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Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online Review

Mit Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online schickt Entwickler Compile Heart Vert und Co. in den Beta Test des gleichnamigen MMORPGs „Four Goddesses Online“. Der Titel bedient sich dabei bei dem Anime Sword Art Online und scheut nicht davor, diesen gekonnt auf die Schippe zu nehmen. Beispielsweise implementierte Compile Heart eine weibliche Kirito (Kiria) und verpasste einem Charakter ein ähnliches Outfit, wie Asuna Yuuki es in der ersten Staffel von Sword Art Online trug. Ob es sich bei dem Spiel selber auch nur um einen Beta-Test handelt, oder doch mehr Potential dahinter steckt, zeigt unser Testbericht!

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Zweifel aus dem Weg räumen: Kein MMORPG!

Vorweg: Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online ist kein MMORPG wie beispielsweise World of Warcraft oder Final Fantasy XIV. Es handelt sich hierbei lediglich um ein Action-RPGEingeführt mit den folgenden Worten, beginnt die Handlung damit, dass die attraktive Vert – bekannt aus den Neptunia Spielen – zusammen mit ihren Freundinnen an einem Beta-Test zu ihrem favorisierten MMORPG teilnimmt:

„Vor langer Zeit, als nichts anderes außer einer stillen Leere existierte, erschufen die Göttinnen den Weltenbaum, Leanverde. Aus den Keimen des Baumes entstanden die mächtige Erde sowie die majestätischen Ozeane. Die Göttinnen selbst zogen sich in die Welt Alsgard zurück.“

Die Basis der Handlung kommt euch dabei bekannt vor? Richtig, mir auch! Ich betone an der Stelle nochmals die in der Einleitung bereits angedeutete Parodie von Sword Art Online. Ähnlich wie bei der Inspiration Sword Art Online wird auch diese Welt hier bedroht und es liegt natürlich an der blonden Dame und ihren Mitstreiterinnen die virtuelle Welt zu retten. Zu Beginn der Story vertreiben unsere liebreizenden Damen ihre Zeit damit, Artefakte zu suchen und vier Göttinnen in die Welt zu bringen, um mit vereinten Kräften den Dämonenkönig „Jester“ in die Schranken zu weisen. Schnell wird allerdings klar, dass eine weitere böse Macht die virtuelle Welt bedroht.

Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online
Fanservice everywhere!

Die 20 stündige, fast schon redundante Handlung setzt zum größten Teil auf den Faktor Humor. Neben aufdringlichem und für Neulinge der Serie nicht immer einsehbaren klischeehaften Fanservice, fehlt es dem Abenteuer vor allem aber an Spannung.


Flottes Kampfsystem

Mit dem ersten Ladebildschirm – er ist ewig und kommt bei jedem Neustart des Spiels – stellt sich euch schon die nervigste Hürde in den Weg. Habt ihr diese schließlich überwunden, führt euch ein ausführliches Tutorial an das hektische Kampfsystem heran. Anders als bei anderen Ablegern der Serie laufen die Kämpfe in Echtzeit ab. Mit der rechten Schultertaste visiert ihr das feindliche Monster an und bekommt so eine Übersicht zu den Schwächen, Leben und dem Break-Status. Jeder Angriff sorgt dafür, dass sich die Break-Leiste leert. Ist der grüne Balken vollständig aufgebraucht, nimmt der Gegner für einen kurzen Zeitraum mehr Schaden. Um das zu erreichen, stehen euch normale- und Spezialangriffe zur Verfügung. Darunter fallen zum Beispiel Zauber oder verkettete Angriffe, welche ihr dank linker Schultertaste abruft. Durch normale Hiebe und Schläge füllt ihr sogenannte SP auf, die als Ressource für die Verwendung der Spezialattacken herhalten.

Wenn ihr schließlich schon einiges an Zeit in den Titel gesteckt habt, eignet ihr euch den sogenannten „Awakening“-Skill. Wenn jetzt eine dafür vorgesehene Leiste gefüllt ist, aktiviert ihr per Knopfdruck einen mächtigen Zustand. Der Charakter gewinnt deutlich an Stärke was seine Fähigkeiten angeht und ist in der Lage einen gewaltigen Angriff zu entfesseln.

Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online
Unterschiedliche Charaktere aus dem Universum haben es in das Spiel geschafft.

Natürlich sind eure Göttinnen auch in der Lage in die Defensive zu gehen, was auch essenziell wichtig ist. Ohne die richtige Verteidigung werdet ihr schnell das Zeitliche segnen. Um dies zu vermeiden, stehen euch neben dem klassischen Blocken noch verschiedene Ausweichmanöver zur Auswahl. Außerdem dürft ihr dank dem dynamischen Kampfsystem zu jeder Zeit den Anführer wechseln und die Charaktere austauschen. Jede Figur bedient sich dabei eines anderen Kampfstils und Klasse. Unterschiedliche Gegenstände erweisen sich ebenso als nützliche Helfer im hitzigen Gefecht.


Euer größte Feind: Die KI!

Auch wenn die Kämpfe in Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online alles andere als fordernd sind, umso mehr patzt die KI der Gruppenmitglieder. Vom Faulenzen, bis zum Festhängen und der unverständlichen Tatsache hin, dass sich schwache Heiler in erschreckender Regelmäßigkeit unterfordert fühlen und sich dadurch an die vorderste Front werfen. 

Haben euch die Kämpfe und die durchwachsene KI erschöpft, dann erholt ihr euch in der Stadt Wishuel. Gleichzeitig fungiert der Ort als zentrale Anlaufstelle. Euch steht hier der Zugang zum Mehrspieler oder verschiedenen rudimentären Nebenquests zur Verfügung. Wie gewohnt von der Serie erkundet ihr die Stadt in einer 2D-Gestaltung und führt außerdem Gespräche mit den einzelnen Charakteren.

Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online
Sieht von der Aufmachung aus wie ein MMORPG, spielt sich aber deutlich actionlastiger.

Nebenaufgaben sind rudimentär? Die meiste Zeit verlangt man das Bekämpfen unzähliger gleicher Monster oder das Ausliefern bestimmter Gegenstände von A nach B. Als Belohnung wartet dabei das ein oder andere Objekt oder ein mehr oder weniger hoher Goldbetrag,


Plötzlich doch ein MMO?

Oben bereits erwähnt, dürft ihr euch mit anderen Spielern zusammenschließen. Trotz der repitiven Aufträge, sorgt der Zusammenschluss doch für eine nette, wenn auch kurzweilige Abwechslung. 

Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online
In der 2D-Ansicht der Stadt können wir mit unseren Freunden quatschen und anderen Aktivitäten nachgehen.

Technisch der Schritt in die richtige Richtung

Optisch hingegen macht Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online einen Schritt in die richtige Richtung. Zum ersten Mal bei einem Ableger der Reihe wird die Unreal Engine 4 benutzt. Außerdem ist man endlich davon weg, dass man unterschiedliche Dungeons dasselbe Design verpasst. Viel mehr trumpft das JRPG mit dynamischen und abwechslungsreichen Dungeons (auch wenn hier natürlich große Marken wie Final Fantasy nicht als Referenz nehmen sollte).

Charaktere und Texturen sind weder matschig, noch sehen sie schlecht aus. Die Performance ist trotz unzähliger Effekte und hektischen Kampfsystem zu jeder Zeit solide und flüssig. 

Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online
Im Kampf bekommen wir eine Übersicht über die Schwächen, dem Leben und des Break-Status‘ unseres Gegners.

Ungeachtet dessen ist der Soundtrack zu jeder Zeit stimmig, dennoch fehlt es der akustischen Untermalung am Wiedererkennungswert. Kurzum bleiben die Musikstücke nicht sonderlich lange im Ohr. Synchronsprecher machen sowohl in der englischen-, wie auch japanischen Vertonung einen überragenden Job, wobei nur die wichtigsten Dialoge gesprochen werden.


Fazit:

Obwohl sich Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online fast keine groben Fehler erlaubt, aber aufgrund des fehlenden Tiefgangs und dem repetitiven Spielgeschehen sticht es auf der anderen Seite in keinster Weise besonders aus der Masse heraus. Aus technischer Sicht hingegen kann man kaum Abzüge machen. Die Charaktere und Texturen sind dank Unreal Engine 4 auf dem heutigen Standard angelangt. Zusätzlich gesellt sich noch eine passende musikalische Untermalung und eine anständige Synchronisation dazu.

Aufgrund der Menge Fanservice für Veteranen der Neptunia-Reihe würde ich Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online nicht zum Einstieg in die Serie empfehlen. Wenn ihr dem parodierten Humor etwas abgewinnen könnt, bereit seid mit kleineren Schwächen zu leben und eine ordentliche Portion klischeehaften Anime-Stuff verkraftet, macht ihr mit Cyberdimension Neptunia: 4 Goddesses Online sicherlich nichts falsch.


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