Image default
Switch Tests

Teslagrad Review (Nintendo Switch)

Mit Teslagrad steht der Nintendo Switch ein weiterer vielversprechender 2D Platformer ins Haus. Ursprünglich erschien der Titel im Jahr 2013 für den PC und wurde seither auf zahlreiche Plattformen portiert. Umso weniger verwunderlich ist es, dass das düstere Jump ’n‘ Run jetzt schließlich auch den Weg auf Nintendos Hybrid-Konsole findet. Wir durften vorab den Titel genauer ansehen und verraten euch anhand unseres Testberichts, ob die Umsetzung geglückt ist!

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Ein düsteres Abenteuer steht euch bevor

Das Spiel beginnt damit, dass ein Mann euch als Baby einer Frau (eventuell euren Eltern) übergibt. Natürlich keineswegs ohne Grund, denn schnell wird anhand der düsteren Szenerie und der Atmosphäre klar, dass es in dem Land nicht mit rechten Dingen zugeht. Ein Zeitraffer symbolisiert anschließend die verstrichenen Jahre, bevor die Wachleute eines machtbesessenen und reichen Königs auf der Fußmatte stehen. Als bereits herangewachsener junger Knabe entscheidet ihr euch schließlich die Hintertür zu nehmen und findet euch nach einer kurzen Verfolgungsjagd in einem hochgebauten Turm wieder.

Teslagrad Review
Die Szenerie ist sehr düster und dunkel gehalten, was der Atmosphäre zu Gute kommt.

Zugegeben: Teslagrad lässt aufgrund des Fakts, dass keinerlei Dialoge geführt werden eine Menge Interpretationsspielraum. Viel mehr wird die Geschichte durch die Kulisse nach und nach offenbart. So befindet ihr euch an einer Stelle des Spiels beispielsweise vor der Bühne eines Theaters, während man im Hintergrund das Dilemma mithilfe von Pappfiguren aufzeigt. Kurz gefasst regiert ein machthungriger König, welcher das Land und seine Bewohner ins Elend stürzt. Eure Aufgabe ist es dem Umstand zu trotzen und den König Einhalt zu gebieten. Dabei werdet ihr stets von einem einzigartigen Zeichenstil und einem melancholischen, aber stimmigen Soundtrack begleitet. 


Wie ein Magnet!

Innerhalb des angesprochenen Turms, warten eine ganze Menge Rätsel und Geheimnisse auf euch. Auch die ein oder andere Fähigkeit möchte von euch erlernt werden, welche beim Lösen der zahlreichen Rätsel notwendig ist. Zum Beispiel erhaltet ihr relativ früh im Spiel einen Handschuh, der es ermöglicht dafür vorgesehene Blöcke oder Bodenflächen wahlweise rot oder blau einzufärben. Im Anschluss funktionieren diese wie Magneten, was zur Folge hat, dass sich Flächen derselben Farbe voneinander abstoßen, während sich unterschiedliche Farben anziehen. Kurzum gilt es zum Beispiel Blöcke richtig zu verschieben oder in schneller Abfolge auf die richtige Farbe zu wechseln.

Teslagrad Review
Rätsel löst ihr durch das Benutzen der richtigen Farbe.

Obwohl euch der Turm auf den ersten Blick vielleicht etwas mit den möglichen Wegen überfordert, kristallisiert sich im Laufe des fünfstündigen Abenteuers die Linearität  schnell heraus. Meistens ist es nämlich tatsächlich so, dass euch nur ein bestimmter Weg zum Ziel bringt. Neben den zahlreichen Rätseln, wartet auch die eine oder andere Konfrontation mit einem Gegner auf euch. Da unser Hauptcharakter allerdings nach dem ersten Treffer das Zeitliche segnet, solltet ihr denen besser aus dem Weg zu gehen.


Knackige Bosskämpfe und Backtracking

Leider hilft die Flucht euch nicht in allen Momenten im Spiel. Manchen Begegnungen könnt ihr nicht aus dem Weg gehen, da euch einige Bosse auf eine harte Probe stellen wollen. Hier herrscht nur ein schmaler Grat zwischen Frust und gesunder Herausforderung, da ihr wie bereits beschrieben nach einem Treffer den Bildschirmtod erlebt. Zusätzlich wird dieser Umstand nochmals erschwert, da die Bosse zum Teil paradoxe Angriffsmuster aufweisen und so schwer zu durchschauen sind. Das macht die Kämpfe zum Einen sehr fordernd, auf der anderen Seite allerdings auch frustrierend da ihr einige Male ins virtuelle Gras beißt. Rücksetzpunkte innerhalb dieser Begegnungen gibt es nicht. Folglich müsst ihr jede Auseinandersetzung nach einem Ableben erneut beginnen. Demgegenüber sind die Checkpoints außerhalb der Bosskämpfe aber sehr fair verteilt.

Zusätzlich birgt der Turm bis zu 36 Schriftrollen. Diese gilt es einzusammeln, um das „richtige“ Ende freizuschalten. Oftmals ist es euch aufgrund der zu dem Zeitpunkt fehlenden Fähigkeit nicht möglich eine Schriftrolle beim ersten Entdecken zu erreichen, weshalb Teslagrad hier auf ein starkes Backtracking zurückgreift.

Teslagrad Review
Die Bosskämpfe haben es in sich und kommen zudem oft unverhofft und überraschend.

Technisch eine Gelungene Portierung für die Nintendo Switch

Teslagrad läuft technisch auf der Nintendo Switch zu jeder Zeit flüssig und bietet sogar noch einige Zusätze. Switch-exklusiv wird die HD-Vibration unterstützt, die einen ausgezeichneten Job macht. Zusätzlich lässt sich im Handheldmodus der Touchscreen dazu nutzen, um Menüpunkte in Windeseile aufzurufen. 


Fazit: Kurzweiliges düsteres Abenteuer für unterwegs!Award

Mit 15 Euro ist der Preis für ein fünfstündiges Abenteuer schon ziemlich hoch angesetzt. Dennoch punktet Teslagrad dank dem integrierten Touchscreen der Nintendo Switch allem voran im Handheld-Modus. Obwohl die Bosskämpfe teilweise sehr frustrierend sein können und das Suchen der Schriftrollen zu einem hohen Backtracking führt, überzeugte uns Teslagrad dank einer packenden Atmosphäre, einem über allen Maßen erhabenen Artdesign und vielen knackigen Rätseln. Auch die interpretativen Freiheiten der Handlung haben uns begeistert und einige Male zum Nachdenken angeregt.

Wer eine düstere Alternative im Jump ’n‘ Run-Genre sucht, dürfte mit Teslagrad auf der Switch gut unterhalten werden.


 

verwandte Beiträge

Schneller als der Blitz: Drei neue Videos zu Sonic Forces

Nature225

Hinweise auf ein neues 1080° Snowboarding? Nintendo erneuert Markenschutz

Christian Ibe

Review: Lollipop Chainsaw

Nature225