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Testbericht: Beatbuddy: Tale of the Guardians

Auf Steam und für mobile Geräte ist das ungewöhnliche Beatbuddy des Hamburger Studios Threaks schon länger erhältlich, jetzt hat der Titel es auch auf die Xbox One und die Wii U geschafft. Wer bislang noch nicht die Gelegenheit hatte, in die groovende Unterwasser-Welt abzutauchen, kann dies jetzt nachholen. Doch selbstverständlich quält auch hier den geneigten Freund des digitalen Entertainments die Frage: LOHNT SISCH DAT? Und da kann ich beruhigend einwirken und sagen: keine Sorge. Wir sind ja für euch da, ihr lieben Schnuffels. Etwas (etwas) verspätet, aber trotzdem ziemlich fresh: unser Test zu Beatbuddy: Tale of the Guardians.

Die Geschichte ist schlicht, aber hübsch präsentiert.
Die Geschichte ist schlicht, aber hübsch präsentiert.

Beatmusik, verträglich dosiert

Beatbuddy ist, wie man vermutlich bereits erahnen kann, kein storylastiges Spiel. Das Unterwasser-Königreich Symphonia vor dem tyrannischen Regenten Maestro zu retten ist Standard-Videospielmotivation und bestenfalls nettes Beiwerk, um das Gameplay zu schmücken. Nein, Beatbuddy ist ein Spiel zum Spielen, mit ohne viel Zwischendurch. Die bisweilen recht verzweigten, aber letztlich linearen Level von zumeist überschaubarer Länge können schnell dazu verlocken, noch ein bisschen weiter zu schwimmen und zack, schon ist man in einem neuen Gebiet und fragt sich, wie man diese Tür öffnen kann oder an jenen wertvollen Kristall gelangt. In dieser Design-Entscheidung, vor allem auch kurze Spielsessions zu begünstigen, spürt man die Mobile-Wurzeln besonders deutlich. Was natürlich niemanden davon abhalten sollte, die ersten zwei bis drei Welten in einer einzigen Session durchzupowern.

Der stilistische Clou des Spiels ist die Mischung aus handgezeichneten 2D-Hintergründen auf mehreren Ebenen und dem Soundtrack als treibende Kraft sowie Stichwortgeber aller dynamischen Levelelemente. Erinnerungen an Rayman Legends und insbesondere dessen einstimmig positiv aufgenommene Musiklevel schwappen da wie von selbst hoch. Die gesamte pulsierende Fauna und Flora bewegt sich im Rhythmus der Musik, Hindernisse und verschiedenen nützliche Features inklusive. Wer aus dem Takt gerät, gerät stattdessen in Schwierigkeiten. Doch gerade zu Beginn verzeiht Beatbuddy noch sehr viele Fehler, sodass sich niemand überfordert fühlen dürfte.

Genaues Beobachten der Situation ist Pflicht.
Genaues Studieren der Situationen ist Pflicht.

Fifty Shades of Schalterrätsel

Natürlich ist es prinzipiell clever, wenn ich mich zum Beat zwischen den Gegnern hindurch schlängeln muss. Aber andererseits kennt man dieses Prinzip auch aus anderen Geschicklichkeitsspielen und Platformern. Das Gefühl für Rhythmus, genauer gesagt für den inneren Groove eines Levels, wird in diesem Genre ohnehin groß geschrieben, weshalb Beatbuddys Fokus auf den (ansonsten sehr stimmigen und lässigen) Soundtrack eher wie nebenbei erdacht wirkt und weniger wie das zentrale Feature, das es eigentlich sein müsste respektive sollte. Einen Extrapunkt Kritik gibt es für die verhältnismäßig kurzen Loops, die einem hier und da schon mal auf die Nerven fallen können.

Abgesehen von besagtem Gimmick ist das Leveldesign leider nicht allzu stark. Einzelne Elemente, beispielsweise zerstörbare Wände, bewegliche Bounce Pads (GOTTA GO FAST) oder der sich so oder so ähnlich öfters mal wiederholende Schaltermarathon zeugen nicht von einem Ausbund an Ideenreichtum. Dies gilt auch für den gelegentlichen Leerlauf zwischen den einzelnen Kernpassagen, in denen man sich an die Zeiten erinnert fühlt, in denen kurze nichtssagende Korridore noch unsichtbare Buffer für Ladezeiten waren. Leider fallen auch die potentiell coolen Passagen im Tiefsee-Mech in diese undankbare Kategorie.

Die von mir geteste Fassung für die Wii U würde ich tendenziell eher empfehlen, da sich Beatbuddy auf dem Tablet-Gamepad einfach heimischer anfühlt als auf dem fetten Full-HD-Brummer. Es ist kein Must-Have, aber es ist eben auch bei weitem kein schlechtes Spiel. Dank des simplen Einstiegs und des nur sehr behutsam ansteigenden Schwierigkeitsgrads ist es nicht nur, aber auch für Gelegenheitsspieler interessant und zudem noch ziemlich hübsch anzuschauen. Beatbuddy ist, und das meine ich durchaus positiv, in Ordnung.

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