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Testbericht: Kinect Sports Rivals

Mit Kinect Sports Rivals kehrt eines der beliebtesten Kinect-Franchises zurück. Nachdem die ersten beiden Teile auf der Xbox 360 für launige Partyabende sorgen konnten und die Bewegungssteuerung durchaus in manierlicher Art und Weise nutzten, wollen Microsoft und Rare nun dank Kinect 2.0 für die ultimative Spielerfahrung durch deutlich mehr Präzision sorgen. Ob sich das Warten auf den neuen Serienteil gelohnt hat, haben wir für euch überprüft.

Präzision sieht anders aus, leider ist die Steuerung sehr zickig
Präzision sieht anders aus, leider ist die Steuerung sehr zickig

Willkommen auf der Insel

In Kinect Sports Rivals dürfen Kinect-Sportler sich inmitten eines tropischen Inselparadieses austoben, auf dem sie mit Tennis, Jet-Ski Rennen, Klettern, Fußball, Schießen und Bowling sechs Sportdisziplinen erwarten, an denen es in einem erbitterten Wettstreit zu bestehen gilt. Vor traumhafter Kulisse habt ihr aber keine Zeit euch auszuruhen, denn zunächst müsst ihr euren eigenen „Champion“ erstellen. Dies geschieht mittels Kinect. Die Kamera scannt euer Gesicht ein und erstellt euren virtuellen Helden. Wem der Vorschlag allerdings nicht zusagt, der kann den Charakter auch selbst individualisieren und anpassen. Sind all diese Dinge absolviert, geht es dann auch schon auf das sportliche Eiland inmitten eines azur-blauen Ozeans. Empfangen werdet ihr sogleich von eurem Trainer, der euch in das Spiel einweist und direkt auf eine spaßige Runde mit dem Jet-Ski schickt. Hier funktioniert die Steuerung gleich überraschend gut. Kinect 2.0 scheint doch deutlich besser zu sein als die Vorgänger-Peripherie. Wir bewegen unsere Arme, als würden wir einen Jet-Ski fahren und zünden mit einem beherzten Tritt den Turbo. Sogar unsere Fingerbewegungen werden für das Gasgeben und Bremsen erkannt. Nach der ersten Fahrstunde begeben wir uns direkt in unser erstes Rennen und dürfen uns auch gleich als Sieger feiern, sodass die ersten Teams auf uns aufmerksam werden. In Kinect Sports Rivals liefern sich nämlich zahlreiche Teams erbitterte Wettkämpfe auf der tropischen Insel. Inszeniert wird das Ganze dabei in Zwischensequenzen, die aber eher unfreiwillig komisch wirken, als eine wirklich sinnvolle Story zu liefern.

Eher eine langweilige Schießerei
Eher eine langweilige Schießerei

Nach dem Hochmut…

So kämpfen wir uns nach und nach durch die übrigen Disziplinen und langsam macht sich dann doch Ernüchterung breit. So gut die Steuerung bein Jet-Ski funktioniert, so nervig ist sie in den anderen Disziplinen. Das Bowling ist ein echter Krampf, beim Klettern verknoten wir uns die Arme. Selbst das Tennis reagiert nur widerwillig auf eure Bewegungen und macht das Spielen zu einer echten Geduldsprobe. Wir wissen an dieser Stelle wirklich nicht, warum es Rare nicht gelungen ist, die Steuerung halbwegs gut umzusetzen. Während das Bowling in dem Vorgänger eigentlich gut funktionierte, wird es hier zum Roulette, da die Kugel ihre eigenen Vorstellungen zu haben scheint, wo sie hinrollen möchte. Gleiches gilt für das Tennis. Hier fuchtelt man fast schon hilflos umher, um eine Reaktion zu erzeugen – leider meist ohne nennenswerten Erfolg. Gerade im direkten Vergleich zu Genrekollegen wie Wii Sports Club wirken die Disziplinen fast schon amateurhaft. Ein bisschen weniger Probleme macht die Steuerung beim Klettern, Schießen und Fussball. Auch hier funktioniert nicht alles tadellos, aber zumindest wirkt es nicht so stark gescriptet wie in den anderen beiden Disziplinen.

Zudem werden euch im Story-Modus die Disziplinen in ihrer Reihenfolge quasi „aufgezwungen“. Ihr könnt also nicht selber entscheiden welche Spiele ihr spielen wollt. Das Spiel gibt immer Aufgaben vor, die es abzuarbeiten gilt. So gibt es beispielsweise eine Trainingseinheit, ein Duell gegen einen Kontrahenten oder einen normalen Wettkampf, um die Story voranzutreiben.

Ziel des Spiels ist es natürlich, eurem Sportler zu Ruhm und Ehre zu verhelfen. Dafür erhaltet ihr in den Events durch gute Leistungen neue Fans, die eure Bekanntheit steigern. Obendrauf gibt es natürlich auch Geldbelohnungen mit denen ihr neue Ausrüstungen für euren Champion einkaufen könnt. Doch was bringt uns die Ehre eigentlich? Wer viel Ruhm ansammelt, wird dadurch auf der Weltrangliste weit oben geführt. Gleichzeitig nimmt euer Avatar ähnlich wie in Forza 5 an Spielen anderer Kinect Sports Rivals Gamer teil und „kopiert“ so eure Fähigkeiten.

Letztlich geht dem Titel aber mangels Langezeitmotivation und drögem Spielverlauf ziemlich schnell die Luft aus. Kaum freischaltbare Extras, fehlende Turniere oder abwechslungsarme Aufgaben führen dazu, dass selbst der größte Kinect-Anhänger schnell ernüchtert zurückbleibt.

Anstrengend - Das Klettern ist durchaus Kräfteraubend.
Anstrengend – Das Klettern ist durchaus Kräfteraubend.

Die Präsentation

Das Inselsetting sorgt dank seiner bunten Farben und bekannten Songs ausgewählter Interpreten für viel gute Laune. Dennoch kann der Titel die Leistung der Xbox One natürlich bei weitem nicht ausschöpfen. Zudem nerven Ladezeiten von bis zu einer Minute vor dem Wechsel eines Spiels und dem Laden einer Zwischensequenz ungemein. Das fühlt sich keineswegs nach Next-Generation an und enttäuscht ungemein.


Vielen Dank an Microsoft für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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