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Testbericht: Stick it to the Man

Stick it to the Man! ist ein Abenteuer, welches ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Immer noch frage ich mich, ob das, was ich gespielt habe, wirklich wahr ist! Zum Glück habe ich meine Eindrücke ebenfalls nicht vergessen, sodass wir euch nachfolgend ein Spiel vorstellen, welches euch selbst zweifeln lässt…

Stick it to the Man - 1

Stick it!

Nach einem langen Tag auf der Arbeit (ihr testet übrigens Schutzhelme) macht ihr euch als Ray, Hauptcharakter des Spiels, auf den Weg nach Hause. Dieser ist selbst überrascht, dass er auf seinem Heimweg so viel herumhüpfen muss, kann sich darüber jedoch nicht mehr all zu viele Gedanken machen – irgendetwas ist ihm auf den Kopf gefallen! Im Krankenhaus wacht Ray auf und wird sofort hinausgeworfen: seine Krankenversicherung zahlt (Obamacare sei Dank?!) für Kopfverletzungen leider nichts… als Ray seinen Verband abnimmt entdeckt er, dass ihm ein riesiger, rosafarbener Spaghetti-Arm aus dem Kopf ragt, mit welchem ihr die Gedanken anderer Leute lesen könnt! Da das kaum noch normal sein kann, erstmal nach Hause und den Albtraum ausschlafen. Doch es geht gerade erst richtig los…

Als Ray macht ihr euch im Verlauf des Spiels auf die Suche nach der Wahrheit und auf die Flucht: Was ist das für ein Spaghetti-Arm, der da seit der Verletzung aus dem Kopf wuchert, den außer ihm niemand zu sehen scheint? Und wieso ist eine mysteriöse Organisation so sehr hinter diesem her? Die entsendet nämlich mehr und mehr Handlanger, um Ray und seine außergewöhnliche Fähigkeit in die Finger zu bekommen. Die sind gleichzeitig auch der nervigste Teil des Spiels: In Metal Gear Solid-Manier sollt ihr an bewachten und engen Jump’n’Run-Passagen vorbei, ohne euch erwischen zu lassen, indem ihr die Gedanken eines müden Schergen lest und ihn mit diesen zum Einschlafen bringt. Ist das geschafft, kommt ihr endlich wieder zu den grandiosen Momenten der Software.

Stick it to the Man - 2

Gedanken lest ihr übrigens, indem ihr eure Wii U auf den Fernseher richtet und dann zwischen Personen und Tieren hin und her schwenkt. So lassen sich nützliche Hinweise und viele weitere Sticker finden, welche ihr dringlichst brauchen werdet.

Für das allgemeine Voranschreiten müsst ihr jedoch noch mehr Geschütze ausfahren: ihr helft der allgemeinen Bevölkerung bei ihren ganz alltäglichen Problemen. Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein Tierliebhaber bekommt sein Krodoil nicht mehr aus einem Rohr am Rande der Stadt hinaus. Durch Gedankenlesen findet ihr heraus, dass es Menschenfleisch ganz besonders gern hat und könnt so interagieren, dem Krokodil am Ende die Zähne klauen um sie einem kleinen Kläffer anzustickern. Der süße Köter wird dann zur Bestie und schlägt einige Schergen in die Flucht, welche einen Menschen in ihren Kofferraum entführt haben. Dieser ist euch für seine Befreiung dankbar und fährt euch nach Hause. Völlig skurril und doch Teil der absurden Spielwelt. An in der Welt befestigten Reißzwecken könnt ihr euch mittels eures Spaghetti-Armes vor allem zu Fluchtzwecken sprungartig fortbewegen, an grünen landet ihr oft am Anfang bzw. am Ende des jeweiligen Levels. Diese Shortcuts und Helferlein werdet ihr auch brauchen, denn ein weiterer negativer Aspekt ist, dass ihr teils mit mehreren Stickern im Gepäck herumlauft und diese nach und nach an allen möglichen Orten, an welchen Sticker einsetzbar sind, ausprobiert, bis ihr denn endlich einen Platz gefunden habt, an welchem einer tatsächlich endlich zu verwenden ist.

bronze-großSieht man von den teils nervigen Stealth-Teilen und dem Hin- und her-Gerenne bei den Stickern ab, bekommt man jedoch ein grundsolides, wunderschönes Spiel, das sehr vieles richtig macht. Die größten Stärken sind definitiv der Artstyle und der Humor, welcher sich mit einer wunderhübschen, englischsprachigen Synchronisation einfindet – deutsch sind nur die Untertitel. Wirkt Stick it to the Man! In den ersten zwei Sekunden vielleicht wie ein sehr düsteres Paper Mario, ist es in allen anderen Spielesekunden etwas Undefinierbares und trotzdem Großartiges: ihr zieht an Häusern die Papierwände ab, um die Gedanken der Menschen zu lesen, schnappt euch mit dem Spaghetti-Arm einen Sticker und klebt diesen woanders hin. Während Charaktere, Sticker & Co. alle zweidimensional gehalten sind, wirken die Häuser und viele weitere Elemente dreidimensional, bunt und stimmig, sodass Atmosphäre auch wirklich aufkommen kann – und Spaß garantiert ist.


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

 

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