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Testbericht: Drakengard 3

Das letztes Jahr bereits in Japan unter dem Namen Drag-On Dragoon 3 erschienene Drakengard 3 hat es nun auch zu uns geschafft. Wenn auch nur als PSN-Download-Titel, aber immerhin. Trotz der drei im Titel sollte man sich nicht täuschen, denn hier handelt es sich um ein Prequel der Reihe und spielt zeitlich vor den ersten beiden Ablegern. Aber wie schlägt sich das jüngste Werk vom Serienvater und auch Nier-Entwicklers Taro Yoko? Das habe ich für euch herausgefunden und könnt ihr nun in meinem Test zu Drakengard 3 für die Playstation 3 nachlesen.

Drakengard 3

Blutiger Geschwister-Streit

Streit unter Geschwistern ist etwas ganz normales. Wer selber einen Bruder oder eine Schwester hat, der weiß, dass solche Dinge öfter passieren als alles andere. Man streitet sich über kleine Banalitäten, fetzt sich, schmeißt sich Worte an den Kopf und im besten Fall verträgt man sich Stunden später wieder. Nicht so in Drakengard. Denn direkt am Anfang sieht und spielt man Zero, wie sie versucht das Schloss ihrer Schwestern zu stürmen. Dabei gibt es schon zahlreiche Gegner, die blutig das Zeitliche segnen. Ist man dann am Ziel, stehen einem die Schwestern gegenüber und der Kampf beginnt. Leider endet dieser nicht ganz nach Zeros Vorstellungen und sie steht kurz davor zu sterben. Doch ihr Begleiter und Mitstreiter Michael ein riesiger Drache rettet sie, aber auf Kosten seines Lebens. Als Zero dann aufwacht liegt sie in einer kleinen Hütte, die Bilder des Erlebten sorgen für Alpträume. Der Tod ihres Drachen nimmt sie sehr mit. Und der einzige Gedanke, den sie hat, ist Rache. Brutal, blutig und grausam!

Aber alleine ist sie dabei nicht, denn sie hat einen neuen Drachen. Der hört auf den Namen Mikhail und ist noch wesentlich jünger und auch unerfahren. Das und die Tatsache, dass sie immer noch Michael vermisst, sorgt dafür, dass ihr neuer Feuer speiender Begleiter ständig ihren Unmut zu spüren bekommt. Aber er ist auch so etwas wie das Gewissen, denn er hinterfragt die Aktionen von Zero. Warum sie die Wesen so abschlachtet, warum sie ihre Geschwister so blutrünstig ermorden will. Und so entwickelt sich auch ein innerer Kampf zwischen gehorchen und hinterfragen. Aber im Kern ist die Geschichte eine klassische Rache-Story.

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Möchten Sie etwas Blut dazu?

An Blut sollte man sich in Drakengard gewöhnen. Denn davon werdet ihr literweise sehen und das nicht nur nach dem Niedermetzeln der Gegner-Horden, sondern auch an Zero selber. Denn während ihr euch den Massen entgegenstellt und ihnen das Leben nehmt, spritzt das Blut auch auf Zero und ihren Klamotten und ist dort sichtbar. Auch der Bildschirm bleibt nicht verschont und das Blut spritzt in Flecken auf euch und nimmt ein wenig der Sicht. Das hält zwar nur kurze Zeit, lässt sich aber auch dankbarerweise ausschalten.

Aufgebaut ist das Spiel in Kapitel und Missionen. Die lassen sich aus dem Menü heraus anwählen und absolvieren. Das finde ich etwas schade, da hätte ich mir eine große zusammenhängende Welt lieber gewünscht. So wählt man die Etappen, läuft diese ab und tötet alles was da ist. Dadurch hat man eben auch schlauchartige Level. Hätte man wesentlich besser lösen können. Neben den Hauptmissionen, die die Story voranbringen, gibt es nach und nach auch Nebenaufgaben. Die beschränken sich meist auf „Töte X Gegner“ oder „Sammel Y von Gegenstand Z“, bringen aber auch Erfahrung und Geld. Im Besten Fall auch Items zum Schmieden, denn die benötigt ihr, um eure Waffen aufzuwerten.

Die passenden Ressourcen für das Aufwerten findet ihr in den Truhen, die in jedem Abschnitt zu finden sind. Es sind immer drei davon zu finden und sie beinhalten eben neben Gold oder auch neuen Waffen die passenden Gegenstände zum schmieden. Das Sammeln der Waffen und das Aufwerten macht auch Spaß, auch wenn es dadurch oft zu Wiederholung kommt, denn je höher der Grad der Waffe, umso teurer wird es natürlich auch. Aber die Mühe lohnt sich, wenn ihr dafür am Ende große Schwerter oder Lanzen euer Eigen nennen dürft.

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Dynamisches Kampfsystem und Drachen!

Das Kampfsystem erinnert sehr stark an andere Genre-Vertreter. Ganz stark merkt man Einflüsse von Dynasty Warrior. Jedenfalls fühlte ich mich öfters daran erinnert, wenn ich ohne Probleme die Horden an Gegner niederstreckte. Aber gerade bei größeren Gegnern, die man nicht einfach so per Knopfdruck loswird, fühlt es sich an wie Devil May Cry. Auch wenn es nur minimal ist. Dazu eine priese Lair, denn an und wann reitet man auch seinen Drachen und beschießt zum Beispiel ein Kriegsschiff aus der Luft. Drakengard macht es aber wesentlich besser als Lair anno 2007.

Vom Grundprinzip ist das Kampfsystem simpel. Zwei verschiedene Angriffe, blocken und springen, dazu einen Dash um in der Luft oder am Boden schneller voran zu kommen oder auszuweichen. Anhand der Waffe die ihr führt, ändert sich die Angriffspalette. Lanzen eignen sich besser für Distanz-Angriffe und durchbricht die Schilde der Wachen, große und schwere Waffen sorgen für mächtig viel Schaden, machen euch aber logischerweise auch träger und langsamer. Dynamisch wird es aber durch den Waffenwechsel während der Kämpfe. Zwar müsst ihr euch für ein Schwert, Lanze etc. entscheiden, könnt aber den Typ der Waffe per zwei simplen Knopfdrücken auswählen und wechseln. Gerade bei den großen Boss-Gegner sehr hilfreich, da ihr so mit Taktik herangehen könnt und auch den Kombo-Zähler nach oben treiben könnt. Durch Kombos und Angriffe könnt ihr dann auch auf den Intoner-Modus zugreifen, der lässt euch nicht nur für kurze Zeit den Schaden besser wegstecken und kontern, sondern macht euch auch wesentlich stärker.

Drache Mikhail kommt natürlich auch zum Einsatz. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man ihn gelegentlich auf dem Schlachtfeld zu Hilfe rufen. Dafür stellt ihr euch in den angezeigten Bereich um ihn herbei zu rufen. Zum anderen in den vorgeschriebenen Abschnitten, wo ihr ihn dann auch reiten dürft. Ist zwar nicht großartig gelungen, aber trotzdem ganz nett.

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Technisch ein Desaster

Kommen wir aber nun zu den Schattenseiten von Drakengard 3 und davon gibt es eine Menge. Angefangen bei der wirklich schlechten Grafik. In ganz miesen Momenten fühlte ich mich an Playstation 2-Titel zurück erinnert. Matschige Texturen, öde Umgebungen, Pop-Ups im Hintergrund, man lässt keine grafische Schwäche aus. Selbst in den Zwischensequenzen wackelt und flimmert es sehr gerne. Gelegentlich sind sogar die Lippen nicht synchron zum Text. Nier sah zwar schon nicht gut aus, aber Drakengard 3 schlägt es um Längen.

So viel Spaß ich auch mit dem Spiel hatte, es ist viel zu monoton. Die Missionen wiederholen sich bzw. ähneln sich zu sehr. Für die Nebenaufgaben werden Levelabschnitte aus den Hauptmissionen recycelt und eben das große Problem ist, dass man keine offene Welt hat, sondern Schlauch-Level. Dazu kommt eine miese Kamera, die einem gerade in Sprung-Passagen sehr negativ auffallen wird und euch den ein oder anderen Nerv raubt. Und zu alle dem gibt es auch noch sehr lange Ladezeiten.

Trotz der zahlreichen Mängel, die das Spiel hat, und der Kritik, die man anbringen kann und muss hat es mir dennoch Spaß bereitet. Und es ist nur schwer zu beschreiben woran das liegt. Aber das Setting ist cool, die nach Rache lüsternde Zero, die ihre Schwestern um jeden Preis umbringen will, um alleine zu herrschen und dabei nicht zurückschreckt brutal und gnadenlos alles niederzumetzeln macht Spaß. Auch der Humor ist gut getroffen, auch wenn er gerne mal ins dümmliche abgleitet, sei es drum. Vielleicht ist es auch das Dynasty Warrior-Feeling, das es versprüht. Drakengard 3 kommt zwar bei weitem nicht an Nier heran, ist aber trotzdem unterhaltsam trotz seiner vielen Kritikpunkte. Es ist speziell und wird auch nicht jedem gefallen, wer aber Nier mochte, kann auch Drakengard 3 spielen.


Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

 

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