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Pokémon Tekken DX Review

Mit Pokémon Tekken lieferte Nintendo in Zusammenarbeit mit Bandai Namco Games eines der besten Beat’em Ups für die Wii U ab. Dennoch war der Prügler nicht frei von Macken. So gab es nur eine geringe Anzahl an spielbaren Charakteren und auch die Langzeitmotivation für Solisten fiel relativ gering aus. Nichtsdestotrotz kehrt das Prügelspiel nun als Pokémon Tekken DX auf die Nintendo Switch zurück und soll dort dank neuer Funktionen und Inhalten zum Neukauf bewegen. Wir sind mit Glurak, Pikachu und Mewtu in den Ring gestiegen und verraten euch, wie die Umsetzung ausgefallen ist.

Neue Pokémon betreten den Ring

In Pokémon Tekken durften auf der Wii U insgesamt 16 Taschenmonstern in den Ring steigen, um ihre Kampffertigkeiten unter Beweis zu stellen. In der neuen Deluxe-Variante gesellen sich mit Silvarro, Scherox, Glibunkel, Darkrai und Impoleon fünf neue Pokémon hinzu, sodass die Charakterauswahl auf 21 Teilnehmer anwächst und wohl jeder Spieler seinen Favoriten finden wird. Auch bei den Helfer-Pokémon gibt es mit Flamiau und Robbal Neuzugänge aus den Pokémon Sonne und Pokémon Mond Rollenspielen. Wie schon in Mario Kart 8 Deluxe sind direkt zu Beginn quasi alle Inhalte freigeschaltet, sodass keiner der 21 Charaktere freigespielt werden muss.

Ansonsten bleibt auf den ersten Blick alles beim Alten: Zu Beginn des Spiels erstellt ihr wie im Original euren Charakter, der in Sachen Aussehen und Auftreten individualisiert werden kann. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist die Ferrum-Liga. In dieser treten wir als aufstrebender Pokémon-Trainer gegen andere Teilnehmer an und sammeln fleißig Erfahrungspunkte, um unser Pokémon zu trainieren. Das große Ziel von uns ist es natürlich als Champion der Liga gekürt zu werden. Bis dahin ist es aber ein langer Weg, der uns durch mehrere Turniere führt. Besonders zu Beginn sind die Kämpfe allerdings sehr einfach, sodass sich Kenner des Originals schnell unterfordert fühlen könnten.

Alles in allem wurde die Ferrum-Liga komplett aus dem Original übernommen und bietet die gleichen Inhalte. Das soll jetzt nicht negativ interpretiert werden, denn grundsätzlich macht der Storymodus Spaß, auch wenn gerade die Story sehr beschwerlich in Schwung kommt und die Textdialoge viel Fahrt rausnehmen und auf Dauer einfach nur nerven.

Glurak teilt mit seinem Feueratem aus.

Durchschlagskraft: Das Gameplay

Die klaren Stärken von Pokémon Tekken Deluxe stecken wie schon im Original in dem Gameplay. Hier erwartet euch ein interessanter und sehr dynamischer Mix aus 2D- und 3D-Elementen, die ihr am Besten zunächst im Trainingsmodus verinnerlicht.

Pokémon Tekken ist durchaus ein einsteigerfreundlicher Titel, der zugleich auch einiges an Tiefgang bietet. Besonders schön ist die Liebe zum Detail, die in dem Prügelspiel steckt. Jeder Charakter weist authentische Angriffsmuster und Fähigkeiten aus den Rollenspielen auf, die exzellent ins Spiel eingebunden wurden. Die Elektro-Maus Pikachu lässt sprichwörtlich die Funken fliegen, während der wendige Lucario mit seinen durchschlagenden Moves punktet.

Jedes Pokémon verfügt neben seinen Standart-Angriffen auch über Fernangriffe, Wurfgriffe, Verfolgerattacken und Spezialmoves. Der wahre Clou lauert aber in dem sogenannten Phasensystem, welches dem Titel seine Dynamik verleiht. Das Phasensystem gestaltet sich wie folgt: Die Kämpfe wechseln zwischen einer 2D (Duell)- und 3D (Feld)-Kampfphase, die jeweils durch bestimmte Angriffsmuster ausgelöst werden dadurch viel Spielraum für taktische Überlegungen lassen. In der Feldphase bietet sich euch ein größerer Bewegungsspielraum, um Gegner zu überraschen. In der Duellphase seid ihr hingegen nicht ganz so beweglich im freien Raum, dürft dafür aber kräftigere Angriffe verteilen. Zusätzlich wartet das sogenannte Resonanzmeter auf seinen Einsatz. Selbiges lädt sich durch Aktionen auf und entfesselt mit Druck auf die beiden Schultertasten den „Limit-Modus“. In dieser Zeit ist euer Pokémon stärker und nimmt zum Teil auch seine Mega-Entwicklungsstufe an. Besonders wichtig in dieser Phase ist der Einsatz des Limit-Schlages, der nicht nur schick anzusehen ist, sondern auch viel Schaden zufügt.

Nicht minder wichtig sind die Helfer-Pokémon. Vor einem Kampf wählt ihr euch ein Team aus zwei Pokémon aus, die euch in den Kämpfen mit ihren Fähigkeiten unterstützen können. Die Hilfestellung kann dabei von bloßen Angriffen bis hin zu zeitweiligen Statusverbesserungen reichen.

Silvarro: Einer der sechs Neuzugänge der DX-Version.

Neuheiten in der Pokémon Tekken-Welt

Die „DX“-Version von Pokémon Tekken verfügt auch über einige neue Ideen. So gibt es diesmal auch Teamkämpfe, bei denen jeweils drei Pokémon gegen ein anderes dreiköpfiges Pokémon-Team antreten. Dabei könnt ihr allerdings nicht frei euren aktiven Kämpfer austauschen wie es beispielsweise bei den Marvel vs. Capcom-Spielen oder Tekken der Fall ist, sondern lasst eure Schützlinge nacheinander in den Kampf ziehen. Auf alle Fälle eine nette Neuerung, die auch für Solisten interessant ist, da die Team-Kämpfe auch gegen die K.I. in diversen Schwierigkeitsstufen spielbar sind.

Wer allerdings lieber mit Freunden spielt, der bekommt auf der Nintendo Switch auch allerhand Spielmöglichkeiten spendiert. So lässt sich Pokémon Tekken DX auch im Tablet-Modus mit zwei quergehaltenen Joy-Con-Hälften spielen oder wie gewohnt am TV mit dem Controller eurer Wahl. Sicherlich ist die Steuerung mittels Joy-Con-Hälfte nicht ganz so präzise, hat uns im direkten Vergleich aber mehr zugesagt als noch bei Ultra Street Fighter 2.

Zusätzlich bietet Pokémon Tekken DX auch die Möglichkeit eines lokalen Mehrspielermodus mit zwei Nintendo Switch-Konsolen über den Drahtlosmodus. Hier sind allerdings auch zwei Spielmodule notwendig. Die große Stärke spielt Pokémon Tekken DX im Online-Part aus. Hier könnt ihr sogar Gruppen für bis zu 100 Spieler eröffnen, in denen ihr euch mit festen Personen zu regelmäßigen Online-Fights trefft. Wer es unverbindlich mag, der tritt einfach gegen Freunde oder Fremde Teilnehmer an und kann sich zudem den täglichen Herausforderungen stellen. Hier könnt ihr einige sehr schöne Belohnungen erspielen, was die Dauermotivation durchaus fördert.

Pokémon Tekken DX Trailer:

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Technisch mit Luft nach oben

Recht unspektakulär fällt allerdings die technische Umsetzung der DX-Variante auf die Switch aus. Der Titel sieht quasi genauso aus wie auf der Wii U, was auch bedeutet, dass das Geschehen insgesamt etwas unscharf wirkt. Natürlich läuft das Spiel weiterhin butterweich bei 720p und ihr müsst keine Einbrüche der Bildrate befürchten. Dennoch wäre sicherlich einiges mehr möglich gewesen, zumal selbst im Docked-Modus die Full-HD-Auflösung nicht erreicht wird. Wer über die matschigen Texturen hinwegsehen kann, der erhält dennoch ein grundsätzlich hübsch anzusehendes Spiel, welches besonders mit den nett anzusehenden Spezial-Effekten punkten kann.

Akustisch gibt es auch wenig Spielraum für Kritik. Einzig die Kommentare unserer Begleitung im Storymodus gehen schon nach wenigen Wettkämpfen auf die Nerven, da sich die Phrasen immer und immer wieder wiederholen.


Fazit:

AwardPokémon Tekken DX ist auch auf der Nintendo Switch ein gelungenes Beat’em Up, welches sich vor allem an gesellige Zocker richtet. Für Solisten gibt es leider recht wenige Neuheiten und der Storymodus ist auf Dauer leider etwas eintönig. Wer das Original auf der Wii U nicht kennt, der macht mit dem Pokémon-Prügler nicht viel falsch. Einziger Wehrmutstropfen bleiben unterm Strich die wenigen Neuerungen und die Technik, die auf der Switch mit Sicherheit etwas schicker hätte ausfallen können. Abseits dieser Kritik erwartet euch ein motivierendes Prügelspiel mit toll umgesetzten Moves der Taschenmonster, die sowohl Fans als auch Neulinge begeistern können. Für alle unter euch, die dennoch unentschlossen sind, steht ab sofort auch eine kostenlose Demo zum Spiel im Nintendo eShop eurer Switch zum Ausprobieren bereit. 


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