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Testbericht: Sims 4 – An die Arbeit!

Immer wenn ein Spiel neu erscheint stelle ich mir die Frage: Wann wäre mir das Spiel einen Kauf wert? Wie gut muss ein Spiel sein, damit ich die Entscheidung treffen kann, mir einen Season Pass oder ein ähnliches Angebot zu diesem Spiel zu gönnen? Und dann muss ich zugeben, dass ich in diesem Punkt sehr geizig bin und ich sehr wenige Spiele zum Vollpreis gekauft habe, geschweige denn um einen um 40 Prozent reduzierten Preis. Sims 4 war bisher eines der Spiele, die ich für gut und vor allem unterschätzt befunden habe. Tim und ich haben bereits in unserem Test des Hauptteils angemerkt, dass das Spiel deutlich besser ist, als die allgemeinen Stimmen vermuten lassen und viele der fehlenden Features durch bessere Systeme ersetzt wurden und somit keine Lücke hinterlassen. Dennoch gab es bezüglich des allgemeinen Umfangs und diverser fehlender Inhalte noch einige Zweifel. Bisher war mir der Titel zwar lieb und gut, aber ich war mir nicht sicher, ob ich bereit gewesen wäre unter Umständen etwa 50 Euro für das Hauptspiel zu bezahlen. Nach den zahlreichen Updates und dem vielversprechenden und sogar preislich günstigen „Gameplay-Pack„, das uns in die naturbelassene Feriensiedlung „Granite Falls“ entführt hat, folgt nun mit „An die Arbeit!“ das erste große Add-On, das ganz in Tradition klassischer Sims-Erweiterungen steht und dabei mit vielen Neuerungen frischen Wind in das virtuelle Puppenhaus bringt. Ob das Spiel mittlerweile sein Geld wert ist? Das klären wir im folgenden Test.

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Ich habe heute leider kein Foto… Oh, doch, hab ich!

Get a Job!

Der Titel des DLCs ist auch zugleich dessen größte Neuerung. Fehlende und mangelhaft umgesetzte Karrieren waren ein Kritikpunkt zum Release des Hauptspiels. Man konnte zwar, wie in den Vorgängerspielen, das Verhalten des Sims einstellen, während er auf der Arbeit war, aber dafür nicht dessen Bedürfnisse einsehen. Dies wurde kurz nach Release von den Entwicklern eingefügt. Dennoch empfanden viele Spieler, dass es zu wenig Karrieren gäbe und man wünschte sich vor allem die Möglichkeit, die Sims auch an ihrem Arbeitsplatz zu kontrollieren. Diesem Wunsch kam Maxis in „An die Arbeit!“ nach. So gibt es drei große, interaktive Karrierestränge: Den Wissenschaftler, die Arzt-Karriere und die Polizeilaufbahn. Zusätzlich können wir als emsiger Geschäftssim einen Einzelhandel eröffnen. Anders als noch im Hauptspiel können wir diese vier Laufbahnen höchstselbst angehen und unsere Schützlinge bei ihren ersten Gehversuchen im Job begleiten. Eine Arbeit ist dabei ebenso schnell gefunden wie eh und je: Wir greifen auf unser Smartphone oder unseren Rechner zu und können so schnell und einfach einen Job nach Wahl finden. Beförderungen erreichen wir durch die Erledigung von Stufenzielen, beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Patienten als Krankenpfleger zu behandeln, indem wir bestimmte Fähigkeiten erlernen und indem wir eine generell gute Figur bei der Ausführung unserer Arbeit machen. Schnell bekommt unser Sim also einen Job als Krankenpfleger und kümmert sich so darum, Patienten ihren Betten zuzuweisen, sie zu untersuchen, Proben zu analysieren oder sie zu röntgen. Steigen wir auf, können wir später komplexe Krankheiten heilen und sogar Babys auf die Welt holen, mittels einer ulkigen Maschine, die ein wenig an ein typisches Kran-Spiel vom Jahrmarkt erinnert. Quest für Quest arbeiten wir ab und erreichen so immer höhere Karrierestufen. Wir müssen dabei aber auch abwägen, ob wir uns zwischen unseren Aufgaben um die eigenen Bedürfnisse und soziale Kontakte auf der Arbeit kümmern. Denn wenn es unserem Sim schlecht geht, erledigt er schlechte Arbeit. Schafft er aber zu wenige seiner Aufgaben vor Ablauf der Schicht, wirkt sich das negativ auf seine Leistung im Job aus. Erledigen wir unsere Aufgaben gut, schalten wir neue Möbel und Dekorationen für unser Haus frei, die positive Wirkung auf das Erlernen von neuen Fähigkeiten oder die Emotionen unserer Sims haben. Es ist also eine gute Kombination aus Zeitmanagement und Organisationstalent nötig, um möglichst viele Aufgaben in möglichst kurzer Zeit zu schaffen.

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Babys „angeln“ will gelernt sein…

Auch die beiden anderen Karrieren bieten spannende Abwechslung. Bei der Polizei arbeiten wir uns vom einfachen Polizisten bis zum Kommissar hoch und machen bald schwere Kriminelle dingfest. Wir sammeln Beweise, Fingerabdrücke, befragen Zeugen, führen Verhöre durch, bereiten Gegenüberstellungen vor und bringen Verbrecher hinter schloss und Riegel. Als Wissenschaftler erforschen wir gesammelte Proben von Pflanzen, Steinen und anderen Objekten, die man in der Natur finden kann oder wir erschaffen neue Erfindungen, mit denen wir die Umgebung und das Verhalten unserer Mitsims beeinflussen können. Oder wir gehen auf eine ganz besondere Reise auf einen fremden Planeten. Denn in „An die Arbeit!“ können wir wieder auf Aliens treffen, uns mit ihnen anfreunden oder sogar entführt und als Leihmutter benutzt werden. Als Alien kann man verschiedene coole Gadgets nutzen, unter anderem einen Tarn-Anzug, mit dem wir als normaler Mensch umherlaufen und so unauffällig durchs Leben schreiten können. Auf dem Heimatplaneten sammeln wir zudem seltene Items und Gegenstände, die wir nur dort finden.

Gold-AwardDer vierte neue Karriereweg ist der Einzelhandel. Der Einstieg ist simpel. Entweder bauen wir uns einen kleinen Hausladen in unser Eigenheim ein und verkaufen selbst gebastelte oder bestehende Güter von Haus aus, oder wir mieten uns ein kleines Lokal in der eigenes geschaffenen Promenade an. So können wir nun Kleidung, Möbel, Sammelobjekte und gekochte Gerichte an andere Sims verkaufen und durch gutes Management von Mitarbeitern und Kundenbetreuung spielend einfach Geld verdienen. Dies erreicht zwar nicht so eine starke Tiefe wie „Open for Business“, erspart aber auch unnötigen Zeitaufwand und eine erhöhte Lernkurve für die Sims.

Viel Inhalt, wenig Ladezeiten

Nebenbei wurde der Katalog an verfügbaren Möbeln und Objekten gehörig aufgestockt und es gibt einige neue Musterzimmer, mit denen wir schnell und einfach schön dekorierte Räume an unser Haus anfügen. Zudem können wir zwar immer noch nicht neue Grundstücke hinzufügen, dafür aber die bereits bestehenden einzeln drehen und wenden und uns so neue Bauoptionen schaffen. Außerdem lassen sich jetzt problemlos Kellergewölbe errichten, sodass wir Partybuden bauen oder den Pool unter die Erde verschwinden lassen können. Lediglich die Arbeitsplätze unserer Sims lassen sich nicht bearbeiten. Insgesamt bleibt auch mit dem installierten Add-On die Ladezeit kurz. Zudem können Käufer des Pakets den neuen Content direkt über das Hauptmenü herunterladen und müssen somit nicht warten, bevor sie das Spiel spielen können. Insgesamt bietet das Spielpaket einen guten Umfang, auch wenn wir uns vielleicht etwas unterschiedlichere Möbeldesigns und eine weitere interaktive Karriereoption, beispielsweise im Comedy-Bereich oder als Programmierer oder Lehrer, gewünscht hätten, da sich die bisherigen Karrieren gerade auf niedrigen Stufen doch relativ ähnlich spielen.

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