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Vorschau

Angespielt: Nether

Gefühlt bricht im Bereich von „Steam Early Access“ so langsam die Zeit der Day-Z-Klone an. Unzählige Spiele wollen einen einzigartigen Mehrspielerüberlebenskampf bieten, bei dem die Suche nach Ressourcen und die Interaktion mit anderen Spielern im Mittelpunkt stehen. So auch Nether. Anders als Day Z setzt Nether dabei nicht auf Zombies, sondern auf Mutanten als Gegner. Als Schauplatz dient eine postapokalyptische Großstadt.

Spielerischer Einheitsbrei

Spielerisch ist Nether sehr nah an Day Z angesiedelt. Zu nah um genau zu sein. Es ist im Grunde genommen die gleiche Prozedur wie in jedem anderen dieser Spiele: Der Spieler fängt mit nichts an, sucht Ressourcen, bekämpft Monster, wird unter Umständen von anderen Spielern attackiert und stirbt irgendwann, woraufhin er alles wieder verliert. In Nether gibt es allerdings zusätzlich ein Accountlevel. Ihr sammelt mit allem, was ihr tut, Erfahrungspunkte für Charakter und Account.nether_02

Während die Erfahrungspunkte des Charakters nach dessen Ableben zurückgesetzt werden, bleiben die Accountlevel bestehen und bieten so immer kleinere Boni wie minimal mehr Leben. Das ist ganz nett, aber kaum der Rede wert. Das macht Nether nicht zum schlechten Spiel, es fehlt dennoch ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Außer vielleicht die für eine Betaphase unglaublich hohe Anzahl an Bugs, die das Spielerlebnis mehr als nur ein wenig trüben.

Technische Katastrophe

Fangen wir von vorne an: Das Spiel sieht selbst auf höchsten Einstellungen nur mittelmäßig aus. Viele matschige Texturen in der abwechselungsarmen Umgebung, Modelle auf PlayStation-2-Niveau, kaum vorhandene und meistens sehr ärmliche Effekte sorgen dafür, dass das Spiel absolut keine Schönheit ist. Das muss es allerdings auch nicht unbedingt sein, denn der Stil ist immerhin stimmungsvoll. Allerdings rechtfertigt diese Optik keine hohen Systemanforderungen. Während des Tests kam es immer wieder zu Performanceproblemen, die Bildrate sank zwischenzeitlich in den einstelligen Bereich. Und auch die Einstellungen herunterzuschrauben brachte nur wenig Erfolg. Da muss der Entwickler dringend nachbessern.nether_01

Auch sonst ist das Spiel eine technische Katastrophe. Natürlich, es handelt sich um eine Betaphase. Aber selbst von einer Beta kann man erwarten, dass sie zumindest einigermaßen spielbar ist. Das ist bei Nether nicht der Fall. Es vergehen kaum einmal zwei Minuten im Spiel, in denen kein Fehler auftaucht. Die Bugs sind dabei sehr unterschiedlich. Neben einfachen Soundaussetzern kommt es auch immer wieder zu heftigen Grafikbugs, mal teleportieren sich Gegner, obwohl sie das eigentlich nicht können sollten, oder Kisten lassen sich partout nicht öffnen. Da fällt es schon fast nicht mehr ins Gewicht, dass die Server immer wieder mit starken Lags zu kämpfen haben.

 Wir werden uns das Spiel zur offiziellen Veröffentlichung auf jeden Fall noch einmal anschauen und euch dann unsere weiteren Eindrücke schildern.

Tendenz: Gut

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