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Satoru Iwata: Wir nehmen Abschied

Tims Gedanken:

Vermutlich habt ihr es schon auf anderen Gaming-Seiten gelesen, falls nicht erfahrt ihr die schlechte Nachricht jetzt von uns: Nintendo-Präsident Satoru Iwata ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Das hat uns heute alle ein wenig schockiert, weshalb es hier den ganzen Tag über sehr ruhig war. Wir mussten das erstmal verdauen.

Mit dieser Frage möchte ich beginnen. Denn nachdem ich die Meldung gelesen hatte und klar wurde, dass es kein Fake ist, traf sie mich wie ein Schlag in die Magengrube. Ja, ich habe geweint. Über einen Menschen, den ich nie persönlich getroffen habe. Doch die Spiele, an denen er beteiligt war, darunter für mich persönlich insbesondere Earthbound, haben mich tief berührt, waren ein großer Teil meiner Kindheit und Jugend. Und als Gaming-Blogger war Satoru Iwata eine mehr oder weniger omipräsente Erscheinung. Immer sympathisch, immer bescheiden, immer ein klein wenig schräg und verschmitzt. Die Nintendo Directs werden wohl nie wieder ganz so unterhaltsam sein und ob die stets sehr interessante Fragerunde „Iwata Asks“ von jemand anderem fortgeführt wird, ist derzeit noch völlig ungewiss. Dieser kleine Funke Selbstironie, die Sich-selbst-nicht-zu-ernst-Nehmen hat hat ihn stets von anderen in gleicher Funktion unterschieden.

„Auf meiner Visitenkarte bin ich Präsident eines Unternehmens. In meinem Kopf bin ich Spieleentwickler. In meinem Herzen bin ich Gamer.“

 

Seit 2002 war er Präsident von Nintendo – übrigens der erste, der nicht zur Yamauchi-Familie gehörte, die das Unternehmen einst gegründet hat. Vom einfachen Programmierer bei Klassikern wie Ballon Boy hat er nach und nach die Karriereleiter innerhalb des Unternehmens erklommen, bis er letztendlich ganz oben angekommen war. Als besondere Leistung wird dmmer wieder gerne genannt, dass er höchstpersönlich dank offenbar sehr effektivem und ökonmischem Coding dafür gesorgt hat, dass die Johto-Region aus Pokémon Rot und Blau in Gold und Silber integriert werden konnte. Satoru Iwata war immer eine grundpositive Erscheinung, brachte uns zum Lachen, lieferte uns regelmäßig neue Memes und war immer so absolut ur-knuffig während den Nintendo Directs, dass man ihn einfach mögen musste, dass zeigt sich auch in den Reaktionen bei Twitter, die allesamt von Herzen kamen.

 

Philipps Gedanken:

Heute ist es nun also an der Zeit, sich von einem großen Namen der Spieleindustrie zu verabschieden. Saturo Iwata, seineszeichens seit dem Jahre 2002 CEO bei Nintendo, war allerdings mehr, als nur einer der großen Namen der Branche – wie eines seiner berühmtesten Zitate andeutet, war der 1959 in Sapporo geborene Iwata im Herzen noch immer ein Zocker.

Erste Erfolge konnte der findige Programmierer bereits im Jahre 1992 mit Kirby’s Dreamland erzielen, dessen Idee zwar nicht von ihm stammt, aber an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt war. Ein gleichermaßen einsteigerfreundlicher, wie auch hochmotivierender Titel, mit dem ich viele schöne Kindheitserinnerungen und unzählige Stunden Spielspaß verbinde.

Doch gerade seine Hochzeit während der Gamecube-Ära, in der er sich maßgeblich für die hervorragenden Titel wie Super Mario Sunshine, Metroid Prime, Animal Crossing oder The Legend of Zelda: The Wind Waker verantwortlich zeigt, hat den sympathischen Japaner zumindest für mich unvergesslich gemacht. Iwata als Spieler selbst sorgte während der Entwicklung seiner Spiele immer für die entsprechende Sichtweise als Spieler auf das entsprechende Erlebnis, vielleicht ist das gerade der entscheidende Faktor dafür, dass nahezu alle Titel, an denen er mitgewirkt hat, unvergessliche Meilensteine der Videospielgeschichte geworden sind. Ganz bestimmt sogar.

Unter Iwatas Führung entwickelte Nintendo zudem die Handhelds NDS und 3DS, sowie die Wii und die WiiU – Spielesysteme die sich bewusst durch Innovationen von der breiten Masse abzuheben wussten und auch wenn ich nicht unbedingt der größte Fan der letzten Nintendo-Konsolen bin, so gebührt dem Mann doch mein Respekt dafür, die Industrie durch mutige Innovationen voranzutreiben. Auch Nintendos mutiges Unterfangen, künftig im mobilen Spielesektor aktiv zu werden, trägt maßgeblich Iwatas Handschrift. Und so war es für mich heute eine traurige und schockierende Meldung zu lesen, dass Iwata mit nur 55 Jahren nun nach langem Kampf dem Gallengangkrebs erlegen ist. Damit verlässt uns ein ganz großer Name aber auch – und das nehme ich mir heraus ohne ihn persönlich gekannt zu haben – ein, wie ich glaube, wirklich toller Mensch. Vielen Dank, Iwata-san für die unzähligen, unvergesslichen Erinnerungen die du uns über die Jahre beschert hast.

Dannys Gedanken:

In fast schon tragischer und trauriger Regelmäßigkeit stirbt inzwischen ein großer Name nach dem anderen. 2014 war ein Jahr, in dem viele große und bekannte Namen von uns gegangen sind, und 2015 scheint leider genau da weiterzumachen. Sehr häufig betrübt mich der Tod einer mir bekannten Person, die ich aus Film, TV oder von Musik her kannte, bei dem viel zu früh verstorbenen Satoru Iwata ist es, als sei ein guter Freund für immer weg. Habe ich Iwata mal kennen gelernt oder mit ihm gesprochen oder ihn sogar mal gesehen? Nein. Aber das ändert nichts daran. Satoru Iwata war mehr als der Präsident von Nintendo, er war das Herz und die Seele. Ihm ging es um keine Statistik und um Zahlen, er wollte, dass die Menschen Spaß haben, wenn sie spielen. Und in einer Zeit, in der die Gaming-Industrie immer größer wird und weiter wächst und mehr und mehr zum reinen Geschäft wird, da war Iwata das helle Licht und stand stellvertretend für die Liebe und Freude an dem Medium.

Und gerade heute wird einem ganz besonders bewusst, was für ein Mensch Satoru Iwata war. Als ich in der Nacht von Sonntag auf Montag die Meldung bei Twitter vernahm, war ich geschockt und traurig. Ich fing an bei Reddit und NeoGAF zu lesen und las immer wieder kleine Geschichten und Erlebnisse, die verschiedene Menschen mit Iwata hatten. Von kurzen Gesprächen bis hin zu einem Streetpass-Treffen. Klar, man könnte jetzt viele dieser Geschichten erzählen, ebenso wie die ganzen Erfolge die er als Präsident machen durfte oder seine Arbeiten an verschiedenen Projekten oder seine Konsequenz im letzten Jahr, als er sein eigenes Gehalt um die Hälfte kürzte. Aber alle haben ein und die selbe Erkenntnis, Satoru Iwata war ein ganz besonderer Mensch mit einem Herz voller Liebe für das was er tat, für die Videospiele und für die Fans und Community.

Egal ob Interview, Nintendo Direct oder Iwata Asks, ich habe seine Auftritte genossen und mit Freude verfolgt, egal ob mich das Thema interessierte oder nicht. Auch sein Meme-Potenzial war fantastisch und da zeigte er auch großen Humor. Es machte ihn menschlich in einer Branche, die immer mehr zum reinen Geschäft wird. Daher werde ich ihn schmerzlich vermissen, für seine Auftritte, seine Leidenschaft und für die Liebe für Fans und Videospiele. Er war einzigartig und es wird niemals möglich sein ihn zu ersetzen. Damit es aber nicht zu traurig endet, möchte ich euch einen Auftritt von Satoru Iwata zeigen, denn ich ganz besonders mag. Er war zu Gast bei der japanischen Videospiel-Show GameCenter CX. Dort werden regelmäßig alte Spiele durchgespielt von Shinya Arino. Bei einem Special, was auf dem Nintendo Channel lief, wurde Ballon Fight gespielt und als besonderer Gast war Satoru Iwata zu Gast. Viel Spaß!  

 

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