der Tastatur spielen, das ist aber wesentlich schwerer, weil es auf wenige Sekunden und schnelle Reaktionen ankommt.

Zurück zu eurer Aufgabe, Titanen besiegen. Zu Beginn habt ihr die Auswahl aus vier Titanen, wenn ihr diese besiegt, dann öffnet sich ein großes Tor und ihr schreitet voran. Da das Spiel von eben diesen Titanen lebt, werde ich nicht auf Titanen zu sprechen kommen, die weiter im Spiel vorkommen und werde mich auf die ersten beschränken um einen Einblick zu geben.

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Auch eisige Szenerien erwarten euch im Kampf gegen die Titanen

Irgendwo muss man ja anfangen

Mein Weg ging direkt in die erste Tür, die vor mir war und der erste Kampf stand bevor. Der Gegner? Ein übergroßer grüner Blob. In der Mitte das Herz. Es war relativ klar, wie man hier vorzugehen hat. Bei einem Treffer teilt sich der Blob und wird mit seinen Bewegungen schneller, bei genügend Treffern liegt das Herz dann offen und ein gezielter Schuss sorgt für den Sieg. Aber leichter gesagt als getan, ebenso wie ein Treffer von euch ausreicht den Titanen zu legen, reicht auch nur ein Treffer aus um euch zu erlegen. Und je kleiner die Blobs werden umso schwieriger wird es auszuweichen, wegzurollen, zu zielen und zu Treffen. Während ihr den Bogen aufzieht um zu schießen könnt ihr euch übrigens nicht bewegen.

Zusätzlich sorgen schleimige Pfützen, die durch das Sspringen der Blobs auf dem Boden kleben bleiben dafür, dass ihr langsamer seid, also rollt euch lieber schnell heraus, sonst erwartet euch der virtuelle Tod. Einige vergebliche Versuche später gab es dann den Glückstreffer und der erste Titan gehörte der Vergangenheit an. Das Gefühl des Sieges lassen die ärgerlichen Tode vergessen machen und man will direkt den Nächsten!

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Eines der insgesamt 18 Titanen

Wunderschöne einsame Welt

Was neben den Kämpfen wirklich zum Highlight des Spiels gehört ist der Look und sein dazu passender Soundtrack. Klar, den Pixel-Look hat inzwischen gefühlt jeder, aber gerade bei dem Spiel-Prinzip bietet sich die Simplizität der Pixel an. Die Welt soll leer sein, ähnlich wie schon bei Shadow of the Colossus, aber sie wirkt nicht kalt, sie wirkt charmant und schön. Der beruhigende Sound der Oberwelt ist dann die Kirsche auf dem Stimmungs-Kuchen.

Wenn es dann wieder gegen einen Titanen geht, dann wird auch der Soundtrack schneller und pumpt im Einklang mit dem Herzen, dass vor Aufregung seine Frequenz erhöht. Viel Abwechslung dürft ihr aber nicht erwarten. Es gibt zwar hier und mal ein Rätsel und das bekommt dem Spiel ganz gut, aber davon gibt es leider zu wenig. Der Kampf gegen die Titanen steht im Fokus, es ist konsequent, aber nutzt sich dann doch ab.

Titan Souls ist definitiv einen Blick wert und wird euch sicherlich fordern und an die Tastatur oder den Controller bannen, zwar nicht für lange, aber so kleine fordernde Spiel-Sessions haben doch noch niemanden geschadet. Wer vor dem Kauf mal Probe spielen will, der sei die Browser-Variante ans Herz gelegt.


Vielen Dank an Devolver Digital für die freundliche Bereitstellung des Test-Musters.

 

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