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Switch Tests

Shantae and the Pirate’s Curse Review (Nintendo Switch)

Bereits auf dem Nintendo 3DS und der Wii U konnte das 2D-Abenteuer Shantae and the Pirate’s Curse sowohl Kritiker als auch Fans begeistern. Das Abenteuer stellte damals den Abschluss der originalen Storyline der Shantae-Reihe dar. Nun haben sich die Entwickler von WayForward dazu entschieden den Titel auch auf der Nintendo Switch umzusetzen. Ob das Spiel auch auf der Hybrid-Konsole punkten kann oder ihr lieber bei dem im letzten Jahr veröffentlichten Shantae ½ Genie-Hero zugreifen solltet, verraten wir euch in unserem Testbericht.

Die gut geschriebenen Charaktere tragen die Story.

Shantae and the Pirate’s Curse

Shantae and the Pirate’s Curse knüpft an die Geschehnisse des zweiten Serienteils „Risky’s Revenge“ an. Soll heißen, dass unsere Heldin Shantae ihrer magischen Kräfte beraubt wurde. Nichtsdestotrotz fungiert die smarte Lady weiterhin als Schutzpatronin ihrer Heimatstadt Scuttle Town. Dummerweise brockt sich Shantae durch ihren Beschützerinstinkt schnell weiteren Ärger ein. Als Scuttle Town von seinem neuen Besitzer, dem Ammo Baron, unter Beschuss genommen wird, stellt sich Shantae ihm entgegen und handelt sich dadurch eine Anzeige wegen Landfriedensbruch ein. Zur gleichen Zeit braut sich weiteres Ungemach auf. Der sagenumworbene „Pirate Master“ will von den Toten auferstehen und für mächtig viel Ärger sorgen. Als dann auch noch die Piratencrew von Shantae’s Erzfeindin Risky Boots von den dunklen Mächten übernommen wird, müssen sich die beiden Ladys zusammenschließen, um das nahende Unheil abzuwenden.

Hierfür gilt es die über mehrere Inseln verstreuten Überreste von Master Pirate aufzuspüren, um so dessen Rückkehr zu verhindern. Da euch darüber hinaus auch noch zahlreiche storyrelevante Wendungen erwarten, ist Shantae and the Pirate’s Curse ein sehr unterhaltsames 2D-Abenteuer, dass auch storytechnisch dank liebevoller Dialoge und cooler Charaktere punkten kann.

Platforming-Action in düsteren Dungeons.

Metroidvania im Piratensetting

Gameplaytechnisch erwartet euch klassische Gameplay-Kost, die auf dem Metroidvania-Stil aufbaut. Ihr bereist liebevoll gestaltete 2D-Level und grast diese nach wichtigen Items ab. Den zahlreichen Feinden auf den einzelnen Inseln erwehrt ihr euch dank Shantae’s Haarpracht, die quasi als Peitsche fungiert. Im späteren Spielverlauf erhält Shantae auch eine Pistole, mit der sie sich ihren Widersachern aus der Distanz erwehren kann oder beispielsweise Schalter aktiviert. Wie es sich für ein Action-Adventure gehört, gibt es natürlich auch zahlreiche optionale Sammelgegenstände aufzuspüren. Mit den niedlichen Oktopus-Babys erweitert ihr beispielsweise beim städtischen Schmied eure Energieleiste. All die Sammelobjekte erfordern aber immer wieder den Einsatz von Shantae’s speziellen Fähigkeiten, die sich im Spielverlauf ebenfalls erweitern und das Gameplay sinnvoll anreichern.

Die Spielwelt setzt sich aus vielen kleineren Insel-Welten zusammen. Ausgangspunkt für euer Abenteuer ist eure Heimatinsel mit der Stadt Scuttle Town. Hier erwarten euch zahlreiche Shops und Möglichkeiten gefundene Gegenstände in neue Fähigkeiten und Verbesserungen zu investieren. Nach und nach bereist ihr im Spielverlauf die einzelnen Inselwelten, die überraschend abwechslungsreich gestaltet wurden. Selbige müssen dank immer neuer Fähigkeiten unserer Heldin häufiger aufgesucht werden, insofern ihr wirklich jedes Geheimnis lüften wollt. Trotz Backtracking und den damit verbundenen Laufwegen, fällt dieser kleine Kritikpunkt aber kaum negativ ins Gewicht, da es wirklich viele versteckte Schätze zu finden gilt und dadurch auch ein entsprechender Anreiz besteht.

Shantae and the Pirate’s Curse Trailer: 

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Überdies bietet Shantae and the Pirate’s Curse einen gewissen spielerischen Anspruch, durch clevere Jump and Run und Rätselpassagen, die so das Gameplay gelungen auflockern. Dank einer sehr präzisen und eingängigen Steuerung kommt aber selbst bei den kniffligen Sprungpassagen kaum Frustpotenzial auf, da ihr die freizügig bekleidete Schönheit exzellent durch die Level manövrieren könnt. Beißt ihr dennoch bei den zahlreichen Gefahren ins virtuelle Gras, bleibt nur zu hoffen, dass ihr die immer wieder in den Spielwelten verteilten Speicherpunkte genutzt habt, damit ihr nicht zu viel von eurem zwischenzeitlich erspielten Spielfortschritt verliert.

Trotz des vergleichsweise knackig schweren Schwierigkeitsgrades ist Shantae and the Pirate’s Curse den nötigen Fähigkeiten vorausgesetzt in einem bis zwei Abenden locker durchgespielt. Danach erwartet euch nur ein „New Game Plus“-Modus, den ihr direkt mit allen erspielten Items und Objekten beginnen könnt, um so neue Speedrun-Rekorde aufzustellen.

Die Bosskämpe gehören zu den Highlights.

Die technische Seite & Switch-Anpassung

Shantae and the Pirate’s Curse auf der Switch baut quasi auf der Wii U-Variante des Titels auf und bietet die gleichen technischen Qualitäten. Freunde von 90er-Jahre Retro-Optik sollten somit ihre helle Freude haben und die farbenfrohe Optik zu schätzen wissen. Das heißt gleichzeitig aber auch, dass das Abenteuer auf dem TV-Bildschirm ziemlich grob aufgelöst wirkt. An dieser Stelle merkt man die Wurzeln des ursprünglichen 3DS-Abenteuers. Im Handheldmodus fällt dieses Manko nicht ganz so drastisch auf. Sicherlich sieht das Spiel auch auf der Switch gut aus und besticht vor allem mit seinen liebevollen Details. Mit der knackscharfen Optik von Shantae ½ Genie-Hero kann die Umsetzung allerdings nicht mehr mithalten.

Richtig genial ist dafür nach wie vor die musikalische Kulisse des Piraten-Abenteuers. Der Soundtrack stellt eine geniale Mischung aus orientalischen Klängen gepaart mit treibenden Rhythmen dar, die hervorragend zum Spiel passen und das Gameplay stimmungsvoll untermalen. Eine Sprachausgabe gibt es hingegen nicht. Einige Charaktere rufen lediglich während der Dialoge das eine oder andere Schlagwort aus.

Wer in Bezug auf die Umsetzung auf die Nintendo Switch mit einigen Extras gerechnet hat, wird wohl leider etwas enttäuscht. Zwar gibt es für die die neue Nintendo-Konsole einige exklusive Extras, diese müssen allerdings mit der Lupe gesucht werden. So unterstützt Shantae’s Abenteuer nun die HD-Vibrationen der Joy-Con-Controller und darüber hinaus gibt es in Scuttle Town ein neues Minispiel zu entdecken. In „Super Shantae Nab!!“ hüpft ihr als Äffchen von Baum zu Baum, um einen gleitenden Juwelen einzufangen. Mit etwas Geschick könnt ihr euch hier euer Juwelenkonto aufbessern und Preise gewinnen. Ein nettes Extra, mehr aber auch nicht. Ehrlicherweise hatten wir uns von der Umsetzung ein paar mehr Überraschungen versprochen, was aber nichts an der hervorragenden Qualität des Titels ändert.  


Fazit:

AwardShantae and the Pirate’s Curse stellt auch auf der Nintendo Switch einen gelungenen, wenn auch sehr fordernden Plattformer dar. Das Abenteuer der smarten Lady strotzt nur so vor Liebe zum Detail, herausfordernden Elementen und einer unterhaltsamen Story. Wer das Spiel von einer anderen Plattform noch nicht kennt, sollte sich das Action-Adventure keineswegs durch die Lappen gehen lassen. Kritik muss sich Shantae and the Pirate’s Curse dennoch gefallen lassen.

So ist es etwas unverständlich, weshalb das Spiel auf der Switch trotz kaum vorhandener Neuerungen noch immer gut zwanzig Euro kostet. HD-Rumble und das neue Minispiel sind schön und gut, dennoch kann man das Spiel auf anderen Plattformen bereits deutlich günstiger ergattern. Auch bei der Optik hätten wir uns vielleicht ein bisschen mehr Finetuning erhofft, so fällt das Abenteuer visuell doch deutlich hinter das im vergangenen Jahr veröffentlichte ½ Genie-Hero zurück. Freunde von Metroidvania-Spielen, die sich nicht an dem Backtracking und dem teils sehr herausfordernden Schwierigkeitsgrad stören, können dennoch fast bedenkenlos zugreifen.


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