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Switch Tests

PayDay 2 Review (Nintendo Switch)

Gute Shooter sind abgesehen von Splatoon 2 auf der Nintendo Switch noch Mangelware. 505 Games und die Starbreeze Studios wollen mit der Umsetzung des beliebten Team-Shooters PayDay 2 nun für frischen Wind auf der Hybrid-Konsole sorgen und bringen die Reihe damit erstmals auf eine Nintendo-Konsole. Ob es der Titel auf eure Fahndungsliste schaffen solle oder lieber direkt ins Kittchen wandert, haben wir für euch herausgefunden.

Gerade mit menschlichen Mitspielern entfaltet der Titel durchaus Suchtpotential.

PayDay 2: Euer virtueller Raubzug beginnt

Für alle unter euch, die PayDay 2 noch nicht von einer anderen Plattform kennen, wollen wir zum Einstieg noch einmal kurz das Spielprinzip erläutern. PayDay 2: Crimewave Edition von den Starbreeze Studios ist ein kooperativer Ego-Shooter, in dem ihr in die virtuelle Haut eines Kriminellen schlüpft und gemeinsam mit bis zu drei weiteren Mitspielern Banken ausraubt, Drogengeschäfte abwickelt, Boutiquen überfallt und euch die eine oder andere Schießerei mit den Gesetzeshütern liefert. Damit begründen die Starbreeze Studios auf der Switch quasi ein neues Genre, denn vergleichbare Spiele bietet die Hybridkonsole bislang noch nicht.

PayDay 2 lässt euch die Möglichkeit euer virtuelles Leben als Bankräuber sowohl offline, als auch online auszuleben. Bevor es allerdings losgeht, habt ihr die Möglichkeit in einem kompakten Tutorial alle Feinheiten rund um den Shooter auszuprobieren. Sind die Grundlagen der Steuerung verinnerlicht, kann der Spaß auch schon losgehen. Über das sogenannte „Crime.Net“ wählt ihr euren nächsten Auftrag aus. Die Aufträge unterscheiden sich dabei in ihrer Schwierigkeit, der zu erwartenden Belohnung und der Missions-Dauer. Für den Einstieg empfehlen sich vor allem kurze und kompakte Missionen, damit ihr euer Bankkonto nach und nach mit ergaunertem Geld füllen könnt.

Payday 2 Nintendo Switch Trailer: 

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Die Missionen in Payday 2 sind überraschend vielseitig. Neben kurzen Banküberfällen, gibt es auch Aufträge, die sich über mehrere „Tage“ beziehungsweise Missionsgebiete erstrecken und dadurch auch mit größeren Belohnungen winken. Zu Beginn einer jeden Mission erwartet euch ein Briefing. Im Anschluss könnt ihr den Erkundungsmodus nutzen, um die Location zu analysieren, um euch so eine Strategie zurechtzulegen. Setzt ihr euch schließlich eure Maske auf, beginnt die „Mission“ und ihr solltet euch von nun an vor Zivilisten, Wachleuten und Kameras in Acht nehmen, da ihr sonst schnell Aufsehen erregt und die Polizei alarmiert. Wer taktisch vorgeht, kann somit Vorteile erspielen und in Ruhe Türen und Safes knacken ohne entdeckt zu werden. Allerdings enden die meisten Missionen sowieso im kompletten Chaos und ihr müsst euch in wilden Schießereien der heranstürmenden Polizei erwehren. Das macht nicht nur eine Menge Spaß, sondern ist obendrein mit einem genialen Soundtrack unterlegt.

Für abgeschlossene Missionen hagelt es nicht nur Bares auf euer Konto, sondern ihr erhaltet auch Erfahrungspunkte, mit denen ihr Ränge aufsteigt und Fähigkeitspunkte erhaltet. Mit selbigen könnt ihr euren virtuellen Avatar verbessern und besondere Fähigkeiten freischalten. Das ergaunerte Geld investiert ihr hingegen in neue Waffen, Masken und weitere Ausrüstungsgegenstände, von denen es hunderte in das Spiel geschafft haben. Exklusiv in der Switch-Variante gibt es unter anderem den Charakter „Joy“ und weitere exklusive Extras wie eine fetzige LED-Maske für euren nächsten Bankraub. Weitere exklusive Besonderheiten bestehen in der Touchscreen-Interaktion im Handheld-Modus und der Unterstützung des HD-Rumble-Features. Exklusive Spielmodi oder Zusatzmissionen sucht ihr hingegen vergeblich. Zudem bleibt anzumerken, dass die Switch-Variante inhaltlich nicht ganz auf dem neuesten Stand ist und so beispielsweise nicht alle Inhalte der PS4-Variante bietet. Viel zu tun gibt es aber dennoch!  

Teamwork ist alles auch in Payday 2

Portierung: Yay oder Nay?!

Abgesehen von dem etwas geringeren Umfang zur PS4-Version merkt man dem Spiel durchaus an, dass sich die Entwickler viel Mühe mit der Umsetzung auf die technisch vergleichsweise schwächere Plattform gegeben haben. Im TV-Modus erwartet euch eine 1080p-Aflösung, während ihr im Handheldmodus auf 720p zurückgreifen müsst. In beiden Varianten läuft das Spiel zumeist bei 30 Bildern pro Sekunde. Bei einem hohen Gegneraufkommen geht die Bildrate leider etwas in die Knie. Den Spielspaß hat dies bei uns aber nicht beeinträchtigt.

Ansonsten sieht PayDay 2 auf der Switch gut aus. Das Spiel kann zwar nicht ganz mit der PS4-Variante mithalten, macht aber dennoch insgesamt einen guten Eindruck. Schwachstellen findet man neben der instabilen Bildrate vor allem bei den etwas grob und teils verwaschen aufgelöste Texturen. Das euch mit PayDay 2 allerdings kein Grafikwunder erwarten wird, sollte klar sein. Sah der Titel auch auf PS4 und den „Last-Gen“-Konsolen nicht überragend aus.

PayDay 2 ruft erneut zu den Waffen – Technisch kein Highlight, insgesamt aber solide!

Die Sonnen- und Schattenseiten des Räuber Daseins

PayDay 2 ist ein wirklich cooler kooperativer Shooter. Allerdings hat das Spiel auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. So macht es euch die K.I. im Einzelspielermodus immer wieder unnötig schwer. Eure Komplizen sind in den meisten Fällen keine wirkliche Unterstützung und stellen sich in vielen Situationen selber ein Bein. Deutlich mehr Freude macht das Spiel da mit menschlichen Wegbegleitern. Cooles Zusatzfeature auf der Switch: Ihr könnt auch lokal vier Geräte verbinden und die Missionen absolvieren. Hier benötigt allerdings jeder Teilnehmer seine eigene Switch und ein Exemplar des Spieles.

Online lässt sich PayDay 2 auf der Switch natürlich auch spielen. Auch wenn die Spielersuche etwas dauert, so verliefen die Online-Partien ausgesprochen fehlerfrei. Verbindungsabbrüche haben wir während unserer Tests keine verzeichnet und gravierende Lags oder weitere störende Fehler traten nicht auf. Einen großen Nachteil hat der Online-Modus auf der Switch allerdings noch. So gibt es auf der Hybrid-Konsole keine Voice-Chat-Funktion, wodurch sich eine Absprache mit den Komplizen erübrigt. In unseren Augen ist dies ein großer Negativpunkt, gerade bei einem so auf Teamwork ausgelegten Shooter. Laut der Entwickler arbeitet man aber an einer Lösung und versucht das Manko im Lauf der Zeit mit einer Nutzung der Smartphone-App von Nintendo aus dem Weg zu räumen.

Davon abgesehen macht das Spiel auch auf der Switch unglaublich viel Spaß und motiviert mit den vielfältigen Aufträgen und den einzelnen Fähigkeitsbäumen, mit denen ihr euren Charakter individualisieren könnt.  


Fazit:

AwardPayday 2 macht auch auf der Nintendo Switch einen guten Job, auch wenn einige Schönheitsfehler klar zu erkennen sind. Der fehlende Voice-Chat ist ein klarer Negativpunkt, den die Entwickler allerdings ausbessern wollen. Ebenso ist es schade, dass das Spiel nicht ganz auf dem neuesten Stand im Vergleich zur PS4-Version ist. Nichtsdestotrotz ist Payday 2 auf der Nintendo Switch für alle diejenigen einen Blick wert, die den Titel bisher auf keiner anderen Plattform gespielt haben. Technisch läuft das Spiel solide und punktet mit einem genialen Soundtrack. Ebenso könnt ihr euch problemlos im lokalen Mehrspielermodus mit anderen Switch-Besitzern verbinden und so eure Heists auch „on the go“ erleben. Ich persönlich habe mit Payday 2 eine Menge Spaß auf der Nintendo Switch und dank des enormen Umfangs wird dies wohl auch noch eine Weile so bleiben, zumal der Titel quasi der Platzhirsch in diesem Genre auf der Switch ist.


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