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Testbericht: Call of Duty: Black Ops 3

Alle Jahre wieder, wenn es draußen nasskalt und dunkel wird, dürfen Actionfreunde die Magazine einpacken, ihre Waffe entsichern und in die Schlacht ziehen. Der mittlerweile zwölfte Ableger der extrem erfolgreichen Shooterreihe Call of Duty ruft zur Schlacht und macht dabei diesmal in Sachen Umfang, Langzeitmotivation und Setting einiges anders und – soviel sei bereits jetzt verraten – auch deutlich besser, als seine Vorgänger.

Black Ops 3 ist größer, schöner und besser als je zuvor
Black Ops 3 ist größer, schöner und besser als je zuvor

Back in Black

Serienkenner wissen beim Namenszusatz Black Ops bereits ungefähr, was sie erwartet: Während vorangegangene Teile im zweiten Weltkrieg oder dem Irakkrieg stehen, führen euch die Black Ops Ableger in eine düstere Zukunftsvision.
Call of Duty: Black Ops 3 spielt dabei ganze 50 Jahre in der Zukunft: Im Jahr 2065 tragen die Menschen eine neurale Schnittstelle namens DNI in der Wirbelsäule, welche Informationen, und Nachrichten direkt ins Gehirn einschleust – dass das natürlich wieder einmal nicht ganz sicher ist und sich möglicherweise bösartige Fremde zunutze machen könnten, versteht sich doch von selbst.

Bisher war die beliebte Shooter-Serie nicht gerade für seine spannende und wendungsreiche Hintergrundgeschichte bekannt, doch das macht Black Ops 3 diesmal wirklich deutlich besser. Die Story präsentiert sich erstaunlich wendungsreich und ist mit einer Länge von neun bis zwölf Stunden sogar teilweise dreimal so lang, wie in so manchem Vorgänger – wird allerdings relativ wirr erzählt. Zudem folgt die Geschichte keiner klaren Zeitlinie, erst gegen Spielende werden euch wirklich alle Wendungen und Zusammenhänge klar. Das funktioniert hervorragend und sorgt zum grandiosen Finale für einige Aha-Momente.
Das passt hervorragend zum dargestellten Szenario, weil man sich nie wirklich sicher sein kann, was wirklich wahr ist und was nur Einbildung. Der Titel spielt hervorragend mit den Ängsten des digitalen Zeitalters und der zunehmenden Vernetzung, macht es durch die wirren Sprünge in der Zeitlinie aber teilweise schwer, der Geschichte zu folgen.

Auch am Leveldesign haben die Entwickler von Treyarch ordentlich gearbeitet, vorbei die Zeit der typischen Call of Duty-Schlauchlevels ohne jegliche Freiheiten. Stattdessen präsentiert der Titel viele, größtenteils offen gestaltete Level, welche euch diverse Möglichkeiten bieten, das eigene Vorgehen zu planen. Auch an der künstlichen Intelligenz hat man gearbeitet, denn eure Widersacher agieren diesmal deutlich klüger, was dem Spielspaßnatürlich zugutekommt.

Die Areale sind deutlich weitläufiger als vorher.
Die Areale sind deutlich weitläufiger als vorher.

Neben der normalen Einzelspielerkampagne, welche zudem kooperativ mit einem weiteren Spieler im Splitscreen-Modus oder drei weiteren Freunden online absolviert werden darf, bietet Call of Duty: Black Ops 3 allerdings noch eine Vielzahl anderer Spielmodi.
Der Clou ist dabei die Nightmares-Kampagne, welche ihr nach Absolvieren des Hauptspieles freischaltet: Diese versetzt euch ins Jahr 2070, in dem ein Virus die Menschheit zu Zombies werden lässt. Im Prinzip erwarten euch dann dieselben Einzelspieler-Missionen wie in der normalen Kampagne, nur eben in einer anderen Reihenfolge, anderen Gegnern und einer anderen – hervorragend präsentierten – Story.
Zudem gibt es dann noch den kooperativen Zombie-Modus für bis zu vier Spieler, in dem das nackte Überleben das einzig ausgeschriebene Ziel ist. Der ist nicht wirklich spannend, aber für ein paar nette Runden zwischendurch allemal zu gebrauchen.

Mehr ist… mehr

Was die beliebte Shooter-Reihe seit ihren Anfängen auszeichnet, ist der motivierende Mehrspielermodus – auch das ist bei Black Ops 3 nicht anders. Entwickler Treyarch spendiert dem Titel zudem eine interessante Neuerungen, welche den Multiplayer-Part zu einem besonderen Genuss machen. Diesmal entscheidet ihr euch beispielsweise für eine von insgesamt neun Spezialisierungen, welche nochmals mit zwei unterschliedlichen Spielweisen daherkommen und so euren Spielstil unterstützen sollen. Dabei steht es euch frei, mit einer Gatling-Gun oder Pfeil und Bogen in die Schlacht zu ziehen, euch kurzzeitig unsichtbar zu machen oder für eine gewisse Zeit einen Schild zu aktivieren, der euren erlittenen Schaden verringert. Die Spezialisierungen dürfen dabei vor jeder Runde geändert werden und laden somit zum Experimentieren ein.

Die Spezialisierungen bringen frischen Wind in den Multiplayer
Die Spezialisierungen bringen frischen Wind in den Multiplayer

Auch die insgesamt 13 Karten sind allesamt abwechslungsreich und spannend gestaltet. Darunter wunderschöne Waldlevel, malerisch verschneite Berghütten oder mit diversen Grünflächen versehene Wohnanlagen. Eines haben allerdings alle Karte gemein: Sie sind auf schnelle, enge Kämpfe zugeschnitten und bieten unzählige Möglichkeiten, das neuartige, vertikale Bewegungssystem – welches mit seinen Wallruns und Sprüngen stark an Titanfall erinnert – zu nutzen. Dadurch spielt sich Black Ops 3 nochmal schneller als je zuvor, wer nicht aufpasst, segnet womöglich im Sekundentakt das Zeitliche.

Der Rest ist dann bereits aus den Vorgängern bekannt, so bietet das Spiel die typischen Modi wie Team-Deathmatch, Herrschaft oderSilber-Award Suchen und Zerstören. Ebenfalls bekannt und ein Markenzeichen der Serie sind die motivierenden Freischaltungen, welche mittlerweile schon fast zu viel geworden sind: Mit jedem erreichten Level oder bei bestimmten Meilensteinen schaltet ihr irgendetwas frei. Ob es neue Waffenaufsätze, bestimmte Fähigkeiten (die Perks), Embleme, Bildchen oder was auch sind – ja schon fast nach jeder Runde erhaltet ihr irgendetwas Neues.

Technisch macht Call of Duty: Black Ops 3 eine gute Figur: Auch wenn der Titel grafisch was die Qualität der Texturen angeht nicht mit den aktuellsten Titeln mithalten kann, sind es gerade die stimmungsvollen Umgebungen und Lichteffekte, welche dem Spiel eine enorm dichte Atmosphäre verleihen. Auch die knackigen Explosionen und Feuereffekte im Sekundentakt sorgen für den serientypischen Michael-Bay-Bombast.
Die Musikuntermalung passt ebenfalls, reisst jedoch keine Bäume aus. Gerade die harten Gitarrenriffs der Metal-Band Aveged Sevenfold passen aber sehr gut zum Spiel. Deutlich besser machen es da die krachenden, rundum gelungenen Soundeffekte, da lässt sich die nur ordentliche Synchronisation verschmerzen.


Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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