Image default
PS3 Tests

Testbericht: Mugen Souls Z

Götter, die Welten erobern, riesige Mechs, welche sich im All gewaltige Schlachten leisten, gut gebaute Animefiguren mit großen Kulleraugen, viel Text und viel zu viele Mechaniken – das alles ist Mugen Souls Z. Warum nur diejenigen mit genügend Ausdauer und einem Hang zu Animes die Muße haben werden, sich durch das große Abenteuer der Göttinen Chou-Chou und Syrma zu schlagen, erfahrt ihr hier!Mugen_Souls_Z_Screen_1

Mini Göttinnen, so Kawaii!

Die Handlung von Mugen Souls Z fängt direkt dort an, wo sie im Vorgänger aufgehört hat: Die Göttin Chou-Chou hat die Sieben Welten samt ihrer Helden und Dämonen erobert und ist nun auf zu neuen Ufern. Da bietet sich die 12-Sterne-Galaxie doch gerade an! Dort angekommen trifft sie auf Nao, eine Heldin der neuen Welten und Syrma, die sich doch glatt selbst als ultimative Göttin entpuppt. Syrma trägt einen Sarg mit sich herum, den Chou-Chou, nach einem erfolgreichen und ziemlich einfachen Kampf, inspiziert. Dummerweise nimmt dieser sie auf, entzieht ihr all ihre Kräfte und schrumpft sie auf die Größe einer Kartoffel. Um wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu gelangen, muss sie nun mit Nao und Syrma zusammen die anderen Welten bereisen, um dort den Göttern die Macht zu rauben und die Galaxie zu erobern. Und ob ihnen das gelingt, liegt nun am Spieler.

Der Plot nimmt sich alle Zeit der Welt um Charaktere und Situationen aufzubauen und erzählt euch Geschehnisse Compile Heart typisch durch ewig lange Dialoge, welche durch hübsch animierte Sprites ein wenig aufgelockert werden. Gespräche können so locker zwischen 10 und 20 Minuten dauern, oft finden wichtige Events direkt nacheinander statt, weshalb ihr euch vor jeder Spielsession am besten Popcorn zur Seite legt. In den Gameplaypassagen findet ihr euch dann entweder in G-Castle wieder, einem Mech, der gleichzeitig als Transportmittel zwischen den Welten dient, oder den 12 Welten selbst. Mögen die Charaktere selbst zwar alle aus dem großen Buch der Klischees stammen, so hat jede Figur neben dem niedlichen Look auch eine liebenswerte Persönlichkeit, die gemeinsam mit dem Plot, welchen man nicht allzu ernst nehmen sollte, eine solide Einheit bilden. Anime-Fans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Doch es wäre kein Compile Hearts Spiel, wenn es da nicht noch eine andere Hürde geben würde…Mugen_Souls_Z_Screen_2

Statistiken, Untermenüs und massig Quests

Das Spiel ist vollgepackt mit Elementen, die alle aufeinander aufbauen und ein wenig Abwechslung schaffen sollen. Allerdings wird so eine Komplexität erreicht, die einfache Dinge unnötig unübersichtlich gestaltet. So levelt ihr JRPG-typisch durch Kämpfe auf. Dafür werden euch Monster auf der Weltkarte des jeweiligen Planeten angezeigt, die ihr bekämpfen könnt und auch solltet. In den Kämpfen selbst findet ihr Kristalle, welche euch und den Gegnern zusätzliche Effekte geben können, wie etwa eine höhere Ausweichrate. Dazu lauft ihr rundenbasiert über das Schlachtfeld und führt über ein Menü Angriffe aus, so ihr denn nahe genug an einem Gegner steht. Nun könnt ihr die Gegner aber nicht nur bekämpfen, sondern auch zu euren Kumpanen, sogenannten Shampurus machen. Dazu stehen euch als Syrma 8 Kostüme und entsprechende Charaktertypen zur Auswahl, die je nach Gegnerart unterschiedliche Effekte haben. So geraten Monster im schlimmsten Fall in Rage, oder aber ihr macht sie zu einer Waffe oder eben genannten Shampuru. Diese braucht ihr, um G-Castle stärker zu machen, was bedeutet, dass ihr nicht nur Level für eure Charaktere, sondern auch Shampurus für euren Mech grinden müsst. Dann solltet ihr dem Planeten die Energie aussaugen, damit die hiesige Gottheit geschwächt wird. Dazu findet ihr verschiedene Punkte auf der Weltkarte, die ihr einnehmen müsst. Doch jeder dieser Punkte verlangt von euch ein kleines Quiz ab. So müsst ihr mal in einem bestimmten Kostüm auftauchen oder eine bestimmte Anzahl an Items dabei haben. Kleidung, Waffen und Heilitems können in G-Castle natürlich auch noch erworben werden und balancieren die Statistiken der Charaktere aus. Doch dafür benötigt ihr wiederum Geld und könnt etwa Ressourcen verkaufen, welche wiederum neue Artikel in den Shops freischalten. Die Mechkämpfe finden dann anders als die normalen Kämpfe, nach dem Schere-Stein-Papier Prinzip statt, in denen ihr auf die Aussagen der Gegner achten müsst und entsprechende Kontermaßnahmen ergreift. Weitere könnt ihr euch durch das Fangen von Shampurus freischalten, was die Kämpfe erleichtert.

So fügen sich zwar alle Spielelemente zu einem großen Ganzen zusammen, nur ist das ganze leider unübersichtlich und in viele Tutorials verpackt. Wer in den späteren Kapiteln Land sehen will, muss mehr als nur die Grundmechaniken draufhaben und so wird dem Spiel unnötige Komplexität aufgetragen, die gegen die lockere Handlung geht. Doch wer ein wenig aufpasst und hin und wieder die Tutorialtexte nochmals überfliegt, wird auf Dauer seinen Spaß damit haben können, denn das Gameplay geht flott von der Hand und Spielpassagen sind auch gut getrennt, so das man sich immer schön auf eines der Elemente konzentrieren kann.Mugen_Souls_Z_Screen_3

Die letzten Tage der PlayStation 3

Das Spiel bietet euch neben der englischen Synchronisation auch die original japanische. Nachteil dieser ist allerdings, dass aus irgendeinem Grund auch vorgerenderte Zwischensequenzen ohne Untertitel abgespielt werden, was zum Glück nicht allzu häufig vorkommt. Die restlichen Texte sind komplett in Englisch vorzufinden, lediglich bei den Spitznamen, die Syrma den anderen Charakteren gibt, hat man sich einige Freiheiten gelassen. Optisch gefallen die kunterbunten Sprites und auch die Welten erstrahlen in einer wunderbaren Farbenpracht. Jedoch läuft das Spiel auf den Oberwelten nur mit schwerem Ruckeln und dabei sieht die 3D-Optik nicht sonderlich fordernd aus. Figurenmodelle sind vereinfacht, Umgebungen zwar weitläufig, aber nicht mit großen Effekten versehen. Das muss zum Ende der Konsolenära wirklich nicht mehr sein. Die Musik ist feinster JPOP und Anime-Fans freuen sich, in der japanischen Synchro viele bekannte Sprecher zu hören. Alles in allem ist die Präsentation gelungen, nur auf das Ruckeln auf der Oberwelt hätten wir gut verzichten können.


Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters!

verwandte Beiträge

Testbericht: WRC 6 – Spaßige Raserei für Rallye-Puristen

Philipp Briel

Review: Assassin’s Creed III

Nature225

Review: Just Sing! Vol. 3

Janine