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Testbericht: Micro Machines World Series

Gute elf Jahre ist es her, seitdem der letzte Teil der Micro Machines-Reihe – Micro Machines V4 – erschienen ist. Mit Micro Machines World Series schickt Codemasters die kleinen Flitzer erneut ins Rennen und lässt euch in nostalgischen Gefühlen schwelgen. Egal ob im Mini-Sportwagen, Panzer oder Luftkissenboot: Hier messt ihr euch in aberwitzigen Rennen über eine Küchenzeile oder bekriegt euch in Nachbars Garten mit den unterschiedlichsten Hilfsmitteln und Waffen. Inwieweit der neueste Teil der Serie an den Spielspaß der Vorgänger anknüpfen kann, zeigt unser Testbericht!

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Verdammte Ketchup Flasche!

Eine der großen Stärken von Micro Machines World Series ist das abwechslungsreiche und überzeugende Streckendesign. Mal seid ihr inmitten einer Küche unterwegs, wo euch zahlreiche Gefahren wie ausgelaufene Flüssigkeiten und Essensreste die Bodenhaftung rauben und auf der nächsten Strecke rast ihr über Stock und Stein inmitten eines bewachsenen Gartens. Zur Auswahl stehen dabei zahlreiche Spielmodi, die euch auch langfristig motivieren wollen.

Im klassischen Positionsrennen behagt ihr eure Gegner mit Power-Ups und versucht dabei Platzierungen innerhalb von fünf Runden gut zu machen. Demgegenüber steht das Ausscheidungsrennen, wo sich alle Spieler einen schrumpfenden Bildschirm teilen und solange fahren bis nur noch ein Fahrer übrig ist. Gerät ein Spieler aus dem Sichtfeld oder wird zerstört, muss dieser bis zum Ende des Rennens zuschauen. Ist nur noch ein Spieler über, ist der Durchgang beendet. Die Punktevergabe wird dabei je nach Verbleib eures Fahrzeugs ermittelt. Segnet ihr zum Beispiel als erster das Zeitliche, werden euch demnach Punkte abgezogen. Eine kleine Anzeige am oberen Bildschirmrand informiert euch über den Punktestand. Hat eine Linie in der Grafik die Ziellinie passiert, gewinnt der Spieler mit der jeweiligen Farbe.

Micro Machines World Series
Neben einer Küchenzeile, rasen die Flitzer auch über Poker- und Billardtische

 

Wer von den „herkömmlichen“ Rennen genug hat, der bekommt die Möglichkeit sich in verschiedenen Schlachten zu messen. Hierbei bekämpft ihr eure Kontrahenten in unterschiedlichen Arenen. Anders als im Positions- und Ausscheidungsrennen gibt es hier keine Power-ups zum Einsammeln, sondern lediglich grün leuchtende Lebenspakete. Zusätzlich sind die unterschiedlichen Vehikel mit drei Standard- und einer ultimativen Fähigkeit, welche sich erst auflädt, ausgestattet. Demnach hat der Krankenwagen die Möglichkeit seine Teamkollegen zu heilen, während das Polizeiauto beispielsweise beim Einschalten der Sirene mehr Schaden austeilt. Innerhalb der Schlacht gibt es unterschiedliche Untermodi wie Capture the Flag oder das Einnehmen von Zonen.


Agent Atom meldet sich zum Dienst!

Zwölf unterschiedliche Fahrzeuge mit charmanten Fahrern stehen euch an der Zahl zur Verfügung. Somit besteht der Fuhrpark zum Beispiel aus „Captain Smallbeards“ Luftkissenboot, einem Monster Truck von Hank N. Stein oder dem Auto des Agenten Atom. Außer Unterschiede in der Bodenhaftung und die charakterspezifischen Fähigkeiten im Schlacht-Modus, weisen die fahrbaren Untersätze keine Differenzen im Bereich der Geschwindigkeit auf.

Micro Machines World Series
Auf den Strecken erwarten euch alle möglichen Hindernisse und Flüssigkeiten.

 

Wenn euer Profil – nach jedem Rennen bekommt ihr Erfahrungspunkte – einen Rang aufsteigt, belohnt Micro Machines World Series euch mit einer Lootbox. Diese sind mit den Boxen aus Overwatch zu vergleichen und beinhalten neue Skins, Zerstörungsstempel, Titel oder Emotes für die verschiedenen Fahrzeuge. Doppelte Errungenschaften bringen euch zudem Münzen ein, mit welchen ihr euch bei einer bestimmten angesammelten Menge selber die langersehnte Anpassung kaufen könnt.


Fehlender Einzelspieler und schwache Bots

Obgleich ihr euch in einem lokalen Mehrspieler und gegen KI-Gegner in Ausscheidungsrennen, als auch in der Schlacht messen könnt, fehlt hier für Solisten beispielsweise ein Karrieremodus gänzlich. Außerdem werden im Multiplayer-Modus nicht besetzte Plätze mit viel zu schwachen KI-Gegnern besetzt, welche nur rudimentär am Renngeschehen teilnehmen.

Micro Machines World Series
In der Schlacht kann es unübersichtlich und chaotisch werden.

 

Dessen ungeachtet ist es im Positionsrennen kaum möglich den ersten Platz einzuholen. Hier fällt vor allem auf, dass es zu wenig Power-Ups gibt. Wünschenswert wäre ein Item wie der blaue Stachelpanzer aus Mario Kart gewesen, um den Erstplatzierten etwas unter Druck zu setzen.


Technisch durchwachsen

Was natürlich als erstes auffällt ist das überzeugende Streckendesign. Hier trumpft Micro Machines World Series mit einer Menge Charme und überdurchschnittlichen Lichteffekten auf.

Micro Machines World Series
Die Nerf-Gun passt wie die Faust aufs Auge in das Setting.

 

Womit das Spiel aber leider überhaupt nicht strahlen kann, ist die unterdurchschnittliche Bildrate und heftige Verbindungsprobleme im Online-Modus. Wenn ein Gegner aufgrund seiner hohen Latenz ganz plötzlich vor einem ist, ohne, dass ihr diesen auch nur ansatzweise seht, dämpft dies den Spielspaß doch schon gewaltig. Leider muss ich hier sagen, dass dies nicht nur vereinzelt auftritt, sondern leider einen Hang zur Regelmäßigkeit hat.


Fazit:

Ich habe mich wirklich auf Micro Machines World Series gefreut. Natürlich fällt das Spiel mit seinen 29,99 € preislich recht günstig aus, trotzdem sollte man für ein Spiel welches quasi von seinem Online-Mehrspieler lebt, zumindest eine konstante Onlineperformance erwarten können. Auch die nervigen Ruckler und der fehlende Karriere-  bzw. Story-Modus tun dem Spiel keinen Gefallen.

Demgegenüber können die witzigen Charaktere und die liebevoll gestalteten Strecken überzeugen. Hinzukommt eine ganze Palette an freischaltbaren Anpassungen, als auch drei verschiedene Spielmodi, welche trotz der oben genannten Schwächen für den einen oder anderen Lacher und ein gewisses Maß an Schadensfreude sorgen können.

Eine Kaufempfehlung können wir für Veteranen der Spiel-Serie aussprechen. Alle anderen sollten den Titel lieber erst Probe spielen oder auf einen möglichen Patch für die Online-Probleme warten.


Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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