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Geek-Stuff Specials

Special: amiibo-Sammelwahn oder Preiswucher?

Mit den amiibo-Figuren hat Nintendo den Nerv vieler Fans getroffen. Die kleinen Sammelfiguren erfreuen sich größter Beliebtheit und sind vielerorts sogar schneller vergriffen, als dies dem einen oder anderen Recht ist. Obwohl sich der eigentliche Nutzen der NFC-Figuren in den meisten Spielen in Grenzen hält, sind viele Exemplare nur schwer im Handel zu finden und werden auf Verkaufsplattformen wie eBay zu horrenden Preisen wiederverkauft. In unserem aktuellen Special wollen wir dem Hype der amiibo auf den Grund gehen.

Mario & Link waren zwei der ersten amiibo-Figuren überhaupt.

Schnapp Sie dir alle, solange dein Geldbeutel reicht!

Ich gebe es zu: Auch ich gehöre zu denjenigen, die die amiibo-Figuren sammeln. Anfangs, das war Ende 2015, war es sogar mein Ziel eine möglichst vollständige Figurensammlung zu erreichen. Mir persönlich sagen die amiibo-Figuren einfach viel mehr zu als die Konkurrenzprodukte. Das liegt nicht an den eigentlichen Funktionen, sondern viel mehr an den Charakteren. Mit einem Super Mario, Link oder auch Donkey Kong verbinde ich persönlich weit mehr als mit einem Skylanders-Helden, sodass mich hier die Sammelleidenschaft gepackt hatte. Einige Jahre später sind nun viele weitere amiibo-Collections zu populären Nintendo-Franchises erschienen und meine Begeisterung hat aus diversen Gründen etwas nachgelassen. Während zum Anfang nur die Super Smash Bros. Collection mit einer beschaulichen Anzahl von 12 Figuren an den Start gegangen ist, gibt es nun auch Kollektionen rund um The Legend of Zelda, Kirby, Super Mario, Animal Crossing und Splatoon.

Aktuell heißbegehrt: Im November sollen die Recken zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild als amiibo erscheinen.

Meine Motivation die Figuren zu sammeln ist jedoch nicht nur aufgrund der Masse und dem damit verbundenen Platzmangel zum Erliegen gekommen, sondern auch aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit. Bestes Beispiel: Die Super Smash Bros. Collection. Bis auf die letzte Welle rund um Bayonetta, Corrin und Co. konnte ich mir alle Figuren sichern. Leider hielt diese Glückssträhne nicht bis zum Schluss an, denn ich habe die Figuren bis heute in keinem einzigen Fachgeschäft aufspüren können und auch online waren die Figuren vergriffen. Liegt dies nun an einer künstlichen Verknappung seitens Nintendo oder an den geldgierigen Widerverkäufern? Vermutlich an einer Mischung aus beiden Faktoren. Doch selbst Händler wollen sich von dem Boom der Figuren eine Scheibe vom Geldkuchen abschneiden. Zuletzt war ich in einem lokalen Media Markt, wo noch einige amiibo-Figuren aus der „Breath of the Wild“-Collection angeboten wurden. Obwohl die Preisempfehlung seitens Nintendo bei 14,99€ für eine amiibo-Figur liegt, werden die Figuren dort für jeweils 24,99€ verkauft. In meinen Augen einfach nur Abzocke, die ich nicht unterstützen werde. Der Verkäufer erklärte zwar, dass man so Widerverkäufer abschrecken möchte, doch als ehrlicher Kunde werde ich so auch gleich mit einem Preisaufschlag von rund 70 Prozent zur Kasse gebeten.

Sehr ansehnlich: Die beiden amiibo-Figuren zu Metroid: Samus Returns

Amiibo für Einsteiger

Doch was sind amiibo eigentlich? Für alle unter euch, die noch nie etwas mit den Nintendo-Figuren am Hut gehabt haben, wollen wir euch noch einmal kurz erklären, welchen Zweck die Sammelobjekte erfüllen. Die amiibo sind kleine Sammelfiguren, mit integriertem NFC-Chip. Am ehesten kann man sie mit den Skylanders aus dem Hause Activision vergleichen. Neben dem Sammelaspekt, erfüllen die Figuren in ausgewählten (und zumeist hauseigenen) Nintendo-Spielen besondere Funktionen. In den meisten Spielen sind die freischaltbaren Gimmicks eher banal: In Mario Kart 8 Deluxe könnt ihr beispielsweise alternative Outfits für euren Mii erhalten. Hin und wieder macht der Einsatz der Figuren weit mehr Sinn und bringt auch spielinterne Vorteile. Vor allem in The Legend of Zelda: Breath of the Wild lohnt der Einsatz der Figuren. So lassen sich hier alle amiibo aus der Zelda-Reihe einsetzen, um einmal täglich Schatzkisten mit allerhand nützlicher und seltener Items zu erhalten. Die amiibo sind folglich nicht an ein einzelnes Spiel gebunden, sondern belohnen Fans in vielen aktuellen Spielen, was grundsätzlich eine tolle Idee seitens Nintendo ist. Wer die amiibo nicht sammeln möchte, hat in den meisten Spielen auch keinen Nachteil. Einzig in Mario Party 10 (Nintendo Wii U) gab es einen exklusiven Spielmodus, den man ohne die Figuren nicht nutzen konnte.

Für mich persönlich stand allerdings immer der Sammelaspekt im Vordergrund, da die Figuren sich unglaublich gut machen, um das Spieleregal optisch aufzuwerten.

Diese coolen Outfits schalten die amiibos in Mario Kart 8 (Deluxe) frei

Amiibo: Ein Ausblick in die Zukunft

Auch in den kommenden Monaten werden amiibo-Freunde weiterhin mit neuen Figuren versorgt. Zu der Super Mario Collection gesellen sich Neuheiten hinzu, Fire Emblem-Freunde bekommen zwei neue Figuren spendiert und zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild steht ein „Recken-Set“ für Anfang November in der Pipeline, welches mit Sicherheit wieder extrem schwer zu ergattern sein wird. Aufgrund der guten Verkaufszahlen der amiibo ist auch nicht davon auszugehen, dass Nintendo deren Produktion in absehbarer Zeit einstellen sollte. Schön wäre es allerdings vor allem für Fans, wenn früher oder später auch bereits vergriffene Figuren noch einmal ihren Weg in die Produktion finden würden, sodass man seine Sammlung noch nachträglich zu halbwegs humanen Preisen komplementieren kann. Ich persönlich werde jedenfalls in Zukunft nur noch die Figuren erwerben, die mich wirklich interessieren und mich optisch ansprechen. Um wirklich jede Figur zu kaufen, fehlt mir unter dem Strich einfach das nötige Kleingeld und der Platz.


Doch nun seid ihr gefragt: Sammelt ihr die amiibo-Figuren und wenn ja wie viele habt ihr? Im Gegenzug würden wir natürlich auch sehr gern wissen, warum ihr die amiibo-Figuren nicht sammelt. Sind sie euch zu teuer oder benötigt ihr keine Sammelfiguren? Wir freuen uns über eure Beiträge zum Thema.


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