Image default
Reviews Switch

Owlboy Review

Das wunderschöne Abenteuer Owlboy um den Eulenjungen Otus landet am 13. Februar im eShop der Nintendo Switch. Wir haben uns das Abenteuer in Pixel-Grafik einmal genauer angeschaut und klären in unserem Review, was das Spiel zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Owlboy – Es ist nicht leicht, eine Eule zu sein

Protagonist Otus kann einem ganz schön leid tun. Der arme Kerl macht einfach alles falsch. Nicht nur, dass das mit dem Fliegen nicht so recht klappen will, sondern weil die junge Eule auch noch von einem Problem in das Nächste stapft. So soll die Hauptfigur von Owlboy einen Krug transportieren, um das Dorf mit Wasser zu versorgen. Doch dieser zerbricht dem stummen Helden unter den Krallen.

Auch in seinem Beruf als Wachmann läuft es für Otus nicht besser. Während seines Wachdienstes verfolgt er einen Störenfried in das Innere einer dunklen Höhle und übersieht dabei den Angriff der Luftpiraten, welche daraufhin seine Heimat dem Erdboden gleich machen. Armer Otus.

Owlboy
Owlboy erzählt eine packende Geschichte in einer wunderschönen Welt.

Damit sind die Weichen gestellt für ein herzzereißendes und packendes Indie-Abenteuer, welches auf unnachahmliche Weise klassische Pixel-Grafik der 80er Jahre mit neuen technischen Möglichkeiten kombiniert und euch absolut fesseln wird. 

In unserer Testversion kam es noch zu verschiedenen Problemen. Gleich mehrfach stürzte das Spiel ab, außerdem wurden unsere Begleiter teilweise unsichtbar. Entwickler D-Pad Studio verspricht, die Probleme zum Release durch ein Update zu beheben.


Packender Plattformer

Grundsätzlich handelt es sich bei Owlboy um ein Jump ’n‘ Run, welches aber auf gelungene Art und Weise klassisches Plattformer-Gameplay mit Shoot `em Up-Elementen kombiniert. Springen wird eure Spielfigur im Laufe des knapp 12-stündigen Abenteuers aber eher selten, vielmehr fliegt die junge Eule durch die detailverliebt gestaltete Spielwelt.

Glücklicherweise seid ihr dabei nicht alleine unterwegs. So dürft ihr auf die tatkräftige Unterstützung eurer Freunde bauen, welche beispielsweise mit leichten Geschossen Gegner und Hindernisse aus dem Weg räumen oder mit einer Pumpgun den Weg frei pusten. So wird aus dem Spiel kurzerhand ein Shoot ‚em Up, während ihr durch die Luft gleitet und gleichzeitig eure Feinde aus den Latschen haut.

Owlboy
Mit Freunden im Schlepptau bekämpft ihr Feinde.

Doch Owlboy hat noch so viel mehr zu bieten. Die wunderschön gestaltete Welt strotzt nur so vor hübschen Details und wirkt unglaublich lebendig. An allen Ecken und Enden stoßt ihr auf Rätsel, Geheimnisse und düstere Dungeons, die von euch erkundet werden wollen. Eines schöner als das andere.

Hoch oben in den Wolken findet ihr zahllose Geheimverstecke, die mitunter ziemlich schwer zu finden sind. Dabei ist Owlboy gespickt mit vielen kleinen und liebevollen Details, auf die ihr teilweise nur per Zufall stoßt. 

Ähnlich verhält es sich auch mit den Rätseln im Spiel, die es mitunter ganz schön in sich haben. Einfach einen Schalter aktivieren, um zum nächsten Bereich zu gelangen reicht dabei nicht aus. So interagiert ihr mit der Welt, dreht an Schrauben und müsst zunächst einmal bestimmte Gegner aus dem Weg räumen, um den Schalter überhaupt erstmal zu finden. 

Owlboy
Die verschiedene Bereiche sehen nicht nur unterschiedlich aus, sondern spielen sich auch variantenreich.

Wahrlich kein Leichtgewicht

Owlboy ist beileibe kein leichtes Spiel. Das liegt zum Einen daran, dass euch der Titel kaum etwas erklärt. Die meisten Spielmechaniken erlernt ihr im Laufe des Spiels durch einfaches Ausprobieren. Auch die kreativen Rätsel und Dungeons liefern euch nur wenige Hinweise, zudem könnt ihr nicht einfach auf eine Karte zurückgreifen, die euch den Weg erklärt.

Zum Anderen sind die Kämpfe im Spiel ebenfalls ziemlich knackig ausgefallen. Besonders, wenn sich euch gleich mehrere unterschiedliche Feinde in den Weg stellen, kann das mitunter ganz schön knifflig werden. Zumal euer Held nur wenige Treffer einstecken kann, bis er das Zeitliche segnet.

Unfair ist Owlboy dabei aber zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr weckt der Titel ein Spielgefühl, welches heutzutage schon fast in Vergessenheit geraten ist. Selbst die kleinsten Widersacher wollen in ihrem Mustern von euch erst einmal verstanden werden.

Owlboy
Der Schwierigkeitsgrad ist stellenweise sehr knackig. Besonders bei den coolen Bossen.

Das fühlt sich ein Bisschen so an, wie ein Dark Souls. Nur wenn ihr die Angriffsmuster der Gegner verstehen lernt und auf feindlichen Beschuss schnell reagiert, geht ihr als Sieger aus dem Kämpfen hervor. Besonders knackig sind die Bosse ausgefallen, die euch am Endes eines jeden Dungeons erwarten. Diese wechseln mitunter mehrfach während des Kampfes ihr Angriffsmuster, welches es zunächst einmal zu verstehen gilt. Knackig, aber umso befriedigender ist der darauffolgende Sieg über einen der Obermotze. 

Einzig die etwas überladene Steuerung stößt sauer auf. In der Hitze des Gefechts kommt es nicht selten vor, dass ihr aus Versehen euren Begleiter fallen lasst, statt zu schießen oder andere Kommandos verwechselt. Ein weiterer Negativpunkt ist, dass Owlboy nur wenig Wiederspielwert bietet. Seid ihr am Ende eurer Reise angelangt, gibt es nur wenige Gründe, das Abenteuer erneut anzugehen.


Wunderschön, packend und emotional

Grafik-Fetischisten sollten sich von der Pixel-Optik jedoch nicht abschrecken lassen. Trotz Retro-Charme ist Owlboy ein wunderschönes und emotionales Abenteuer geworden, welches aus technischer Sicht keine Wünsche offen lässt. 

Angefangen bei den wunderschönen und abwechslungsreichen Leveln, über die aberwitzigen und liebevollen Charaktere, bis hin zu den erstklassigen Animationen. Owlboy ist ein echtes Meisterwerk. Besonders Protagonist Otus wartet mit einer enorm detaillierten Mimik und vielen schicken Details auf. Schön zu sehen, wie das kleine Pixel-Gesicht des Eulenmanns die Gefühlslage des Helden wiederspiegelt. Angst, Wut, Stolz und Freude stehen der stummen Eule ins Gesicht geschrieben.

Owlboy
Wunderschöner Pixel-Look und traumhafter Soundtrack. Eine Meisterleistung.

Wenn Otus von seinem Lehrmeister wieder einmal als Dummkopf abgetan und angebrüllt wird, geht das nicht spurlos an der kleinen Eule vorbei. Und auch nicht an euch. 

Ähnlich verhält es sich mit dem erstklassigen Retro-Soundtrack, der das Spielgeschehen jederzeit erstklassig untermalt. Sei es der packende Theme im Bosskampf oder die eher freundliche Musik auf den idylisschen Wolkeninseln. Der Soundtrack von Owlboy ist über jeden Zweifel erhaben. Klassische 8-Bit Themen und wunderschöne Orchester-Klänge geben sich hier die Klinke in die Hand.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Eine Sprachausgabe besitzt das Spiel nicht, dafür gibt es deutsche Texte. Bis auf wenige Übersetzungsfehler leistet sich diese keine Schwächen und wartet mit viel Witz auf. 


Fazit:

AwardDas wunderschöne Owlboy hat mich in seinen zwölf Spielstunden nicht nur wahnsinnig gut unterhalten, sondern sogar emotional berührt, wie es nur wenige Spiele schaffen. Bereits in den ersten Spielminuten ließ mich das Abenteuer mit dem schusseligen Otus mitfühlen und baute eine emotionale Bindung zur Hauptfigur auf.

Auch spielerisch bedient der Titel mein Retro-Herz hervorragend. Das beginnt bei der detailverliebt gestalteten Welt, den wunderschönen Animationen und geht bis hin zu den coolen Bosskämpfen und dem packenden Soundtrack. Wirkliche Schwächen leistet sich das Spiel kaum. Lediglich die etwas überladene Steuerung sorgte bei mir für den einen oder anderen Bildschirmtod, auch der Wiederspielwert fällt relativ gering aus.

Ansonsten stimmt bei Owlboy aber nahezu alles. Ein wunderschönes Abenteuer voller Geheimnisse, packender Kämpfe, einer Technik zum Niederknien und einer Story, die ans Herz geht machen das Spiel zu einem absoluten Pflichtkauf auf der Nintendo Switch. 


verwandte Beiträge

Ladezeiten der Nintendo Switch im Vergleich

Christian Ibe

de Blob erscheint auch für Nintendo Switch

Nature225

Testbericht: The Legend of Zelda: Oracle of Seasons und Oracle of Ages

Tim Rozenski