Image default
Switch Tests

Mantis Burn Racing Review

Mit Gear.Club Unlimited verirrte sich kürzlich erst ein Nintendo Switch Rennspiel in unser Testlabor. Nun folgt mit Mantis Burn Racing ein weiterer Ableger des Genres, der aber deutlich actionreicher daherkommt. In dem Top-Down-Racer brettert ihr fast wie in guten alten Micro Machines-Zeiten über Stock und Stein und müsst euch in wilden Wettrennen mit Mini-Flitzern beweisen. Ob Mantis Burn Racing das Zeug zum Geheimtipp dank umfangreicher Mehrspieleroptionen & Cross-Play hat, verraten wir euch in unserem Test.

Erinnerungen an Micro Machines werden bei Mantis Burn Racing wach.

Mach groß Karriere!

Dreh und Angelpunkt für Solisten ist der Karrieremodus, der sich über insgesamt 11 Saisons erstreckt. Hier tretet ihr in unterschiedlichen Rennvariationen gegen die Konkurrenz an und müsst euch in Einzelrennen, K.O.-Rennen, Zeitrennen oder auch kleinen Meisterschaften beweisen. Die Events sind dabei über einen fortlaufenden Levelbaum verteilt, der jedoch auch alternative Abzweigungen besitzt. Während der Karriere werdet ihr von eurem Mechaniker mit Rat und Tat unterstützt, der euch die grundlegenden Feinheiten des Spiels erklärt und darüber hinaus auch auf die Fahrzeugentwicklung im Spiel eingeht. Eure kleinen Flitzer könnt ihr nämlich nach und nach mit Leistungsupgrades aufmotzen. So lässt sich die Motorenleistung steigern, das Gripniveau verbessern oder das Handling vereinfachen. Hierfür sammelt ihr innerhalb der Rennen für gelungene Fahrmanöver und gute Endplatzierungen Erfahrungspunkte, die zu Levelaufstiegen führen. Der Clou an den Verbesserungen liegt allerdings im Detail. Ihr könnt eure Mini-Karossen nicht unendlich oft verbessern. Jedes Vehikel bietet eine vorgegebene Anzahl an Verbesserungs-Slots, die es letztlich bestmöglich zu nutzen gilt. 

Die Rennen selber fallen deutlich unkomplizierter aus. Aus der isometrischen Top-Down-Ansicht geht es durch staubige Wüsten, dunkle Höhlen, nächtliche Städte und eisige Regionen. Bei den Rennen ist vor allem ein gutes Driftgefühl gefragt, denn grundsätzlich braucht ihr nur die beiden Schultertasten zum Beschleunigen und Bremsen, um euer Gefährt um die Pisten zu zirkeln. Zusätzlich gibt es einen aufladbaren Boost, der durch waghalsige Fahrmanöver aufgeladen wird. Riskante Manöver, gelungene Drifts und gute Sektor-Zeiten resultieren zudem in Erfahrungspunkten, die zu Levelaufstiegen führen. Dank umfangreicher Karriere und abwechslungsreicher Events wird man als Solist ziemlich lange bei Laune gehalten. Leider mangelt es aber vor allem bei der Streckenauswahl an Abwechslung. Häufig brettern wir immer wieder über den gleichen Parcours, die nur in kleinen Nuancen abgeändert wurde. 

Vollgas: Mit dem Turbo zieht ihr an euren Kontrahenten vorbei.

Spielspaß mit Schönheitsfehlern

Nichtsdestotrotz macht Mantis Burn Racing ziemlich viel Spaß. Das Gameplay ist eingängig und die Rennen unterhaltsam. Kratzer im grundsätzlich schönen Lack lassen sich dennoch entdecken. So ist das K.I.-Verhalten nicht immer nachvollziehbar. Während eure Gegner in einem Rennen gnadenlos hinterherfahren, fällt es im kommenden Event deutlich schwerer mitzuhalten und den Sieg einzufahren. Dadurch kommt auch etwas Frustpotenzial auf, weil die Gegner in ihrer Leistung einfach nicht gänzlich einzuschätzen sind und zu schwankend fahren. Instabil fällt auch die Bildrate aus. Vor allem bei einem hohen Gegneraufkommen und viel Action sind in manchen Kurven Einbrüche der Bildrate merkbar. 

Pro Rennen stellt euch der Titel zudem drei optionale Herausforderungen. Wenn ihr diese erfüllt, regnet es weitere Erfahrungspunkte für euren Spielfortschritt. Die Herausforderungen reichen dabei von dem Erreichen bestimmter Driftlängen, über Windschattenfahrten bis hin zu Zeitlimits, die unterboten werden wollen. 

Die Nintendo Switch Variante enthält alle bisher erschienen Updates und Extrainhalte der Konkurrenzversionen. Somit stehen euch ingesamt 150 Events verteilt auf 11 Saisons zur Verfügung, die sich auf 13 Eventtypen verteilen. Dennoch hätten wir den einen oder anderen zusätzlichen Schauplatz sehr gern gesehen, weil es etwas an optischer Abwechslung mangelt. 

Geniale Idee: Die Umsetzung des 2-Spieler-Modus auf dem Switch-Tablet.

Mehrspielerfreuden

Sein wahres Potenzial kann Mantis Burn Racing im Mehrspielermodus entfalten. Diesen könnt ihr Online (inkl. Crossplay) oder im lokalen Modus genießen. Im Splitscreen treten bis zu vier Teilnehmer an. Exklusiv auf der Nintendo Switch gibt es auch einen besonderen Zwei-Spieler-Modus, der auf den Tabletmodus zugeschnitten ist. Hier müssen sich die beiden Spieler gegenüber voneinander setzen und bekommen ihre eigene Bildschirmhälfte auf dem Tablet spendiert – coole Idee! Etwas skurril ist allerdings die Pflicht, dass jeder Spieler sein eigenes Profil auf der Switch besitzen muss. Das hätte einfacher gelöst werden können.

Zusätzlich lassen sich Mehrspielerduelle auch im lokalen Drahtlosmodus bestreiten. Diese Option konnten wir allerdings nicht ausprobieren. Online waren wir hingegen unterwegs, auch wenn die Spielersuche leider eine kleine Geduldsprobe darstellt. Trotzdessen, dass Mantis Burn Racing eine Crossplay-Funktion bietet, lassen sich nur selten volle Spielpartien finden. Schade, denn gerade gegen menschliche Gegner macht Mantis Burn Racing viel Spaß. 

Und sonst? 

Wie bereits erwähnt besitzt Mantis Burn Racing auf der Switch alle Inhalte der PS4 und Xbox One Versionen. Somit könnt ihr euch auch über die Zusatzinhalte freuen, die euch beispielsweise in actionlastige Gefechtsrennen versetzen, bei denen die kleinen Flitzer mit durchschlagskräftigen Waffen ausgestattet werden. Alles in allem macht der Titel auch technisch auf der Nintendo Switch eine gute Figur. Die Rennen laufen zumeist flüssig, die Kurse sind schön gestaltet, wenn auch etwas abwechslungsarm und die Steuerung geht gut von der Hand. Nur die Soundkulisse erscheint etwas mau und bietet nur unauffällige Hintergrundmelodien, die nicht so richtig ins Blut übergehen wollen.


Fazit: Mantis Burn Racing (Nintendo Switch)

Mantis Burn Racing hat mich ehrlich gesagt positiv überrascht. Der Titel macht Spaß und punktet mit seinem einsteigerfreundlichen Gameplay. Die Rennen sind abwechslungsreich und die Karriere motivierend. Leider mangelt es etwas an der Streckenauswahl und online finden sich nur selten Mitspieler. Auch im Bereich der Technik lassen sich kleinere Mängel entdecken, so läuft der Titel vor allem bei viel Action nicht immer flüssig und die musikalische Untermalung ist auf Dauer ziemlich nervig. Wer einen zugänglichen Arcade-Racer mit Retroflair sucht, der macht mit Mantis Burn Racing allerdings nicht viel verkehrt. Zu einem Hitstempel reicht es letztlich aber nicht, dafür fehlt es einfach an Feinschliff und Abwechslung. 


verwandte Beiträge

Nintendo Switch Nindies Showcase – Das komplette Video

Nature225

Sonic Mania Plus erscheint am 17. Juli im Handel

Nature225

The Seven Deadly Sins Knights of Britannia Review

Lars Schulze