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Testbericht: The Walking Dead: Michonne

[Anmerkung zum Test: Selbiger wird fortlaufend durch die Veröffentlichung der kommenden Episoden ergänzt und erhält nach der Veröffentlichung der letzten Episode Ende April seine abschließende Bewertung]

Telltale’s „The Walking Dead“-Reihe ist zurück mit einer neuen Hauptdarstellerin, neuen Gameplay-Ideen und letztlich doch dem alten Erfolgsrezept des interaktiven Films mit Mitspielen. Wir haben uns Episode 1 der neuen Mini-Serie The Walking Dead: Michonne genauer angesehen und verraten euch, ob sich ein Blick auf den neuen Abstecher in die Welt der Beißer lohnt.

Nicht zimperlich: Michonne greift zu rabiaten Mitteln im Kampf gegen die Beißer.
Nicht zimperlich: Michonne greift zu rabiaten Mitteln im Kampf gegen die Beißer.

Mit der Machete gegen den Rest der Welt

In der neuen Adventure-Reihe aus dem The Walking Dead-Universum dreht sich alles um die aus den Comics und der TV-Serie bekannte Michonne, deren Markenzeichen ihr schnittiges Katana ähm ihre schnittige Machete ist, mit der sie so manchen Beißer endgültig das Verlangen nach Menschenfleisch genommen hat. Ein an sich guter Schritt der Entwickler, da eine neue Protagonistin durchaus für frischen Wind sorgen kann – nachdem Telltale nach der etwas unspektakulären zweiten Season von The Walking Dead einiges an Kritik einstecken musste, da man sich in altbekannten Gameplaymustern festgefahren hatte, die deutliche Ermüdungsspuren zeigten. Also alles auf Anfang und somit wirft euch die Story von Episode 1 „Verwickelt und verstrickt“ direkt ins Kalte Wasser. Angesiedelt zwischen die Geschehnisse der Comic-Serie zwischen den Ausgaben 126 bis 139 begleiten wir Michonne zunächst durch das Dickicht des Waldes und bemerken schnell, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Schatten der Vergangenheit plagen unsere Protagonisten, der die Unterscheidung zwischen Realität und Wahnvorstellung immer schwerer zu fallen scheint. Als die Lage aussichtslos scheint trifft Michonne auf eine Gruppe anderer Überlebender, denen sie sich anschließt und fortan mit einem Katamaran über den Wasserweg reist, ehe die Story ziemlich flott an Fahrt und Dramatik zunimmt, als die Überlebenden einen Notruf einer verzweifelten Frau empfangen…

Serientypisch erwarten euch in den folgenden gut 90 Minuten dramatische Wendungen, ereignisreiche Entscheidungen und kleinere Actionsequenzen, in denen ihr einen flotten Finger in Quicktime-Events beweisen müsst. Dabei fällt vor allem das stimmige Pacing der Episode auf. Der Mix zwischen ruhigeren Erkundungen und spannenden Momenten in denen ihr Fingerspitzengefühl beweisen müsst ist sehr gut ausgefallen und fesselt Fans der Reihe ans Pad. Positiv fällt vor allem der Einblick in Michonnes Gefühlswelt aus. Die taffe Amazone wurde extrem gut umgesetzt, vor allem der Spagat zwischen ihren starken Charakterzügen als furchtlose Kämpferin, die scheinbar nichts mehr zu verlieren hat und ihren verzweifelten Momenten, in denen sie um ihre verlorenen Kinder trauert wurden gut umgesetzt und wirken glaubwürdiger als viele Momente aus The Walking Dead: Season 2.

Eine starke neue Holding: Michonne ist genauso ein spannender Charakter wie in der Comic-Vorlage!
Eine starke neue Holding: Michonne ist genauso ein spannender Charakter wie in der Comic-Vorlage!

Sicher dürft ihr spielerisch keine Innovationen erwarten, denn grundsätzlich spielt sich auch The Walking Dead: Michonne wie die zahlreichen Telltale Adventures der letzten Jahre. Ein klein bisschen Action hier und da sind dennoch spürbar und geben dem Titel ein gutes Tempo. Ebenfalls löblich: Direkt zum Start bietet das Abenteuer diesmal deutsche Untertitel, die zwar einige Übersetzungspatzer beinhalten, dafür aber auch Spielern, ohne gute Englischkenntnisse, die Möglichkeit bieten in die Story einzutauchen. Gerade die Dialoge sind gut geschrieben, erzeugen einige spannende Momente und erfordern häufig wohl überlegte Entscheidungen, die eure Beziehungen serientypisch zu den übrigen Charakteren beeinflussen. Optisch erwarten euch keine Quantensprünge, deshalb ist es auch absolut unverständlich, warum das Spiel nach wie vor, wie all seine Vorgänger immer wieder ruckelt, obwohl die PS4 und Xbox One nicht ansatzweise durch die Optik ausgelastet werden. Punkten kann hingegen die englische Vertonung des Spieles, die packend umgesetzt wurde und eine hohe Qualität aufweist.

Alles in allem macht die erste Episode Appetit auf mehr und wir sind sehr gespannt wie sich die Story um Michonne in den beiden folgenden Episoden weiterentwickeln wird und ob uns Telltale mit der einen oder anderen neuen Idee noch überraschen will. Wir freuen uns jedenfalls auf Ende März, wenn The Walking Dead: Michonne in die zweite Runde geht!


Vielen Dank an Telltale für die freundliche Bereitstellung des Test-Codes!

 

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