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Populär durch YouTube: So wichtig ist Streaming für Spieleentwickler

Youtuber, Twitch Streamer und andere Influencer haben heute einen gewaltigen Einfluss darauf, ob ein Spiel in der Gaming-Community bekannt wird oder nicht. Besonders bei Indie Spielen, die nur ein kleines Marketing Budget aufweisen können, sind Streamer wie PewDiePie, Lirik, Dyrus oder Gronkh eine Chance für die Entwickler, sich ihren Lebensunterhalt mit der Entwicklung von Games zu finanzieren. Welche bekannten Spiele gibt es, die erst durch Streaming richtig groß geworden sind?

Minecraft

Vielleicht das Beispiel, um den großen Einfluss der Streamer zu veranschaulichen: Minecraft wurde am 10. Mai 2009 für den PC veröffentlich, damals jedoch noch in der Alpha-Phase. Das Passionsprojekt von Markus „Notch“ Persson ist heute mit 144 Millionen Verkäufen weltbekannt, schaffte den Sprung zur Berühmtheit aber erst durch YouTube, das damals noch relativ neu, und im Vergleich zu heute auch sehr klein war. Innerhalb weniger Monate entwickelte Minecraft sich zum YouTube-Hit, hunderte von Videos wurden jede Woche hochgeladen. Viele Streamer wurden erst durch ihre Minecraft Let’s Plays überhaupt bekannt, Gronkh ist ein sehr gutes Beispiel hierfür. Durch die Popularität ihrer Videos verhalfen die Streamer nicht nur dem Spiel zu Weltruhm, sondern veränderten für immer die Ausrichtung von YouTube, das heute sehr stark auf Gaming und verwandte Themen setzt.

Casino Spiele

Schon vor über zehn Jahren begannen Online Casinos, beim Umsatz den klassischen Spielbanken gefährlich nahe zu kommen – und haben sie inzwischen überholt. Ein Eckpfeiler der Popularität von jedem modernen Online Casino sind die Live-Features: Im Live Casino zockt der Spieler per Webcam in Echtzeit gegen andere Teilnehmer, Karten und Gewinne werden live von einem echten Dealer ausgegeben. Inzwischen gibt es hier enorm viele Anbieter, welche die Spieler vergleichen können. Durch diesen Grad an Immersion, den nur das Streaming ermöglicht, ist iGaming heute im Internet eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. 

‚Game Design with Jessie – Why did Five Nights at Freddy’s Stop Working?‘ – BagoGames via Flickr (CC BY 2.0)


Five Nights at Freddy’s

Und noch ein bekanntes Beispiel für die große Wirkung, die YouTube und Twitch auf Indie Games haben: Der Horror-Hit von Scott Cawthon erschien am 8. August 2014 zuerst nur bei der Gaming-Plattform Desura, welche den meisten Spielern überhaupt nicht bekannt ist. Eigentlich ist FNAF ein simples Horror-Spiel: Man muss fünf Nächte als Nachtwärter in einer „Freddy Fazbear’s Pizza“ Filiale überstehen, wo mechanische Animatronics nachts zum Leben erwachen – und kann sich dabei nicht einmal bewegen. Warum wurde der Titel dann so bekannt? Ganz einfach: Live Videos von YouTubern, die sich beim Spielen so richtig schön gruselten und die Zuschauer sowohl zum Lachen, als auch zum Schreien brachten. Bis heute wird die Reihe mit neuen Spielen fortgesetzt – ohne die Macht des Streamings überhaupt nicht denkbar.

Gegenbeispiel

Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass die meisten Entwickler Streaming extrem aufgeschlossen gegenüber stehen. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele. Branchen-Größe Nintendo ist dafür bekannt, eine sehr restriktive Linie gegen YouTube Streaming zu fahren: Möchten Streamer die Spiele des japanischen Konzerns auf ihren Kanälen übertragen, müssen sie sich zuerst für ein Partnerprogramm bewerben – und einen Teil des durch die Videos verdienten Gewinns wieder an Nintendo abgeben. Dennoch ist der Großteil der Branche Streaming gegenüber sehr positiv eingestellt und viele Publisher machen ihre Spiele bewusst YouTube- und Twitch-gerecht. 


Fazit

Schon für so manchen Indie-Entwickler war Streaming das Sprungbrett in eine erfolgreiche Karriere als Spiele-Entwickler. Und auch abseits davon ist Gaming heute ohne Streaming-Technologie überhaupt nicht mehr denkbar. Immer mehr Titel setzen auf interaktive Elemente, Live-Übertragungen und den E-Sport, der ebenfalls nur durch Echtzeit-Streaming in seiner heutigen Form denkbar ist. In Zukunft wird Streaming nur noch populärer werden; für alle Spieler und kleinen Entwickler mit großen Ambitionen eine gute Nachricht. 


 

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