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Testbericht: The Walking Dead: Season 2 – Episode 3

Mit „In Harm’s Way“ ist die nunmehr dritte Episode der zweiten Staffel von Telltales Erfolgsreihe „The Walking Dead – The Game“ erschienen, welche die Ereignisse rund um die kleine Clementine inmitten der Zombie-Apokalypse weiter erzählt. Nach der spannenden zweiten Folge verschlägt es unsere Gruppe rund um Clementine, Kenny und Co. in das von Carver geschaffene Lager, in dem neuer Schmerz und Leid für die Überlebenden wartet.

Die Gruppe in Carvers "Reich"
Die Gruppe in Carvers „Reich“

Die Inspiration ist offensichtlich

In Harms Way setzt wie gewohnt direkt an die Ereignisse der vorangegangenen Folge an und erzählt, was mit Clementine und ihren Begleitern nach der Gefangennahme durch den neuen Anti-Helden „Carver“ geschieht, dessen Vorbild ohne jeden Zweifel der Gouvenor aus der TV-Serie von The Walking Dead ist. Eingepfercht in einen Transporter wird die Gruppe in das Lager vom Carver gebracht, das nichts anderes als eine Art riesiger Supermarkt ist, der mittels Barrikaden vor den Walkern geschützt ist. Anders als man dies vielleicht erwarten könnte, kommt man in den gut 90 Minuten, die die aktuelle Folge andauert aber kaum in den Kontakt der Bewohner des Lagers, zumal das Lager fast ausgestorben scheint und sich nur wenige andere Bewohner sehen lassen. Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass Clementines Gruppe wie Gefangene in einen separaten Bereich im Lager eingesperrt werden und zu Arbeitsdiensten verdonnert werden, um das Leben in Carvers Reich aufrecht zu erhalten. Natürlich hat unser neugewonnener Antiheld direkt solch ein liebenswürdiges Auftreten, dass man ihn am liebsten den modrigen Walkern zum Fraß vorwerfen möchte. Denn wer sich Carver widersetzt muss mit schwerwiegenden Konsequenzen oder gar dem Tod rechnen, was Clementines Gruppe auch schnell erfahren wird. Zu viel wollen wir von der Folge aber nicht spoilern. Jedoch wird es typischerweise wieder zahlreiche tragische Ereignisse geben, die aufgrund eurer Entscheidungen im Spiel eintreten, wobei erneut ein wirklich weitreichender Handlungsspielraum nicht gegeben wird und grundlegende Ereignisse passieren, egal was ihr auch macht.

Unsympathischer Zeitgenosse - Carver
Unsympathischer Zeitgenosse – Carver

 

Dazu wirken viele Ereignisse in dieser Folge weitgehend vorhersehbar und nicht so überraschend, wie man es vielleicht aus der einen oder anderen Folge zuvor kennt. Zudem rückt Clementine nun noch mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Fast jede wichtige Entscheidung der Gruppe hängt nun an der kleinen Protagonistin, die das Sprachrohr der Überlebenden ist und zugleich in jeder Situation als letzte Rettung dient. Das Ganze nimmt in der Folge fast schon etwas Überhand und wirkt dadurch zum Teil unglaubwürdig. Zudem vermissen wir die von Telltale groß angepriesenen Auswirkungen der Entscheidungen aus den letzten Folgen oder gar aus der Zusatzepisode 400 Days. Bis auf die Begegnung mit Bonnie kann man im Prinzip keinerlei Verweise zu euren früheren Entscheidungen finden – schade! Auch wenn die Spielzeit mit gut 90 Minuten gefühlt etwas länger ist als bei den beiden vorangegangenen Episoden, fühlt man sich diesmal etwas durch das Geschehen gehetzt. Da ihr auf einige neue Charaktere trefft, habt ihr kaum die Möglichkeit jeden wirklich kennenzulernen, sodass die neuen Gesichter nur als Randnotiz wahrgenommen werden und die Geschehnisse sich teilweise überschlagen.

bronze-großWenn wir gerade beim Thema „Überschlagen“ sind. Scheinbar hat die Engine in dieser Folge wieder mehr zu kämpfen. Vor allem bei einigen Entscheidungspassagen fallen die längeren „Ladezeiten“, in denen sich auf dem Bildschirm nichts tut, unschön auf. Teilweise zwei bis drei Sekunden dauern die kurzen Unterbrechungen an, die einfach nicht sein müssen und in einigen vergangen Folgen schon deutlich kürzer ausgefallen sind. Ansonsten erwartet euch technisch kein wirklicher Unterschied und der gewohnte Stil der Reihe. Spielerisch fühlt sich die aktuelle Episode allerdings etwas flacher an. Mal müsst ihr an Wachen vorbeischleichen, die euch aber sowieso nicht entdecken und gewohnt hier und da ein Quicktime-Event meistern, insgesamt wurde da schon mehr in Form von Rätseln oder kleineren Kombinationsaufgaben geboten. Dennoch fesselt „Harms Way“ mit seiner spannenden Story und dem Wunsch des Spielers, unbedingt zu wissen wie die Story rund um Clementine weitergeht. Der Cliffhänger am Ende der Episode ist fast schon wie ein Schlag in die Magengrube, da man sich nicht wirklich ausmalen kann in welche Richtung sich die Story in der kommenden Folge weiterentwickeln wird.


Vielen Dank an Telltale Games für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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