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Special: Unsere Meinung zur E3 2015 – Teil 7

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Die zeitliche Xbox One Exklusivität verärgert viele Fans.

Platz 5: Rise of The Tomb Raider

Als großer Fan der Uncharted Reihe für Sonys Heimkonsole, war ich sehr positiv vom ersten „Tomb Raider“ Titel überrascht. Von vielen wurde es als das bessere „Uncharted 3“ bezeichnet; und das nicht zu unrecht. Die weitestgehend offene Spielwelt bot abseits der linearen Hauptstory eine Menge zum Erkunden. Die grafische und akustische Präsentation waren unfassbar gut, das Gameplay hat eine Menge Spaß gemacht. Die Story war interessant, aber im großen Ganzen zu plump.  Die vielen gescripteten Events vermittelten das Gefühl, sich mitten in einem Action-Blockbuster zu befinden. 

Alleine die mangelnde Rätselvielfalt war ein Wermutstropfen. Das Spiel bot zwar alternative Gräber mit kleinen Rätseln, aber diese waren sehr rar gesät. Die zeitliche Xbox-One-Exklusivität des Nachfolgers wird sicherlich den ein oder anderen dazu bewegen, sich doch noch Microsofts Heimkonsole ins Wohnzimmer zu stellen.

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Grafisch erinnert das Spiel stark an seine geistigen Vorgänger.

Platz 4:  The Last Guardian

Team ICO hat mit dem gleichnamigen Titel ICO für PS2 bereits bewiesen, dass selbst eines der unbeliebtesten Spielelemente, Begleitermissionen, Spaß machen können. Durch das richtige atmosphärische Gerüst und eine sympathische Erzählweise der Geschichte begeisterte ICO seinerzeit viele Spieler weltweit.

Mit Shadow of The Colossus brachte das ambitionierte Entwicklerteam nun sein zweites Meisterwerk auf die Playstation 2. Das Team war sogar so ambitioniert, dass man dies dem Spiel leider auf der technischen Ebene anmerkte. Die Bildwiederholungsrate viel stellenweise in Bereiche unter 10 Bildern pro Sekunde. Das Spiel war aufgrund diverser technischer Schwierigkeiten teilweise sogar fast unspielbar. Dennoch gehört der Titel heute zu einem der beliebtesten PS2-Spiele aller Zeiten, weshalb für die PS3 ein HD-Remake veröffentlicht wurde. Das einzigartige Konzept, die Melancholie der leeren und trostlosen Welt, suchen bis heute ihresgleichen.

2009 wurde dann „The Last Guardian“ angekündigt und schien die beliebten Werte der beiden eingangs erwähnten Titel zu vereinen und um weitere spannende Konzepte zu erweitern. Hier begann die Leidensgeschichte dieses Spiels. Viele befürchteten bereits damals, dass Team ICO ihre Wünsche und Vorstellungen auf der damals aktuellen Konsolengeneration nicht verwirklichen kann. Und genauso kam es dann auch: Das Spiel wurde immer wieder verschoben bis es letztlich in der Versenkung versank. Nur noch wenige haben mit einem Release gerechnet. Jetzt steht es fest! Wir bekommen The Last Guardian und die Erwartungshaltung ist entsprechend groß.

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Der dritte Teil der Saga wird von den Battlefield Spezialisten DICE entwickelt.

Platz 3: Star Wars Battlefront

Mit Star Wars Battlefront verbinde ich persönlich eine sehr lange und emotionale Geschichte. Damals habe ich Star Wars Battlefront 2 mit meinem besten Freund sehr intensiv gespielt. Nahezu jeden Tag nach der Schule haben wir uns entweder lokal getroffen, um im Splitscreen auf der PS2 die Truppen des Imperiums auf dem Todesstern zurückzuschlagen oder um online auf dem PC mit unserem Clan in Duellen gegen feindliche Teams alle Kommandoposten zu erobern. 

Als mein bester Freund dann sehr weit weggezogen war, konnten wir nur noch online gemeinsam spielen. Somit wurde Star Wars Battlefront 2 zur Schnittstelle unserer Freundschaft. Seit dieser Zeit verging fast kein Tag, an welchem ich nicht nach Neuigkeiten zu einem dritten Teil recherchiert habe. Der Entwicklungsprozess wurde mehrfach unterbrochen, das ganze Team ausgetauscht und am Ende hieß es, dass das Projekt nun komplett eingestellt wurde.

Waren nun alle Hoffnungen und Träume zerstört? Nein! DICE überraschte die Fans mit der Ankündigung, dass sie sich nun diesem langersehnten Projekt verschrieben haben. Und wenn es endlich soweit ist, dass das Spiel in den Händlerregalen erhältlich sein wird, steht eines bereits fest: Mein guter Freund und ich werden uns treffen, egal wie groß die Entfernung auch sein wird und diesen Release gemeinsam zelebrieren.

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Das N7-Emblem auf der Brustplatte sorgt für Vorfreude.

Platz 2: Mass Effect: Andromeda

Die Mass Effect Trilogie gehört nicht umsonst zu einer der beliebtesten Rollenspielserien der letzten Generation. Ich selbst habe jeden einzelnen Teil inklusive aller erschienen Erweiterungen so oft gespielt, dass ich bereits aufgehört habe zu erzählen. BioWare hatte es geschafft ein Science-Fiction-Universum zu erschaffen, welches durch seine Einzigartigkeit, Vielfalt und emotionale Tragweite dafür sorgt, dass viele Spieler Freudentränen in die Augen bekommen, wenn sie ihre Reise gedanklich Revue passieren lassen. Das Universum hat nicht zwangsläufig versucht, sich an bekannten Genrekonventionen zu orientieren.  Es wirkte auch nicht aufgezwungen und konstruiert. Vielmehr hatte man das Gefühl, vollkommen in der Immersion dieser Welt zu versinken. Die Charaktere wurden allesamt glaubwürdig und logisch in die Welt integriert, hatten eine Geschichten und was noch viel wichtiger ist: Sie hatten Persönlichkeit.  

Auch war die Menschheit diesmal nicht die allseits beliebte und mächtige Rase, vor der sich alle fürchteten. Die Menschen waren sogar sehr unbeliebt und haben mühevoll versucht, sich Anerkennung unter den verschiedenen Lebensformen der Galaxie zu verschaffen. Diese Basis war natürlich auch dem Storytelling dienlich. So konnte man die Reise mit seinem Commander Sheppard (wahlweise Männlich oder Weiblich) direkt von Beginn an miterleben.  Meine Erwartungen an den neuen Teil sind sehr groß und ich bin mir sicher, dass BioWare sich den Stärken und Schwächen der Vorgänger bewusst ist und mit der Erfahrung einen weiteren Meilenstein der Videospielgeschichte entwickeln wird.

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Die Mechanik der Leuchtfeuer soll im dritten Teil gänzlich überarbeitet werden.

Platz 1: Dark Souls 3 

From Software. Der Name dieses Entwicklerstudios könnte glatt ein Synonym für „superschwere Spielerfahrung“ sein. Und wer weiß, vielleicht wird diese Buchstabenzusammensetzung einmal als Neologismus im Duden unter dieser Bedeutung aufgeführt sein. Als zum beginn der letzten Konsolengeneration wie aus dem nichts Demon´s Souls für die Playstation 3 erschien – nur für den asiatischen Markt – griffen viele Spieler, welche die immer weiterzunehmende Casualisierung des Marktes nicht mehr ertragen konnten, zum Portemonnaie und importierten sich das als „unglaublich schwer“ beschriebene Rollenspielabenteuer.

Der Grund, weshalb dieses Spiel zuerst nicht für den europäischen Markt angedacht war, ist einfach erklärt. Die asiatischen Entwickler hatten nicht erwartet, dass dieses Spiel westliche Spieler gleichermaßen begeistern könne und demzufolge ein wirtschaftlicher Erfolg werden würde. Als die Importzahlen allerdings immer größer wurden, wurde erst für den amerikanischen Markt die „Stop-importing-it“-Edition veröffentlicht. Später kam das Spiel dann auch in einer lokalisierten Fassung zu uns. Aufgrund des großen Erfolges von Demon´s Souls veröffentlichte Fromsoftware kurze Zeit später Dark Souls für PS3, Xbox 360 und später auch für den PC. Das Spieldesign wurde fast 1:1 vom geistigen Vorgänger adaptiert (dessen Rechte auch heute noch bei Sony liegen), um einige Sinnvolle Mechaniken erweitert und bot den Spielern die selbe gnadenlose Erfahrung.

Kurze Zeit nach dem Release veröffentlichte Fromsoftware einen DLC für Dark Souls und dieser hatte es in sich. Unkonventionell war schon alleine die Art, wie man das neue Gebiet erreichen konnte. Wer das Spiel nach abgeschlossener Installation startete und hoffte, dass er nun die neuen Inhalte wie von anderen Spielen gewohnt sofort in Form einer neuen Quest präsentiert bekommt, erlebte sein blaues Wunder. Nichts. Überhaupt nichts. Vergebens suchte man nach neuen Inhalten. Bis dann findige Community Mitglieder herausfanden, dass man erst ein neues Monster an einer ganz bestimmten Stelle im Spiel töten musste, um anschließend mit einem Item dieses Monsters zu einer ganz anderen unscheinbaren Stelle zu gehen, wo sich dann ein Portal in das DLC Gebiet öffnete. Uff…! Soviel Kreativität und auch Mut war bewundernswert. Aber genau das ist es, was sich die Spieler gewünscht haben. Es muss nicht immer alles Standard sein. Wenn bereits der Weg in ein zuvor gekauftes Erweitungsgebiet so schwer und undurchsichtig ist, was sollte uns denn dort bloß erwarten?

Ich könnte jetzt noch stundenlang Geschichten aus meinen Souls-Abenteuern erzählen, aber an dieser Stelle möchte ich noch den Nachfolger Dark Souls II (Scholar of the first Sin später für PS4 erschienen) erwähnen. Auch hier hat From Software nicht zuviel versprochen. Es gab wie erwartet mehr vom gleichen. Und das war gut. Wieso große Experimente und Innovationen wagen, wenn das altbewährte doch genau das ist, was die Spieler mögen. Die From-Software-Spiele fühlen sich allesamt an wie Werke aus einer längst vergessenen Zeit. Die Spiele drücken durch ihr reines Dasein einen Anachronismus aus, wie man ihn in der Videospielwelt des 21. Jahrhunderts selten findet. Selbst das moderner gestaltete Bloodborne ist spielerisch und Storytechnisch so „altbacken“ und befremdlich wie seine Vorgänger.

Und all diese Worte verwende ich im positiven Sinne. Wer sich auf diese Spiele einlässt, wird oft sterben. Sehr oft. Aber am Ende steht die Belohnung und die Genugtuung, dass man das Spiel aus eigener Kraft heraus gemeistert hat. Und bei alldem habe ich noch nichtmal die Online-Komponente der Souls-Reihe erwähnt. Unfassbar was diese Spiele alles zu bieten haben. Deshalb ist für mich die Ankündigung von Dark Souls III so, als würden Weihnachten, Ostern und Geburtstag  auf einen Tag fallen. Was wir erwarten können? Wahrscheinlich wieder „more of the same“ in  einem hübscheren grafischen Gewand, sowie einige dezente Neuerungen im Online-Spielsystem.

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