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PS4 Reviews

Testbericht: The Elder Scrolls Online: Tamriel Unlimited (PS4)

Da bin ich nun. Es ist Samstag-Abend, ich habe frei und lege das Testmuster von TESO in meine Playstation 4. Ich weiß bisher noch nicht so recht was ich von dem Spiel zu erwarten habe, beziehungsweise ob ich mir selbst zuvor Gedanken über meine Erwartungshaltung gemacht haben.

Was ich allerdings weiß ist, dass ich in der Vergangenheit viel Spaß mit World of Warcraft hatte. Und World of Warcraft zählt noch heute, viele Jahre nach der Veröffentlichung zu den Spitzenreitern der MMORPG-Branche. Doch hatte ich damals auch wesentlich mehr Zeit mich der Immersion und den Annehmlichkeiten dieser riesigen und weitläufigen Welten hinzugeben hinzugeben. Egal ob Rollenspiel, Echtzeitstrategiespiel oder Ego-Shooter, keines der benannten Genres vereinnahmt den Spieler so sehr wie dieses.

Schließlich muss man sich um sich in der komplexen und großen Welt eines MMORPGs nicht zu verlieren, viel Wissen aneignen. Und das kostet Zeit. Sehr viel Zeit. Und das beginnt schon bei der Klassenauswahl und der anschließenden Erstellung unseres Avatars mit dem wir die nächsten 2000 Stunden in der virtuellen Welt zubringen werden.

Und wenn wir uns dann durch die zahllosen Auswahlmöglichkeiten der Individualisierung geklickt haben werden wir in eine uns unbekannte und schier endlos wirkende Welt geworfen. Wir müssen uns mit den Gegebenheiten der Welt vertraut machen, dunkle höhlen erkunden und skurril wirkende Feinde bekämpfen. Und als währe das alles noch nicht schon herausfordernd genug wird von uns auch noch erwartet, dass wir uns nach einem Levelaufstieg neue Fertigkeiten, sogenannte Skills aneignen.

Wer da schnell mal den Boden unter den Füßen verliert und wenig Geduld mitbringt, sollte sich bereits hier Gedanken machen ob er nicht lieber einen Bogen um The Elder Scrolls Online machen sollte. Denn wo andere Spiele wie das zu Beginn erwähnte World of Warcraft und andere Konkurrenten wie Guild Wars 2 nicht an Auswahlmöglichkeiten und Tiefgründigkeit geizen, setzt TESO noch eine Schippe drauf. Alles ist größer, (anfangs) verwirrender und wirkt unbezwingbar. Als ich mich das erste mal in Tamriel wiederfand, hatte ich das Gefühl ich müsse jetzt erstmal vier Wochen Urlaub beantragen um die Grundlagen des Spiels zu erlernen. So ergeht es wahrscheinlich fast jedem bei seinem „ersten Mal“. Ich werde nachfolgend nicht im Detail auf die Finessen und Inhalte des Spiels eingehen, dies hat mein Redaktionskollege Hendrik bereits im vergangenen Jahr getan. Vielmehr schildere ich meine Ersteindrücke und die technischen Besonderheiten der von mir getesteten Playstation-4-Version.

Eingangs habe ich schon einen Vorgeschmack darauf gegeben, was man erwarten kann. Doch das war noch nichtmal die Spitze des Eisberges. Da ich durch meine World of Warcraft Zeit und auch durch das Spielen diverser anderer Rollenspiele einen nennenswerten Erfahrungsschatz besitze, ging ich davon aus, dass mich hier nichts mehr überraschen kann. Als ich dann allerdings zum ersten mal meine verdienten Skillpunkte verteilen musste erkannte ich: Hier ist ALLES anders. Nicht nur sind fast alle Dialoge im Spiel synchronisiert, das Skillsystem so komplett unkonventionell. Auch treffe ich hier in größeren und ausufernden Questreihen Entscheidungen die den weiteren Verlauf des Geschehens signifikant beeinflussen.

Das Elder Scrolls Online-Tagebuch 2: Ödfels
Landschaftlich bietet das Spiel viel Abwechslung.

Puh. Das ganze hört sich nach Arbeit an! Und das ist es auch. Ich hatte mir vorgenommen jede Dialogsequenz komplett zu verfolgen, visuell und auditiv. Allerdings überkam mich bereits während dem Tutorial ein Gefühl der Angespanntheit. Mir wurde alles zu viel, es dauerte mir zu lange! Ungeduld machte sich in meinem Körper breit und so begann ich fast alle nachfolgenden Dialoge einfach zu überspringen und in Kauf zu nehmen relevante Informationen über den weiteren Storyverlauf zu verpassen und auch Entscheidungen nicht in ihrer eigentlichen Tragweite zu spüren. Ich bin wohl einfach zu ungeduldig in einem MMORPG. Zu sehr wurde ich in der Vergangenheit darauf konditioniert von einem Ausrufezeichen zum nächsten zu hetzen, ellenlange Questtexte wegzuklicken und schnell die nächsten Monster zu erjagen um anschließend beim auftauchenden Fragezeichen die Aufgabe abzuschließen und den dort erscheinenden Text ebenfalls zu überspringen.

Schnell verlor ich daher in TESO auch die Lust der Story zu folgen. Die Erwartungshaltung, von der ich mir noch nicht sicher war, welche Einflüsse sie auf meine Spielerfahrung machen würde, machte sich bemerkbar. Wenn ich ein MMORPG spiele erwarte ich stundenlanges Grinden, stupides Abarbeiten von ebenso stupiden Aufgaben, immer mit dem Ziel vor Augen, bessere Ausrüstung zu erhalten, mit der ich dann imstande bin, gemeinsam mit meinen Freunden epische schlachten in Instanzen auszufechten. Also bereits an dieser Stelle ein Fazit vorweg. So toll ich das Gerüst von Elder Scrolls Onlline auch finde; ich kann mich leider nicht der Zielgruppe zugehörig schätzen.

In den ersten beiden Wochen nach Release gab es zudem sehr lange Downzeiten der europäischen Server. So konnte ich an meinem wohlverdienten Feierabend überhaupt nicht spielen, was mich zunehmend frustrierte. Ich hatte dadurch nie die Möglichkeit tief genug in das Spiel abzutauchen um alle Feinheiten zu lernen. Während ich online war, kämpfte ich mich durch endlose Questreihen und dunkle Verliese. Hier manifestierte sich ein weiteres negatives Gefühl. Gerade das was ein MMORPG ausmacht, nämlich die Mehrspieler-Komponente, entpuppte sich mehr und mehr als unangenehmes Übel. Jeder Schritt den ich machte, jedes Verlies, das ich erkundete, jedes Monster das ich tötete lies mich glauben, ich befände mich in einem Offline-Spiel.

Das Elder Scrolls Online-Tagebuch 2: Flasche
Grafisch erinnert das Spiel stark an Skyrim.

Nach und nach gewöhnte ich mich an den Gedanken hier ein Singleplayer-Elder-Scrolls vor mir zu haben. Dabei fühlte ich mich richtig wohl. Während da doch nicht die nervigen anderen Spieler die mir mit ihren Feuerbällen die Skelette vor der Nase wegschnappen, die ich zur Erfüllung meiner Quest benötige. In noch keinem MMORPG zuvor empfand ich meine Mitspieler als derart große Störenfriede wie hier! Ein solches Fazit ist sicherlich nicht gerade gut für ein Mehrspieler Spiel.

Immerhin die Steuerung mit dem Gamepad funktionierte tadellos, wenn ich auch bereits bei Final Fantasy XIV eine ausgeklügeltere Steuerung erlebt hatte. Die Menüführung und auch das Layout der Benutzeroberflächen ist allerdings absolut schrecklich. Jeder der sich noch an das katastrophale Menü der PS3 Version von Skyrim erinnert, weis was ich meine. Déjà-vu. Auch die technische Umsetzung gefiel mir nicht sehr gut. Die 30 FPS waren gerade für die Verhältnisse eines MMORPGS sehr ermüdend für die Augen.

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