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Marvel vs. Capcom Infinite Review

Mit Marvel vs. Capcom Infinite kollidieren einmal mehr die beiden Welten in einem flotten Beat’em Up, welches ab sofort für PlayStation 4 und Xbox One verfügbar ist. Nachdem sich der direkte Vorgänger Marvel vs. Capcom 3 bereits vor einigen Jahren in unser Testlabor verirrt hat, steigen wir nun nochmals in den Ring. Diesmal erwartet Serienfans eine Neuorientierung, die sicherlich nicht jedem Fan schmecken dürfte. Ob der Prügler dennoch das Zeug zum Hit hat, verraten wir euch an dieser Stelle. 

Mega Man und Iron Man ziehen Seite an Seite in die Schlacht.

Marvel vs. Capcom Infinite – Die Neuerungen

Mit Marvel vs. Capcom Infinite brechen die Entwickler mit einigen Serientraditionen und machen das Spiel deutlich Anfängerfreundlicher. Auffälligste Neuerung ist dem Abkehr von den 3-vs.-3-Kämpfen. Diesmal steigen nur zwei Charaktere pro Seite in den Ring, was aber nicht weniger für Dynamik und Action in den zweidimensionalen Kämpfen sorgt. Etwas ärgerlich fällt allerdings die Reduzierung der Gesamtanzahl der Charaktere im Spiel aus. „Nur“ dreißig mehr oder minder populäre Figuren aus dem Marvel- und Capcom-Universum haben es in das Spiel geschafft. Mit dabei sind natürlich Lieblinge der Fans wie Chris Redfield (Resident Evil), Ryu und Chun-Li (Street Fighter), Dante (Devil May Cry) Iron-Man, Rocket (Guardians of the Galaxy) oder auch Thor. Wirkliche Exoten wie sie zuletzt noch in Marvel vs. Capcom 3 vertreten waren wie Viewtiful Joe, Amaterasu oder auch populäre Helden wie die Wolverine aus X-Men sind diesmal leider nicht am Start. 

Nichtsdestotrotz wird sicher jeder von euch sein Lieblingsduo finden, mit dem er sich durch den durchaus motivierenden Arcade-Modus prügelt, der zahlreiche freischaltbare Extras wie alternative Kostüme bereithält. Neu dabei ist diesmal der Story-Modus, der allerdings hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Hier fehlt einfach etwas die Würze und auch die Logik in Sachen Story. Die Zwischensequenzen wirken teils zusammenhangslos und die Geschichte ist hervorsehbar und ohne echte Überraschungsmomente. Dies haben wir bei Genre-Kollegen einfach schon besser erlebt, sodass der Story nichts weiter als ein netter Zeitvertreib ist, um sich auf den Multiplayer- und Arcademodus einzuschießen. 

Unvorteilhafte Entscheidungen

Man merkt Marvel vs. Capcom Infinite irgendwie direkt an, dass sich der Titel mehr an dem Massenmarkt richten soll als noch seine Vorgänger. Die charmante Comic-Optik ist Geschichte und nun wird auf CGI-Grafiken gesetzt, die einigen Charakteren ganz und gar nicht gut stehen. Auch die Schauplätze sind diesmal wenig einfallsreich und zum Großteil nur im Marvel-Universum angesiedelt, sodass hier sowohl bei der Abwechslung als auch bei dem Ideenreichtum etwas Enttäuschung aufkommt. Doch sei es drum, nicht alles an Marvel vs. Capcom Infinite ist schlecht, denn in Sachen Gameplay macht das Beat’em Up eine gute Figur. 

Dynamisch und effektgeladen: Die Kämpfe in Marvel vs. Capcom Infinite.

Flott, dynamisch, einsteigerfreundlich

Vor allem Einsteiger werden sich über das deutlich vereinfachte Kampfsystem in Marvel vs. Capcom Infinite freuen. Grundsätzlich benötigt ihr nur wenige Tastenkombinationen, um ansehnliche Combos einzuleiten und euren Gegner effektvoll über den Bildschirm zu prügeln. Für einige Basic-Combos ist sogar nur ein einziger Knopf erforderlich. Zusätzliche Dynamik kommt durch euren Partner ins Spiel. Ihr könnt zu jederzeit, auch während Angriffen, euren Mitspieler aktiv in den Kampf einwechseln und so coole Teamangriffe entfesseln. Neben tollen Air-Combos sind so auch Unterbrechungsmanöver gegen gegnerische Angriffe bei dem richtigen Timing möglich. 

Insgesamt wurde das gesamte Bedienkonzept deutlich vereinfacht, was Profis sicher nicht gefallen wird. Wir können  euch aber beruhigen, auch für die eingefleischten Fans gibt es genug Tricks und Kniffe, um das eigene Können zur Schau zu stellen. Tiefe und Taktik bringen die neuen Infinity Stones ins Spiel. Diese stehen für unterschiedliche Superkräfte und sollten wohl überlegt ausgewählt werden. So könnt ihr mit den Steinen unter anderen den Bewegungsbereich eures Gegners einschränken oder die Geschwindigkeit eures Charakters erhöhen und so für Überraschungsangriffe sorgen. Durch die sechs Steine lassen sich interessante Taktiken zusammenstellen, da durch die Steine auch Schwachstellen von Charakteren kompensiert werden können.

Langzeitmotivation durch den Mehrspielermodus

Wie wir bereits angedeutet haben wird euch der Storymodus rund um die Infinity-Stones und den Oberfiesling Ultron Sigma nicht lange bei der Stange halten. Darüber hinaus warten nette Herausforderungen, der Arcademodus und natürlich der Mehrspielerpart auf euch. Letzteren könnt ihr natürlich auch online bestreiten und bei unseren Testsessions machte die Verbindungsrate nur in einem Fall einen instabilen Eindruck. Ansonsten waren flüssige Kämpfe garantiert und Spielspaß vorprogrammiert. 

Technisch fällt das Fazit zu Marvel vs. Capcom Infinite zwiespältig aus. Auf der einen Seite sehen die Kämpfe wahrlich effektgeladen und toll aus. Auf der anderen Seite wirkte der „alte“ Comiclook der Reihe einfach stimmiger und charmanter. Letztlich ist dies aber wohl auch eine subjektive Empfindung. Wobei bei der Darstellung einiger Charaktere fast der Eindruck entsteht Actionfiguren aus Plastik zu sehen. 

Captain America ist eine der Schlüsselfiguren im lauen Storymodus.

Fazit: 

Mit Marvel vs. Capcom Infinite erwartet euch ein gutes Beat’em Up, welches aber nicht vollends sein Potenzial ausschöpfen kann. Die Story bleibt hinter den Erwartungen zurück und verschenkt unnötig eine gute Chance auf eine packende Geschichte. Auch das Gameplay könnte für Profis auf den ersten Blick zu „einfach“ sein. Wer sich aber erst einmal auf das flotte Gameplay und den motivierenden Arcade-Modus einlässt wird mit einem flotten und sehr dynamischen Kampfspiel belohnt, welches mir trotz der Mängel viel Spaß bereitet hat. Unterm Strich hat es aber nicht ganz für den Hit-Award gereicht. Hierfür hätte ich mir mehr Charaktere und einen motivierenden Storymodus erhofft. 


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