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3DS Reviews

Monster Hunter Stories Review

Das Monster Hunter-Franchise hat bei Nintendo und vor allem auf dem Nintendo 3DS in den letzten Jahren eine Heimat gefunden. Vor allem in Japan sorgten die Handheld-Ableger der Monster-Jagd für klingelnde Kassen. Nun wagte Capcom mit dem Spin-Off Monster Hunter Stories einen kleinen Ausflug abseits der bekannten Wege. In Japan ist das bis dato wohl zugänglichste Monster Hunter-Spiel schon eine ganze Weile erhältlich. Dank Nintendo ist Monster Hunter Stories nun auch im Westen erschienen und wir haben uns das Abenteuer genauer angesehen.

Monster Hunter Stories: Geschichten eines Riders

Monster Hunter Stories kapselt sich von der altbekannten Serienformel der Monster Hunter-Reihe ab und präsentiert sich in unserem Test als interessanter Mix aus Rollenspiel und Action-Adventure. Anstatt euch in die altbekannte Jäger-Rolle zu versetzen, übernehmt ihr im neuesten Teil der Monster-Hatz viel mehr die Rolle eines „Monster-Flüsterers“. Direkt zu Beginn des Abenteuers erstellen wir in dem nun deutlich bunteren Abenteuer unseren „Rider“, mit dem wir das Spiel bestreiten wollen. Neben dem Geschlecht, Namen und dem Aussehen können wir auch kleine Details wie die Stimme individualisieren. Sind alle Vorkehrungen getroffen kann das Vergnügen auch schon losgehen. Gemeinsam mit unseren Freunden durchstreifen wir ein Waldgebiet, in dem wir schon bald ein Monster-Ei finden. Wie es der Zufall so will schlüpft in unserer Anwesenheit das „Monstie“ (so werden die Monster diesmal genannt) und wir schließen mit dem kleinen Racker direkt eine Freundschaft, sodass uns der aufgeweckte Schuppenträger in unser Heimatdorf „Hakum“ begleitet.

Dort angekommen beginnt allerdings das Unheil. Unsere Heimat wird von einem vom „Schwarzen Pesthauch“ besessenen Monster angegriffen. Diese neuartige Bedrohung raubt den Monstern den Verstand und stellt somit eine echte Bedrohung dar. Somit liegt es nun an uns dem Mysterium auf den Grund zu gehen und den Frieden in unsere Heimat zurückzubringen. Wer jetzt direkt zu den Waffen greifen will und zur Monsterjagd aufbrechen will, der wird wohl enttäuscht werden. In Monster Hunter Stories geht man mit den Monstern eine Art Bindung ein, um mit ihnen Seite an Seite das Abenteuer zu bestreiten. Das klingt nicht nur wie das Spielprinzip der Pokémon-Reihe, sondern spielt sich auch ein bisschen so.

Eine düstere Bedrohung

Einige Zeit ist seit dem Vorfall in Hakum vergangen und wir sind nun endlich ein „echter“ Rider, der in das große Abenteuer aufbrechen darf. Passend für unsere Reise, gesellt sich ein quasselndes Felyne, namens Navirou in unser Team. Gemeinsam gilt es nun die von der „Schwarzen Pest“ infizierten Monster aufzuspüren und zu bekämpfen. Damit diese Aufgabe auf Dauer nicht zu langweilig ist, dürfen wir natürlich auch zahlreiche Monsties sammeln, in dem wir gefundene Eier ausbrüten und die geschlüpften Kreaturen mittels sogenannten Bindungssteinen an uns binden.

So streifen wir durch wirklich sehenswerte Umgebung und erfüllen uns aufgetragene Quests, die wir in unserem Heimatdorf erhalten. Neben der Hauptquest erwarten uns rund 30 Nebenquests, die euch in Summe ein gut 50 Stunden langes Handheldabenteuer bescheren. Wem dies nicht ausreicht kann sich in den kommenden Wochen und Monaten auch über Zusatzinhalte freuen, die online angeboten werden sollen. Auf unsere Reise begleiten uns natürlich auch unsere Monsties, die uns nicht nur in Kämpfen mit anderen Monstern zur Seite stehen, sondern auch in der Oberwelt bestimmte Fähigkeiten besitzen. Neben Flugmonstern, mit denen ihr durch die Lüfte gleiten könnt, gibt es auch wahre Klettertalente und Monster mit einer guten Spürnase für verborgene Objekte. Das Spiel treibt euch folglich an immer neue Monsties zu finden und in euer Team einzugliedern, um die Geheimnisse der Spielwelt nach und nach zu entdecken.

Eiersuche & Rundenkämpfe

Leider kann man die Monster nicht immer nach einem bestimmten Schema aufspüren. Die gefundenen Eier beinhalten immer ein Zufallsmonster, sodass hier durchaus ein kleiner Frustfaktor lauert, wenn man immer wieder das gleiche Monster ausbrütet. Einzig die Muster und Farbgebungen der einzelnen Eier sind Indikatoren für die beinhalteten Monsties. Wer besonders clever ist, verfolgt gesuchte Monsties von der Oberwelt aus in ihre Rückzugsorte und versucht dort Eier aus dem Nest mitgehen zu lassen, um die Chancen für einen treffenden Fund zu erhöhen.

Nicht ganz so zufällig sind hingegen die Kämpfe. Auf der Oberwelt seht ihr die feindlichen Monster, denen ihr so mit etwas Geschick aus dem Weg gehen könnt, wenn ihr keine Konfrontation wollt. Die Kämpfe im Spiel sind im Gegensatz zu den bisherigen Ablegern der Reihe rundenbasiert und bauen auf einem klassischen Schere-Stein-Papier-Prinzip auf. Wichtig ist es die einzelnen Strategien der gegnerischen Monster zu durchschauen und deren Schwachstelle zu entdecken. Dabei gilt das Prinzip, dass Kraft besonders gut gegen Technik ankommt, Schnelligkeit im Vorteil gegenüber Kraft ist und Technik im Vorteil gegenüber Schnelligkeit ist. Gerade im späteren Spielverlauf wird es immer schwieriger die Monster hinters Licht zu führen und zu bezwingen.

In jedem Kampf steht euch eines eurer Monsties zur Seite und es ist essentiell wichtig mit diesem zusammen zu arbeiten. Hier kommen die Bindungssteine zum Einsatz. Passt ihr eure Angriffe aufeinander ab, füllt sich eine spezielle Energieleiste, könnt ihr spezielle Aktionen innerhalb der Kämpfe einsetzen oder mächtige Angriffe entfesseln. Was anfangs noch recht banal wirkt, entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer schnell zu einem fesselnden und tiefgründigen Kampfsystem, welches vor allem gegen die „größeren“ Brocken sein wahres Potenzial zeigen kann.

Tolle Präsentation

Neben der neuen Ausrichtung des Gameplays, vertraut Monster Hunter Stories auch auf eine deutlich farbenfrohere Präsentation. Die Spielwelt wirkt deutlich freundlicher und bunter als in den bisherigen Monster Hunter-Spielen. Positiv fallen für ein Handheldspiel die sehr weitläufigen, Areale auf, die euren Entdeckerinstinkt wecken. Der etwas comiclastigere Look lässt den Anschein erwecken, dass Monster Hunter Stories eher die jüngeren Zielgruppen ausgerichtet ist. Dieser Schein trügt allerdings. Das Rollenspiel ist sowohl für Neulinge, als auch für alte Hasen geeignet, zumal viele der witzigen Dialoge wohl erst bei älteren Spielern zünden werden.

Alles in allem ist die Präsentation mehr als gelungen. Besonders die Zwischensequenzen und die abwechslungsreichen Landschaften im Spiel können sich sehen lassen und machen Monster Hunter Stories zu einem der hübschesten Nintendo 3DS-Spiele in letzter Zeit.

Hervorheben wollen wir dabei insbesondere nochmals die Zwischensequenzen, die für einige „Wow-Momente“ sorgen, zusätzlich sorgen die teils sehr humorvollen Dialoge im Verlauf des Spiels für einige charmante Momente. Leider sind alle Zwischensequenzen nur mit der japanischen Originalspur vertont. Untertitel in Deutsch bekommt ihr aber natürlich spendiert. Das Spiel bietet im Übrigen auch einen 3D-Effekt und unterstützt auf den „New Nintendo 3DS“-Geräten den C-Stick, um die Kamera manuell nachjustieren zu können. Wer zudem amiibo-Figuren sammelt, kann diese einscannen und mit diesen kleine Item-Geschenke einheimsen.


Fazit:

AwardMonster Hunter Stories beschreitet neue Wege und stellt das bis dato wohl zugänglichste Monster Hunter dar. Die stärkere Ausrichtung in Richtung Rollenspiel steht dem Titel sehr gut und die Präsentation ist klasse. Leider wirken einige Aufgaben im Spiel repetitiv und die Story ist zu oft vorhersehbar und kommt erst nach einigen Anlaufschwierigkeiten in Fahrt. Wer darüber hinwegsehen kann bekommt ein zugängliches Rollenspiel mit dennoch viel Tiefgang spendiert. Für Fans von Monster Hunter-Spielen und Freunden der Taschenmonster ist der Titel auf alle Fälle einen Blick wert. Passend dazu könnt ihr euch im eShop des 3DS auch eine kostenlose Demo zum Spiel herunterladen.


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