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Testbericht: Shadowrun Chronicles: Boston Lockdown

Shadowrun ist eigentlich eine ziemlich spannende Lizenz. Das Tabletop-Rollenspiel verbindet die Fantasy-Welt von J.R.R. Tolkien mit Cyberpunk-Ideen von Philip K. Dick, der unter anderem die Romanvorlage für Blade Runner lieferte, oder William Gibson, der mit seiner Neuromancer-Trilogie die Grundlage für das Genre geliefert hat.

Im Bereich der Videospiele ist die Lizenz jetzt nicht unbedingt neu, schon zu 16-Bit-Zeichen gab es einen sehr gutes SNES-Titel und eine nicht ganz so gelungene Megadrive-Umsetzung. Den miesen Shooter für die Xbox 360 haben sehr viele bereits aus ihrem Gedächtnis verbannt. Shadowrun Returns hat zwar seine Macken, ist aber trotzdem ein solides Spiel geworden. Jetzt haben wir uns Shadowrun Chronicles: Boston Lockdown angeschaut.

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XCOM trifft Blade Runner trifft Herr der Ringe – in der Theorie wäre Shadowrun Chronicles: Boston Lockdown das gerne.

Und gleich vorweg sollte man vielleicht klarstellen, dass dieser Titel Nichts mit Shadowrun Returns zu tun hat. Sowohl Cliffhanger Productions wie auch Harebrained Schemes haben jeweils unabhängig von einander mit der Lizenz arbeiten dürfen.

Leider ist jedoch gerade die Einbindung der Shadowrun-Lizenz eher rudimentär geworden. Klar, es gibt Orks und Elfen wie auch Megacorporations und virtuelle Welten, aber diese Elemente werden letztendlich kaum genutzt. Es ist kein Rollenspiel und der Fokus lag definitiv weder auf der Geschichte noch auf den Dialogen, obwohl sich die Lizenz genau für diese Punkte anbieten würde.

Die Handlung bleibt oberflächlich, die Missionen wiederholen sich. Der Charaktereditor bietet zwar überraschend viele Variationsmöglichkeiten, die Talentbäume der Figuren und deren jeweilige Fähigkeiten sind jedoch oft eher gleich. Ob man einen Ork, Mensch, Elf oder Zwerg steuert, ist eher eine kosmetische Entscheidung.

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Der Grafikstil ist recht gelungen und fängt die Vorlage gut ein. Leider gilt das nicht für den Rest des Spiels.

Das Gameplay erinnert dann insbesondere an XCOM oder Code Name S.T.E.A.M., der Fokus liegt dabei vor allem auf dem Nahkampfangriff, jedoch muss man auch erst einmal nah genug an einen Gegner herankommen, um ihn so auszuschalten.

Sehr effektiv ist es auch, seine Gegner zu flankieren, was aufgrund der recht cleveren KI sogar recht fordernd sein kann. Findet man keine drei Online-Mitspieler kann man auch Söldner anheuern, anders als bei XCOM bleiben diese jedoch gesichtslos und austauschbar. Das Gleiche gilt für die immergleichen Fließbandfeinde.

Ursprünglich war das Projekt als Shadowrun Online bei Kickstarter gestartet, mit dem anfangs angepeilten ganz großen Wurf haben sich die Entwickler dann aber doch hoffnungslos übernommen, Shadowrun Chronicles: Boston Lockdown ist jetzt bedeutend kleiner und dann leider doch ein wenig enttäuschend ausgefallen.

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