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Testbericht: Star Wars Battlefront

In der Galaxie tobt ein erbitterter Krieg. Rebellen und Sturmtruppen bekämpfen sich in epischen Schlachten auf den Planeten Hoth, Endor, Sullust und Tatooine. Ich blicke gen Himmel – ein X-Wing wird von zwei Tie-Fightern gejagt und fliegt direkt auf einen Berg zu. Im krachenden Geheule der Lasergeschütze stürmt ein kleines Grüppchen Stormtroopers über einen Hügel vor mir. Meine Kameraden sind geschlagen, die Lage aussichtslos. Urplötzlich vernehme ich den Klang eines Lichtschwertes, welches Sekunden später bereits über meinen Kopf hinweg wirbelt und die herannahenden Gegner ins Jenseits befördert. Ich blicke zurück in die entschlossenen Augen von Luke Skywalker. Die Schlacht scheint gewonnen. Doch der Krieg tobt weiter. Star Wars Battlefront schickt euch direkt an die Front epischer Schlachten im weltberühmten Sci-Fi-Universum, welches sich wieder erstarkt präsentiert. Doch taugt der Multiplayer-Shooter der Battlefield-Macher für längere Zeit?

AT-AT müde, AT-AT wollen schlafen. Langweilig ist Battlefront auf keinen Fall
„AT-AT müde, AT-AT wollen schlafen.“ Langweilig ist Battlefront auf keinen Fall

Star Wars Battlefront: Die Schlacht beginnt

Wenn man DICE, die Meister der Multiplayer-Shooter aus Schweden, an ein ebensolches Projekt im Star-Wars-Universum setzt, kann eigentlich nicht viel schief gehen, oder? Richtig, denn den findigen Entwicklern ist mit Battlefront der nahezu perfekte Genre-Fanservice gelungen, den ich mir gewünscht habe. Battlefront sieht aus, klingt, fühlt sich an und spielt sich wie Star Wars – ohne Wenn und Aber.

Bis ins kleinste Detail erinnert hier alles an die originale Film-Trilogie: Ob es nun die ausklappenden Flügel der X-Wing sind, die Geräusche der Blaster oder die unglaublich detaillierten Karten und Charaktermodelle – für Fans des von George Lucas geschaffenen Universums geht hier ein spielerischer Traum in Erfüllung.

Und genau dort liegt die Schwierigkeit eines objektiven Tests, denn hinter der rosaroten Fanbrille finden sich in Star Wars Battlefront allerdings auch einige Punkte, die verbesserungswürdig sind.

Im Grunde genommen habt ihr es hier eben „nur“ mit einem reinrassigen Mehrspieler-Geballer zu tun: In mehr oder weniger altbekannten Spielmodi treten hier zwei Teams gegeneinander an, wer am Ende einer Runde die meisten Ziele erfüllt, Positionen erobert oder Gegner eliminiert hat, gewinnt die Runde. Soweit, so bekannt.

Besonders macht diese Modi allerdings der Fakt, dass ständig irgendetwas Spektakuläres passiert. Beispielsweise die AT-AT Walker Angriffe auf Hoth, abstürzende Tie-Fighter oder epische Weltraumschlachten, die direkt über eurem Kopf toben. Battlefront vermag es,  dieses spektakuläre Weltraum-Kriegs-Feeling nahezu perfekt zu vermitteln. Kaum ein… nein, kein anderer Shooter brachte bisher meiner Meinung nach die Intensität der Schlachten derart spektakulär rüber.

Battlefront sieht bombastisch aus und präsentiert die Schlachten spektakulär
Battlefront sieht bombastisch aus und präsentiert die Schlachten spektakulär

Im Laufe der Karriere schaltet ihr zudem unzählige neue Extras, Waffen und Optionen frei, welche ihr daraufhin im Kampf einsetzen dürft. So lässt sich der eigene Charakter mehr oder weniger auf die individuelle Spielweise anpassen – das funktioniert hervorragend und motiviert zudem, gehört mittlerweile aber auch schon zum Standard-Repertoire in diesem Genre.


Solo flop, online top

Allerdings schmerzt gerade der Verzicht auf eine Einzelspielerkampagne, denn Star Wars Battlefront setzt im Prinzip einzig und alleine auf den kompetitiven Mehrspielermodus. Im Prinzip? Nun ja: Auf dem Papier gibt es zumindest einen Singleplayer-Part. Und einen Koop-Modus gibt es noch dazu – sogar an einer Konsole, was heutzutage sehr selten geworden ist.

Allerdings merkt ihr bereits nach wenigen Minuten, dass diese Optionen nicht mehr als eine nette Dreingabe sind, denn im Prinzip handelt es sich hier lediglich um Tutorials, die euch mit der Steuerung vertraut machen, einen typischen Horde-Modus in dem ihr gegen immer stärker werdende Wellen von Gegnern antretet und eben normale Schlachten gegen computergesteuerte (und in Sachen Intelligenz nicht wirklich überzeugende) Bots. Schade, da wäre mehr wünschenswert gewesen.

Umso besser macht der Titel seine Sache allerdings im Onlinemodus, welcher trotz bis zu 40 Spielern gleichzeitig fast immer hervorragend flüssig und ohne spürbare Latenzen läuft – dedizierten Servern sei Dank dürft ihr euch also ausschließlich auf das Spielgeschehen konzentrieren, statt euch fluchend über die ruckelige Verbindung aufzuregen. Vielmehr setzt das Spiel konsequent auf Teamplay – nur wenn ihr zusammenspielt, führt das zum Erfolg.


Der Extra-Kick

Gerade in den Spielmodi Supremacy und Walker Assault gibt es dann ein ganz besonderes Schmankerl. Aufsammelbare Extras lassen euch für kurze Zeit in die Haut von insgesamt sechs bekannten Helden aus dem Star Wars-Universum schlüpfen.

Während ihr als Luke Skywalker oder Darth Vader gegnerische Truppen mittels Lichtschwert und Macht-Fähigkeiten dezimiert, nutzt ihr die überragende Mobilität eines Boba Fett, um mithilfe seines Jet-Packs die Gegner abzulenken.

Gerade diese Helden sind es, die Battlefront positiv von der Masse typischer Multiplayer-Shooter abheben und zu einem besonderen Erlebnis machen.

Gerade die Helden bringen frischen Wind ins Spiel. Absolut gelungen!
Gerade die Helden bringen frischen Wind ins Spiel. Absolut gelungen!

Abseits davon hat das Spiel allerdings auch mit ein paar Macken zu kämpfen: Teilweise sind die Spawn-Punkte nach eurem Ableben mehr als unfair gesetzt, sodass ihr daraufhin direkt erneut das Zeitliche segnet, weil ihr mitten in der gegnerischen Basis erwacht seid. Das führt mitunter zu Frust. Ebenfalls schade, dass sich die Kämpfe andauernd wiederholen – aufgrund doch relativ weniger Individualisierungsmöglichkeiten hat man binnen weniger Stunden alles immer und immer wieder gesehen. Auch die wunderschön geratenen Maps sorgen zwar anfangs für Staunen, lassen auf Dauer allerdings ein wenig Abwechslung vermissen.


Zu wenig

Insgesamt gibt es für meinen Geschmack leider viel zu wenig Freischalt- und Anpassungsmöglichkeiten in Star Wars Battlefront, auch das Fehlen eines Klassensystems finde ich persönlich sehr schade. Hinzu kommt die fragwürdige DLC-Politik des Publishers – denn während das Hauptspiel beispielsweise gerade einmal acht Karten enthält, sind im – mit einem Preis von 50 Euro – komplett überteuerten Season Pass 16 weitere Maps, sowie noch viele weitere Downloads erhältlich. Eine Frechheit!

Auf dem Bildschirm ist ständig etwas los.
Auf dem Bildschirm ist ständig etwas los.

Was man dem Spiel dann allerdings wieder zu Gute halten muss, ist die schlichtweg erstklassige Technik – kaum ein anderes Spiel werkelt auf einem ähnlich hohen Grafik-Niveau. Selten sahen die Umgebungstexturen detaillierter, die Effekte hübscher und die Animationen sauberer aus – wie man es auch dreht und wendet: Star Wars Battlefront ist ein wunderschönes Spiel.


Das kann was!

Keine Selbstverständlichkeit für einen reinrassigen Mehrspieler-Titel, bei dem immerhin bis zu 40 Spieler gleichzeitig über den Bildschirm jagen.

Besonders die Atmosphäre haben die Entwickler von DICE hervorragend eingefangen: Ob es nun der einfallende Nebel in den grünen Wäldern von Endor ist oder der aufwirbelnde Sand auf Tatooine – nicht selten klappt zumindest in den ersten Spielstunden die Kinnlade herunter.

Auch die Vertonung ist auf einem ähnlich hohen Niveau, auch wenn die Musik, sowie manche One-Liner der Helden leider nicht überzeugen können. Ansonsten ist die Vertonung DICE-typisch auf einem enorm hohen Niveau – druckvoll, intensiv und bombastisch.


Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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